konzert #66: stereo bullets, mayburn, marcus smaller, scotch @ rock hard fuck cancer im u4 | 24.06.2016

wenn jemand in not ist, sollte man helfen – und genau deswegen wurde die veranstaltung „rock hard fuck cancer“ ins leben gerufen. dj fly, ein urgestein der wiener dj-szene, ist an krebs erkrankt und deswegen wurden keine mühen gescheut ein anständiges line up auf die beine zu stellen um einen abend lang das leben zu feiern und im zuge dieser veranstaltung spenden zu sammeln. natürlich konnte ich dem event nicht fernbleiben, zumal freunde von mir auf der bühne standen und ich generell immer dabei bin, wenn es um eine gute sache geht. deswegen verließ ich auch sehr früh das donauinselfest an diesem freitag abend (den dif-bericht gibts übrigens hier) um im u4 dabei sein zu können.

als ich gegen halb 10 uhr ankam standen gerade die „stereo bullets“ auf der etwas wenig beleuchteten bühne. hui, zuerst ging ich mal eine runde durch den club um alle menschen zu begrüßen, die ich kenne. und wie das so ist, endete meine ich-sag-schnell-hallo-runde bis zum ende des sets von stereo bullets. sorry. ein foto konnte ich noch machen, aber für ein fazit reichte meine zuhörzeit leider nicht. next time, promise!

die meisten menschen, und auch dj fly himself, waren nicht nur wegen der guten sache anwesend, sondern auch wegen der folgenden band: mayburn. es gab am eingang sogar einen extra angefertigten mayburn-schlüsselanhänger für die ersten 100 gäste (falls den jemand haben möchte, ich würd meinen herschenken!). wie auch immer – ganz viele leute versammelten sich plötzlich vor der bühne, die stimmung heizte sich auf, die musik von mayburn wurde zelebriert! irgendwer sagte zu mir, dass sie wie eine mischung als volbeat und disturbed klingen und das kommt eigentlich ganz gut hin. power, rock und eine mega-stimme dominierten und alle waren begeistert. besonders hervorzuben: der song „sound of silence“ und die crowdsurfing-einlage von dj fly. von freunden auf händen getragen zu werden muss das beste gefühl der welt sein. und diese mega-unterstützung zu erfahren ebenfalls. so gehört sich das!



seit dem release vom album „i, marcus smaller“ bin ich von gleichnamigen künstler und seiner neuen live-setlist mehr als überzeugt. oder nennt mir einen artist, der bis auf ein lied nur neue songs spielt und trotzdem alle mitreissen kann. eben, sowas gibts nur in den seltensten fällen. deswegen war ich schon gespannt, wie sich sein auftritt auf das etwas mayburn-lastige u4-publikum auswirken würde. zu beginn war es eine ernüchertung: respektabstand und nicht die beste tontechnik ließen den gig ein bisschen glanzlos aussehen. aber marcus smaller wäre nicht marcus smaller wenn er das ganze nicht drehen könnte – mit etwas humor, dem song „sick to the core“ und der anstiftung zu einer riesen-umarmung für dj fly gelang ihm das ziemlich leicht. am ende hüpfte die crowd auf und ab und marcus smaller (samt band natürlich) durfte sich seinen mega-applaus abholen.




als letzter act verpflichteten sich auch scotch im line up und hauchten der veranstaltung etwas irisches flair ein. weil so eine musik mag der dj fly nämlich. nur leider waren viele energie-reserven bereits aufgebraucht und um diese zu befüllen, begaben sich die leute zur bar und ins „raucherkammerl“ aka zweiter floor. vor der bühne war es etwas leer – trotzdem ließen sich scotch davon nicht beirren und zogen ihre show ab. besonders cool und mutig dabei, die crowdsurfing-aktion von bassist manuel. mutig deshalb, weil das aufgrund der wenigen leute auch schnell ziemlich schiefen gehen hätte können. ists aber eh nicht, deswegen alles cool! highlights: die songs „gorilla bofriend“ und „bloody bastard“.

alles in allem war es eine sehr feine veranstaltung. danke an richard abfalter und seine mitstreiter, die das ganze organisiert haben und in dieser weise versucht haben, zu helfen. wir müssen nicht zusehen, wenn es jemandem schlecht geht, es gibt immer mittel und wege zu helfen, selbst wenn es nur ein tropfen auf dem heißen stein ist. wer noch mehr fragen dazu hat oder auch gutes tun will, darf sich an passion & style wenden und zwar hier.



konzert #65: fatoni, zugezogen maskulin, dame @ fm4 bühne am donauinselfest | 24.06.2016

ein donauinselfest ohne mich? geht gar nicht. auch nicht, wenn ich eigentlich am selben abend schon etwas ganz anderes vor habe – nämlich eine charity veranstaltung im u4. warum sämtliche pläne mehrmals zu scheitern drohten, erzähl ich euch jetzt.

schnell nach der arbeit nachhause und dann schnurstracks auf die insel, das war mein vorhaben. ich rechnete aber nicht mit einem defekten haustor, einer hausverwaltung die freitag ab 16 uhr natürlich nicht mehr erreichbar ist und zig anrufen bei schlüsseldiensten, die ebenfalls nicht beim telefon abheben können gerade dann wenn man hilfe am notwendigsten braucht. nach einer halbstündigen wartezeit war aber endlich ein nachbar bereit mir bei der problemlösung zu helfen (es war simpler als ich dachte, aber das ist eigentlich eine andere geschichte).

irgendwann kurz vor dem set von „fatoni“ stieß ich zur fm4 bühne, halb durchgebraten, denn die temperaturen waren hoch und meine nerven lagen nach der haustor-misere auch blank. also mal irgendwo in die wiese setzen und runterkommen. dass bei meinem entspannungsversuch gleich 2x eine spinne auf meinem kopf landete und sich über meinem gesicht abseilen wollte… auch eine andere geschichte, aber auf jeden fall nicht förderlich für die entspannung. aber schlussendlich wurde es dann doch was und „fatoni“ war nicht ganz unschuldig daran – denn seine lockere art übertrug sich in windeseile auf das anwesende publikum (und auch auf mich) und binnen kürzester zeit, nämlich schon beim dritten song, wurde fatoni heftigst gefeiert. da wurde gebounced, getanzt und ein junger herr wagte es sogar bei einem hip hop konzert zu crowdsurfen.

neu erfunden hat sich fatoni zwar nicht, aber sein freestyle-rap über gegenstände, die ihm unter die nase gehalten werden, ist schon sehr unterhaltsam und kurzweilig, auch wenn ich das persönlich jetzt schon gefühlt tausend mal gesehen habe. seine selbstironie, sein akustik-gitarren-einsatz, seine ansagen – fatoni ist auf dem weg ein immer besserer entertainer und hip hop künstler zu werden. also nächstes mal nicht fernbleiben, sondern hingehen, wenn ein fatoni-konzert ansteht. ach ja, und einen skateboard-trick hat er auf der bühne auch vorgeführt! das nenn ich mal sehr cool.



ich hab vergangenes jahr mal gesagt „zugezogen maskulin sind zugegeben nicht mein ding“ und beim diesjährigen donainselfest hatte ich die chance, diese aussage nochmal zu überprüfen. denn vielleicht würde mir die gruppe ja jetzt gefallen, wer weiß?! als die herren auf die fm4 bühne hüpften und vor lauter energie überhaupt nicht mehr aufhörten, von einem bühnenende zum anderen zu laufen, dachte ich nur wow! gerade bei diesen temperaturen, wie sie an diesem abend noch herrschten, konnte ich mir beim besten willen nicht vorstellen, noch so vor aktivität zu glänzen.

auch outfit-technisch war ich diesmal positiv überrascht. denn ich kann mich dunkel daran erinnern, dass mir bei ihrem letzten wien-gig ihr auftreten äußerlich und bewegungstechnisch nicht so zugesagt hat. diesmal passte das ganze aber tiptop. das einzige, was mich störte: die musik. aber gar nicht so ihre lyrics, obwohl ich die manchmal auch sehr down-to-earth finde, sondern eher der sound, der in mir melancholie und unbehagen auslöste. weltuntergangsstimmung und so. und sowas finde ich immer ein bisschen mit vorsicht zu genießen.


eigentlich wollte ich während zugezogen maskulin schon das weite suchen, entschied mich aber dann doch noch kurz zu bleiben und ein paar nummern von „dame“ anzuhören. um kurz nach halb 9 die straßenbahn erwischen, das war mein vorläufiges ziel und aufgrund von grandiosität seitens „dame“ blieb ich dann noch etwas länger – um genau zu sein, bis 9. huch.

dame und sein co-rapper machten stimmung, wirbelten am bühnenparkett herum, hatten sichtlich spass an der sache – und das steckte an! ausserdem hörte ich endlich wieder positiv-klingende sounds im hintergrund, die mitrissen und mich fast dazu brachten, mich gar nicht mehr loszureissen. aber ich konnte leider nicht beiben und so ging ich irgendwann schweren herzens. eines ist aber definitiv klar: beim nächsten dame-konzert in wien bin ich definitiv dabei! und das bestimmt bis zum schluss!

weekpreview kw 26

aloha! diese woche gibts einiges im konzert-angebot. was ihr sehen und hören müsst, erfährt ihr hier!

es geht los am montag, da gibts „shearwater“ inklusive österreich-support „like elephants“ in der arena auf die ohren. beide bands haben einen etwas verträumten sound und sind somit perfekt geeignet um euch in die neue woche zu begleiten!

möglichkeit nummer 1 am dienstag: der abschiedstour von „black sabbath“ rund um ozzy osbourne in der wiener stadthalle beiwohnen. möglichkeit nummer 2: ein bisschen screamo zu sich nehmen in form von der band „moments“ im viper room. möglichkeit nummer 3: klassisch ins rhiz gehen und „lars stigler“ sowie „lukas lauermann“ lauschen.

am mittwoch könntet ihr ins chelsea gehen und euch „koko“ anschauen (hörprobe hier) oder ihr geht ins fluc und begutachtet die „skeletons“ (auch von denen hab ich eine hörprobe gefunden und zwar hier). wo auch immer ihr hingehen werdet, es wird auf jeden fall sehr experimentell!

ein guter konzerttag wir der donnerstag: zum einen gibts „h20“ und support-act „21 stories“ in der arena auf der bühne zu sehen und zum anderen findet im gesamten fluc das „ethnofest“ statt. da gibts dann ganz tolle bands zu begutachten, unter anderem „symbiotika“ und „wet spinach„.

das wochenende könnt ihr im fluc einleiten, da gibts „mc rhine“ und „napalm tree“ zu hören. btw: wer „könig leopold“ kennt, kennt auch mc rhine, eine der besten rapperinnen österreichs! wer ein bisschen ska haben möchte: ab ins bach! dort findet die „ska summer party“ statt und es spielen bands wie „skatapult“ und „mighty maggots“ – yay!

auch am samstag ist das bach ganz klar the place to be: „reverend backflash“ und „karaoke bash“ auf einer bühne, das verspricht unterhaltsam zu werden!

und zu guter letzt darf man sich am sonntag auch noch auf das „vienna sunsplash festival“ freuen. unter anderem auf der bühne: „gentleman„. also habt spass und genießt diese woche!

hard facts:
27.06.2016 / shearwater, like elephants / arena / vvk: 19,20 euro (via öticket)
28.06.2016 / black sabbath / wiener stadthalle / vvk: ab 61,70 euro (via stadthalle)
28.06.2016 / lars stigler, lukas lauermann / rhiz / ak: 6 euro
28.06.2016 / moments / viper room / vvk: 13 euro (via soundbase)
29.06.2016 / koko, tankris / chelsea / ak: 10 euro
29.06.2016 / skeletons / fluc / ak: 10 euro
30.06.2016 / h20, 21 stories / arena / vvk: 18 euro (via soundbase)
30.06.2016 / ethnofest: wet spinach, symbiotika, paradisco, skaputnik / fluc + fluc wanne / ak: 6 euro
01.07.2015 / mc rhine, napalm tree u.a. / fluc / FREIWILLIGE SPENDEN
01.07.2015 / ska summer party: skatapult, mighty maggots, u.a. / das bach / vvk: 5 euro (via soundbase)
02.07.2015 / reverend backflash, karaoke bash / das bach / FREIWILLIGE SPENDEN
03.07.2016 / vienna sunsplash / arena / vvk: 49,90 euro (via öticket)

spotlight | donauinselfest

alle jahre wieder findet es statt: das donauinselfest! und meistens kommt man erst drauf, wer nicht aller dort gespielt hat, wenn’s vorbei ist. deswegen werfen wir noch kurz einen blick drauf und schauen uns an, was man besser nicht verpassen sollte.

24.06. – 26.06.2016 / donauinselfest auf der donauinsel / FREIER EINTRITT

fm4 – bühne am freitag – 24.06.2016
17:00 soia – 17:35 a.y. – 18:10 kreiml & samurai – 18:50 fatoni – 19:40 zugezogen maskulin – 20:30 dame – 21:35 the four owls – 22:45 samy deluxe + dlx band // nicht verpassen: kreiml & samurai sowie the four owls!


wien energie – hitradio ö3 festinsel am freitag – 24.06.2016
16:30 mr. jones – 17:45 lemo – 19:00 dua lipa – 20:10 felix jaehn – 21:40 zoë – 22:50 milow // tipp: lemo anschauen!

sj – insel am freitag – 24.06.2016
17:00 leekem – 18:00 manchester snow – 19:00 farewell dear ghost – 20:00 purple souls – 21:30 chili and the whalekillers – 23:00 dj-set // leg ich euch ans herz: farewell dear ghost und chili and the whalekillers!


arbeitswelt – proge – insel am freitag – 24.06.2016
14:00 siamese elephants – 15:05 rockbrew – 16:10 heliostat – 17:15 go! go! gorillo – 18:25 freddie red – 19:40 reverend backflash – 21:00 brewtality – 22:45 b.a.s.f. // rock’n’roll-empfehlung: reverend backflash!

fm4 bühne am samstag – 25.06.2016
14:00 i’m a sloth – 14:30 at pavillon – 15:15 voodoo jürgens – 16:00 the geezers – 16:45 fran san disco – 17:30 we walk walls – 18:30 eloui & band – 19:40 fijuka – 21:05 madsen – 22:45 nada surf // psssst, schaut euch bitte folgende künstler an: voodoo jürgens, we walk walls und fijuka! ihr werdet es nicht bereuen!



wien energie – hitradio ö3 festinsel am samstag – 25.06.2016
15:30 pbh club – 16:40 herta11 – 17:40 solozuviert – 19:00 russkaja – 20:50 seiler & speer – 22:40 – bob geldof & the boomtown rats // ja welche empfehlung erwartet ihr? russkaja anschauen natürlich!

sj – insel am samstag – 25.06.2016
15:00 the art of fading – 16:00 black wood cherry cakes – 17:00 animal machine – 18:00 prohaska – 19:00 fellowsoph – 20:00 please madame – 21:30 yasmo und die klangkantine – 23:00 dj-set // falls ihr hier vorbeikommt: schenkt yasmo euer gehör und euer herz!

insel der menschenrechte am samstag – 25.06.2016
18:20 onk lou // die liste auf dieser bühne ist eigentlich sehr lang und bestimmt sehr sehenswert, aber einen künstler kann ich euch mehr als nur empfehlen und zwar onk lou.

fm4 bühne am sonntag – 26.06.2016
14:00 anti cornettos – 14:30 lausch – 15:15 mimo – 16:00 na15 – 16:45 vitruv – 17:30 the boys you know – 18:30 viech – 19:40 gudrun von laxenburg 21:05 frittenbude – 22:45 camo & krooked // lauscht dem lausch, schaut euch the boys you know an obwohl ihr sie eh schon kennt und singt oh elise für viech.



wien energie – hitradio ö3 festinsel am samstag – 25.06.2016
16:20 chris emray – 17:20 thorsteinn einarsson – 18:30 joris – 19:45 lost frequencies – 21:10 glasperlenspiel – 22:30 sean paul // hui, unbedingt thorsteinn einarsson und joris anschauen!


konzert #64: nada surf & das orf radio-symphonieorchester @ orf radiokulturhaus | 17.06.2016

wenn fm4 zur radio session lädt, dann braucht man viel glück: denn, tickets sind nur über gewinnspiele zu ergattern. kein wunder also, dass so einige leute nervös wurden, denn diese radio session am freitag abend war etwas sehr besonderes. zu sehen und zu hören war nicht nur die new yorker band „nada surf“ sondern auch das orf radio symphonieorchester. solch eine kombination gibt es wahrlich nur selten zu erleben.

als ich gegen 19 uhr beim funkhaus bzw radiokulturhaus ankam, waren schon einige menschen anwesend. erst einige minuten später wurde aufgesperrt und man konnte sich seine gewonnenen eintrittskarten abholen. ein kurzer blick nach hinten und ich sah, wie die schlange immer länger wurde. hui. ich ergatterte einen der raren sitzplätze im foyer und wartete. beginn war 20 uhr. zum zeitvertreib gab es gratis getränke und snacks. ich konnte aber nichts essen. eine flasche wasser war das höchste der gefühle. auf-re-gung.

die tore zum saal öffneten pünktlichst, die platzwahl war frei, für mich war jedoch ein plätzchen ganz vorne reserviert, wegen der fotos und so – vielen vielen dank fm4! kaum befanden sich alle auf ihren sitzplätzen, kam susi ondrusova von fm4 auf die bühne, eröffnete den abend, wies darauf hin, dass mobiltelefone lautlos sein müssen und wünschte viel vergnügen. dann schritten die damen und herren des orchesters auf das bühnenparkett, gefolgt von nada surf.

begonnen wurde mit dem song „comes a time“ und die großartigkeit des arrangements überwältigte zuerst einmal. ich musste zuerst einmal einordnen, was mir da zu ohren kam. streicher, trompeten, cellos…soviele töne in kombination mit „normalen“ gitarren, dem bass und der stimme von matthew caws. besonders beeindruckend fand ich die nummer „the fox“ – die klang so groß, so eindringlich, so atemberaubend schön! wer da keine gänsehaut bekommen hat, muss wohl gefühlslos sein. und auch „inside of love“ erwies sich als einer meiner persönlichen höhepunkte des sets.

zusätzlich zu diesen großartigen liedern wurde auch wert auf kleine anekdoten gelegt. zum beispiel erzählungen über die anfänge der band, dass es keine garagen in new york gab und deswegen in sündteuren proberäumen so schnell wie möglich geprobt wurde – und viele weitere geschichten. sympathisch, wie immer eben. und: dankbar. ja, sie wirkten sehr dankbar für diesen abend.

nach knappen zwei stunden war alles auch schon wieder vorbei. fast. standing ovations bewegten die band noch eine zugabe zu spielen, nämlich nochmal das lied „the fox“. auch danach wurde noch hoffnungsvoll weitergeklatscht und gejubelt. aber es war vergebens. kein „always love“ in orchester version. und ich glaube darauf hätte nicht nur ich gewartet. schade. aber dennoch: ein gelungender, wunderschöner gig in einem ambiente, das seines gleichen sucht. gerne wieder!

Nada Surf Setlist ORF RadioKulturhaus, Vienna, Austria 2016









weekpreview kw 25

liebe konzertfreunde, diese woche ist die auswahl leider sehr dürftig. ihr könnt euch dafür umso mehr aufs wochenende freuen, weil das alljährliche donauinselfest wieder über die bühne geht. aber erst mal von anfang!

das erste empfehlenswerte konzert findet am dienstag statt, da kann man sich die punkrocker von „los fastidios“ in der arena anschauen. reinhören? bitte gerne hier! auf die plätze, fertig, pogo!

eine band aus den usa spielt gleich zweimal diese woche in wien und zwar „odysseus finn„. am mittwoch zu sehen im werk und am sonntag im rhiz. auch von dieser formation habe ich hör-material gefunden, bitte hier entlang.

wer am donnerstag lust auf musik hat, der möge sich bitte ins celeste bewegen. die gruppe „bent arrows“ feiert dort ep- und video-release! warum das besonders ist? weil ich die band vergangenes jahr am donauinselfest auf der fm4 bühne gesehen hab und sie mich damals schon sehr beeindruckten. hörprobe könnt ihr hier haben. ebenfalls am donnerstag: „port solace“ im kramladen. auch da kann man hingehen. schon allein wegen der location selbst, ein liebliches lokal!

eine veranstaltung, die mir sehr am herzen liegt, findet am freitag im u4 statt: „rock hard – fuck cancer„. zugunsten von einem an krebs erkrankten dj wurde dieses event ins leben gerufen um ihn bei der bekämpfung seiner krankheit finanziell zu unterstützen. auftreten werden unter anderem „mayburn„, „marcus smaller“ und „scotch„. tut gutes und schaut vorbei! hier gehts noch zum facebook-event.

bevor ich euch mit donauinselfest-empfehlungen quäle, gibts hier noch einen konzert-tipp ausserhalb des mega-events. nämlich: „ogris debris“ und „i-wolf“ im fluc am samstag abend.

und ja, wie angekündigt, findest am von freitag bis sonntag das donauinselfest statt. meine tipps für freitag: „kreiml & samurai„, „the four owls“ und „samy deluxe“ auf der fm4 bühne, „reverend backflash“ auf der proge-bühne, „farewell dear ghost“ und „chili and the whalekillers“ auf der sj-bühne.

den samstag am donauinselfest könnt ihr ohne weiteres den ganzen tag bei der fm4 bühne verbringen, das line up ist nämlich mehr als großartig! verpasst auf keinen fall „at pavillon„, „voodoo jürgens„, „fran san disco„, „we walk walls„, „fijuka“ und „dinausaur jr„! wer lust auf 3 millionen leute hat, der möge sich bitte bei der ö3 bühne einfinden um „russkaja“ und „seiler & speer“ zu sehen. abseits der großen bühnen empfehlenswert: „stefan thaler & band“ auf der wiener energie jg-bühne und „yasmo und die klangkantine“ auf der sj-bühne.

last, but not least: der sonntag auf dem donauinselfest! auch an diesem tag bleibt meine favorisierte location die fm4 bühne. schaut euch bitte „lausch„, „the boys you know„, „viech“ und „gudrun von laxenburg“ an. eventuell auch noch „camo & krooked“ wenn ihr lust auf tanzen habt. zugegebenermaßen ist auch das line up auf der wien energie/ö3 bühne ganz okay: „chris emray„, „thorsteinn einarsson“ und „joris“ kann man sich gerne zu gemüte führen. ja, das wars – ich wünsche euch viel spass!

hard facts:
21.06.2016 / los fastidios / arena / vvk: 15,90 euro (via öticket)
22.06.2016 / odysseus finn / das werk / ak: 12 euro
23.06.2016 / bent arrows / celeste / ak: 5 euro
23.06.2016 / port solace / kramladen / n/a
24.06.2016 / rock hard – fuck cancer / ak: 10 euro
24.-26.06.2016 / donauinselfest / donauinsel / FREIER EINTRITT
25.06.2016 / ogris debris, i-wolf / fluc / ak: 10 euro
26.06.2016 / odysseus finn / rhiz / ak: 8 euro

konzert #63: jake bugg @ fm4 überraschungskonzert in der ottakringer brauerei | 13.06.2016

kennt ihr fm4? ja? kennt ihr diese tolle aktion mit dem hübschen namen „überraschungskonzert“? falls nein, dann müsst ihr jetzt aber schnurstracks auf diesen link klicken und euch anmelden. mein lieblingsradiosender veranstaltet nämlich ab und zu konzerte, irgendwo in österreich, die dann einen tag vorher bekannt gegeben werden. bei freiem eintritt. first come, first serve. und manchmal sind da schon sehr feine acts dabei. just sayin.

diesmal wusste ich: jake bugg, irgendwann irgendwo in österreich. sonntag mittag wurde dann verlautbart, dass dieses konzert in der ottakringer brauerei in wien stattfinden würde. hui – wer die kapazität der brauerei kennt weiß, da muss man früh dort sein, sonst hat man keine chance der veranstaltung beizuwohnen. gegen 21 uhr war der einlass vorbei, die brauerei war proppenvoll und es hieß warten. warten in einer temperaturtechnisch ziemlich heißen location. und pünktlich um 22 uhr ging es dann los!

jake bugg ist nicht der größte entertainer, eher der gemütliche ich-sing-dir-jetzt-mal-ruhig-was-vor-typ. so startete auch sein set: sehr besonnen, ohne viel tam tam und auch ohne großer worte. gut zum hin und her wippen, zum schunkeln und zum schauen: das bühnenbild war mit dem hübschen banner im hintergrund und der schönen beleuchtung etwas fürs auge.

das publikum war auf jeden fall begeistert. von beginn an wurde heftig applaudiert und mitgesungen, soweit ich das beurteilen kann. etwas weiter hinten wurde dann eher ein bisschen mehr gequatscht. aber das lag wohl auch an den eher ruhigen nummern bis zur mitte seines auftritts. doch als dann der rockigere teil kam, wurden auch die letzten dazwischen-quatscher ruhig. und auch ich fand: wow, jake bugg kann ja richtig abgehen!

das konzert drehte sich ein bisschen, die stimmung wurde noch aufgeheizter als sie eh schon war und alle waren am tanzen! ausnahmslos. was jake bugg jedoch nicht wirklich kann: interaktion mit seinem publikum. also reden, kommunizieren, etwas erzählen. die kargen ansagen, dass der nächste song ein „country-song“ ist, sind zwar nett, aber eigentlich überflüssig. aber: er ist ja noch jung und vielleicht wird er irgendwann noch redefreudiger.

wie auch immer – der einstündige gig machte alle glücklich! die meisten brachte er außerdem ins schwitzen und vor allem ins staunen, weil jake bugg ja eigentlich doch schon viele wirklich gute nummern hat und man die eigentlich eh kennt, selbst als nicht-so-großer-jake-bugg-fan. nächste gelegenheit den künstler zu sehen: im november im gasometer. bis dahin darf man sich mit einem neuen album „on my one“ begnügen und texte auswendig lernen! ein großes danke nochmal an fm4, dass ich dabei sein durfte und ein paar fotos schießen durfte!






on air | chilibox radio feat. wienkonzert | playlist & podcast vom 16.06.2016

yay – bereits zehn ausgaben von chilibox-feat-wienkonzert.com dürfen wir feiern! diesmal war ganz spontan jack nasty von der band reverend backflash zu gast, hatte zwei akustik-nummern im gepäck und erzählte allerhand lustiges. ausserdem wurden die festivals im juli besprochen und die dort spielenden künstler vorgestellt. reinhören lohnt sich also!

nochmal die eckdaten: die chilibox crew und wienkonzert haben einmal im monat einen sendeplatz zur verfügung; nämlich jeden dritten donnerstag auf radio orange 94.0 von 22:00 bis 23:00 uhr. über funkwellen in wien, über livestream und handyapp auf der ganzen welt zu hören.

podcast zum nachhören? aber selbstvernatürlich! gleich hier unterhalb gibts die möglichkeit zum streamen!

und falls ihr das gequatsche dazwischen nicht hören wollt, gibts die youtube-playlist mit allen songs gleich nachfolgend! wienkonzert kann man übrigens auf youtube abonnieren, dann gibts die playlisten immer in den youtube-feed geliefert.

playlist der radiosendung vom 16.06.2016:

konzertinfos zur playlist:
06.07.2016 / two days a week special / festivalpark st. marx in wien (tickets)
13.07.2016 / bad religion, lagwagon / arena open air (tickets)
15.-16.07.2016 / out of the woods festival / wiesen im burgenland (tickets)
22.-23.07.2016 / hip hop open / wiesen im burgenland (tickets)
28.-31.07.2016 / popfest / karlsplatz wien (feier eintritt)

die nächste radiosendung findet am 21.07.2016 von 22:00 bis 23:00 uhr statt.

konzert #62: graham candy, gary clark jr., lian, nofx, k.i.z., deftones, red hot chili peppers @ nova rock festival | 12.06.2016

motivation und energie am letzten nova-rock-tag? hielten sich in grenzen. aber am abend die red hot chili peppers zu sehen, eine der jugend-bands von früher, mobilisierte dann doch noch die letzten kraftreserven. zum leidwesen meiner mitfahrer wollte ich – wie jeden tag – bereits gegen 13 uhr am gelände sein. denn gerade nachmittagsbands können einen richtig umhauen, zumindest bewiesen das die tage zuvor.

ich konnte alle überreden mit zu „graham candy“ zu kommen und erwartete schnulzen-singer-songwriter-ausrutsch-pop. und zack wurde ich eines besseren belehrt! graham candy kam barfuss auf die bühne, klimperte auf seiner gitarre und machte derart lustige grimassen mit seinem gesicht, dass man gar nicht anders konnte, als sich über diesen liebenswürdigen künstler zu erfreuen und zu schmunzeln. herrlich!

er nahm sich selbst nicht zu ernst, erklärte dass er extra aus mittelerde (=neuseeland) angereist sei und dass doch alle bitte ein bisschen mitmachen sollten. nichts lieber als das, mister candy! die stimmliche ähnlichkeit zu asaf avidan machte ihn gleich noch sympathischer. und die songs gingen sofort in die bewegungszentrale des gehirns und ließen verlautbaren, dass man schnurstracks ein bisschen tanzen sollte. danke graham candy, was für ein erheitender auftritt!


wer hätte das gedacht: das sonntags-programm auf der red stage hatte für mich persönlich nichts interessantes zu bieten, deswegen wartete ich auf den nächsten act auf der blue stage: gary clark jr. – bis zu diesem zeitpunkt hatte ich noch nie was von ihm gehört, ausser die vielsagende info von allen seiten, dass er sehr „soulig“ sei. deswegen war es mir nicht ganz schlüssig, wer ihn auf diese bühne gestellt hatte. auf einem rockfestival. am nachmittag.

nun gut: also standen wir da vor der bühne, in den halbvertrockneten gatsch-lacken, der wind wehte uns um die nase und der soul schlich sich in unsere gehörgänge. und der nächste song folgte, und wir waren immer noch im soul-mood. und weiter und weiter. abwechslung? wenig. die kleinen gitarren-solo-einlagen konnte man an einer hand abzählen und die grimmigen blicke ließen irgendwie erahnen, dass die herrschaften auf der bühne ihren spass-modus wohl nicht aktiviert hatten. die rettende idee: hat eigentlich irgendwer schon was gegessen an diesem sonntag nachmittag? nein? na dann los!

nach dem verzehr von wunderbar wohlschmeckenden rosmarin-kartoffel-wedges, packte ich all meine festival-kompanen an der hand und schleifte sie zur red bull brandwagen stage. denn als nächstes folgten „lian“. da ihr gig anfang juni im chelsea eigentlich ziemlich cool war, war ich gespannt ob sie eine steigerung am festival schaffen könnten. denn bisher hatte ich eher das gefühl, dass sie sich nur auf kleinen club-bühnen wohl fühlen. nun denn!

die auflösung meiner fragte folgte prompt: nervosität war ihnen etwas ins gesicht geschrieben, sie schienen nicht sehr locker zu sein und die stimme von frontmann philipp zitterte anfangs ziemlich heftig. oje. meine mitgebrachten festival-freunde gingen alle relativ rasch wieder zu anderen bühnen, weil sie entweder mit der musik oder mit den texten nichts anfangen konnten. noch-mehr-oje. ich bemühte mich standhaft zu bleiben und mir die sache objektiv anzusehen und muss der band zugute halten, dass zwei nummern aus ihrem repertoire doch ziemlich gut sind – und zwar „fyi“ und „pauken und trompeten“. aber gute songs allein machen noch keinen sehenswerten auftritt. ein konzert muss einen mehrwert bieten, irgendwas, was die musik nicht nur ins gehör schleusst sondern auch – romantisch gesagt – ins herz. oder in die tanzbeine.

vielleicht wäre es ganz gut gewesen mit dem publikum zu kommunizieren? ach, ich weiß ja auch nicht. ich steh ja nicht auf der bühne und weiß ja nicht wie das da oben so ist. der chelsea-gig war auf jeden fall im gegensatz zu diesem nova-rock-auftritt 100 zu 1. schaut euch die band bitte in einem club an, dann bekommt ihr sie so, wie ihr sie haben wollt: gut, echt und umwerfend.

wir schlenderten weiter, wieder zur blue stage. auf der bühne: die guten alten männer von nofx. nofx sind immer noch ein sehr gefragter festival-act und nach einigen nummern wusste man auch wieder warum: hits hits hits am laufenden band. und lustig sind sie obendrein. und nein, eine mega-show konnte man nicht erwarten, aber man bekam punkrock. punkrock in seiner pursten form. und ein bisschen reggae. mit derben witzen. mit witzigen gesten. und mit trompeten.

die menschenmenge sprang herum und feierte die punk-formation. mein absolutes highlight bei jedem nofx-konzert: das unbeschwerte „champs elysses“. hatte es vor dem auftritt noch etwas geregnet, so war bei nofx wieder alles wie weggeblasen. der platz vor der bühne mutierte zum gute-laune-tempel und nofx waren die angebeteten spass-götter. vielleicht nicht weltbewegend, aber unterhaltsam!

als nächstes streifte ich ganz kurz „k.i.z.“. bereits vergangenes jahr sah ich mir ihre show am frequency an und während der ersten nummern wurde mir klar, dass sich ihre auftritt im vergleich zum vorjahr nicht geändert hatte. um einem deja-vü vorzubeugen, machte ich mich während dem fake-geld-regen aus dem staub.


ich hatte etwas zeit übrig und spazierte über das festivalgelände um ein paar sonnenuntergangsfotos zu machen. hach, das war schon fein, das gelände nochmal so auf sich wirken zu lassen. und danach wurde mit schrecken gestgestellt, dass bald die „deftones“ auf der bühne stehen würden!



hui, ich kam gerade noch rechtzeitig zu konzertbeginn der deftones bei der blue stage an. und: sie hatten es einfach. die stimmung war unglaublich gut, das wetter war gut, und alle menschen wirkten zwar etwas erschöpft aber gechillt und glücklich zugleich, weil die festivalstrapazen dem ende zugingen.

die deftones lieferten den perfekten soundtrack aus druckvollem rock und stimmungsvollen melodien. man konnte sich nochmal so richtig fallen lassen und der sonne beim untergehen zuschauen. gleichzeitig aber auch das tanzbein schwingen und sich von der musik treiben lassen. bei den deftones war alles möglich. auch die band selbst wirkte motiviert wie nie zuvor. sie hatten soviel power mitgebracht und ließen mich das eine und andere mal schon etwas erstaunen.

leider wurde wir aus diesem musikalischen traum wieder rausgerissen als wir realisierten, dass wir ja noch unsere cashless-karten abgeben mussten. gesagt getan. natürlich war es der allerschlechteste zeitpunkt diese kartenrückgabe während dem set des co-headliners durchzuführen. diese idee hatten zahlreiche andere menschen nämlich auch und deswegen kam es schon zu sehr sehr sehr langen wartezeiten. aber dennoch: am ende funktionierte alles, ich hatte mein geld wieder und war bereit für die red hot chili peppers und die anschließende fahrt zurück nach wien, zurück in mein bett!

und dann kam der hauptgrund dieses festival zu besuchen: die red hot chili peppers. gestartet wurde das set mit einem „jam“, der eine gefühlte ewigkeit dauerte ehe dann die erste richtige chili peppers nummer durch die boxen dröhnte: „can’t stop“. wenn man überhaupt dröhnen sagen kann. die lautstärke war ziemlich weit runtergedreht, wenn ich nicht aufpasste hörte ich überhaupt keinen gesang.

aber es waren ja die chili peppers da oben auf der bühne und denen verzeihte man anfangs alles, weil sie doch soviele hits haben. aber diese hits, die folgten irgendwie nicht. irgendwie bestand das set aus lückenfüllern und noch mehr jams und die wenigen guten songs, die sie spielten, vermurksten sie: mit falschen gesängen, mit aus-dem-takt-kommen, mit zu-boden-schauen.

und immer wenn es mir zu bunt wurde, musste ich schummeln und mir ältere setlisten anschauen. nur um zu wissen wann „das lied“ kommt und ich die heimreise antreten könnte. ich beschloss also nach meinen neuesten informationen noch bis „californication“ zu warten und dann das weite zu suchen. bis es aber soweit war, folgten noch viele mittelprächtige nummern, die wie laumwarme suppe schmeckten und einfach überhaupt keinen pfeffer hatten und einfach absolut nicht fetzten. ach liebe red hot chili peppers, die freude war so groß, die enttäsuchung noch größer. wir verließen während „californication“ das gelände, standen eine stunde im stau, schauten feuerwerk vom auto aus und waren fix und fertig zu einer viel zu späten uhrzeit wieder in wien.

doch auch wenn dieser abschluss nun nicht so wie gewünscht war, war das nova rock eines der besten festivals in dieser größenordnung. das gelände war kompakt und trotzdem weitläufig, das line up gut gemischt und gut anzuhören, das cashless-system gewöhnungsbedürftig aber verständlich. ein großes lob an die veranstalter, nächstes jahr kommen wir wieder!

konzert #61: m.p., slaves, zebrahead, tom odell, august burns red, alice cooper, cypress hill, volbeat, austrofred @ nova rock festival | 11.06.2016

samstag mittag, die müdigkeit saß bereits tief und fest in den knochen und ich hatte das gefühl bereits eine woche festival hinter mir zu haben, obwohl es doch erst ein jämmerlicher tag war. keine ausreden, pünktlich um 12 uhr war abfahrt, denn ich wollte eine band am frühen nachmittag sehen und diese zu verpassen kam nicht in frage.

als brave fm4-höhrerin kam mir bereits nicht nur einmal ein song von „m.p.“ zu ohren und auch ein freund von mir setzte mich schon früh in kenntnis, mir den herren mal zu gemüte zu führen. wie gut, dass ich zeit hatte um die brandwagen-stage zu besuchen und somit „m.p.“ endlich mal live zu sehen. menschen waren gegen 13:30 uhr kaum anwesend, aber das könne ja noch werden, dachte ich. je nachdem was eben auf der bühne so abgeht.

aber die ernüchterung trat schnell ein: recht viele live-auftritte schien der junge herr wohl noch nicht hinter sich zu haben. er wirkte sehr unsicher, stellte sich immer wieder mit dem rücken zum publikum und versteckte sich zusätzlich hinter seiner sonnenbrille. da halfen auch die englischsprachigen ansagen nichts, denn dadurch wirkte er weder cool noch selbstsicher, sondern einfach nur ein bisschen wie eine schüchterne left boy-kopie. auch wenn seine musik, die auch in der left-boy-gegend beheimatet ist, ganz cool klingt und „perfect song“ sein kleiner hit ist, bringt das ja alles nichts, wenn man es live nicht rüber bringen kann.

lieber m.p.; mehr präsenz, mehr bewegung, ein bisschen authentizität und vielleicht deutsche ansagen in einem deutschsprachigen land? kein mensch braucht einen zweiten left boy. mehr eigenständigkeit, mehr power und immer den oberkörper dem publikum zugewandt, bitte. dann kaufen wir dir deine musik auch ab.

es war wie tag und nacht, nach m.p. zu den „slaves“ auf die blue stage zu wechseln. nur zu zweit vor einem riesigen pinken hundewelpen-banner produzierten sie punkige tunes a la white stripes. schlagzeug und gitarre, mehr braucht es nicht um fetten sound rauszuschleudern. das zeigten die 2 verrückten aus london auf sehr eindrucksvolle weise.

reduziert und trotzdem kraftvoll, rap-gesang und trotzdem mit melodie und soviel energie! kein wunder, dass die anwesende meute bereits nach kurzer zeit tanzte und alle völlig begeistert waren. abseits davon war es auch wirklich witzig, was sie zu erzählen hatten und der schlagzeuger, der auch zugleich sänger war, ließ es sich nicht nehmen immer wieder mal aufzustehen und sich in seiner kurzen short zu zeigen um blödheiten zu machen. zum beispiel ein eis aus dem publikum zu fordern, woran beide einmal schleckten um es danach wieder zurückzuwerfen.

völlig durchgedreht, aber gleichzeitig wollte man sie mitsamt ihrem wunderhübschen banner einpacken und als haustiere halten. slaves, kommt bald wieder, ich konnte kaum genug von dieser show haben. grandios!


der nächste programmpunkt? zebrahead, ganz klar. spass und so! als ich bei der red stage ankam, waren alle bereits ausser rand und band, gingen zu boden und sprangen wieder auf und genoßen die unglaublich gute zeit mit der spass-fraktion. ich kam mit dem snapchatten gar nicht hinterher, ich musste das alles mit meinen followern teilen. doofes internet-zeitalter. in wirklichkeit verpasste ich nämlich die besten momente zu fotografieren und einfach mitzufeiern.

was ich nicht verpasste: ich sah menschen in kostümen auf der bühne. und eine bar. zebrahead haben scheinbar alles richtig gemacht. die securitys hatten ausserdem alle hände voll zu tun, weil crowdsurfen während zebrahead-konzerten unumgänglich ist. hat sehr gefallen!


wenn man so konzert-addicted ist, vergisst man immer recht schnell auf die nahrungszufuhr. zwar wusste ich, dass ich etwas später noch was zu essen bekam, aber irgendwie musste ich davor schon meinem hunger nachgeben. und das war zwischen zebrahead und tom odell nicht die schlechteste entscheidung. gestärkt konnte ich dann dem ruhigen treiben auf der red stage folgen.

tom odell passte eigentlich gar nicht aufs nova rock. trotzdem verirrten sich einige menschen zu ihm, dem herren am piano und seiner smoothen band. und es war ja auch nicht schlecht, was er von sich gab, im gegenteil. für die verschnaufpause zwischendurch war es wirklich eine sehr schöne hintergrundmusik. leider passierte auf der bühne selbst nicht soviel. vermutlich wäre ein slot mit mehr dunkelheit und lichteffekten ein wahrer traum gewesen. aber festivals sind bekanntlich kein wunschkonzert, da muss man den platz nehmen, den man bekommt. trotzdem: netter gig, tom odell könnte meine nächste liebeskummer-hintergrund-musik werden!

august burns red standen als nächstes auf meinem programm. warum? weiß ich auch nicht mehr so genau. musikalisch war mir das wieder ein bisschen zuviel screamo, zuviel hardcore, zuviel böse, aber rein optisch auf der bühne fand ich sie cool. ausserdem war ich beeindruckt vom sänger, der sein mikrophon wie ein verrückter durch die luft wirbelte. das imponierte mir, vor allem auch deshalb, weil er das mikro immer wieder fangen konnte und keine menschen verletzte. aber nach wenigen songs endete die begutachtung wieder – soviel aggression hatte ich nicht in mir um diese musik „genießen“ zu können.


ja, ihr fragt euch zurecht, warum da nun eine sooooo eine lange lücke folgt und warum ich bitte die dropkick murphys verpasst hab. ich wurde zu einer grillerei am festivalgelände eingeladen, da konnte ich kaum nein sagen. ihr könnt euch nicht vorstellen wie gut das war, richtig leiwandes essen auf einem festival zu konsumieren. auf richtigen sitzgelegenheiten mit gedecktem tisch. ja, ich werd wirklich alt – beim nächsten festival sollte ich eine dosen-ravioli-kur in kombination mit einer täglichen bier-dusche machen um endlich wieder zu verstehen um was es bei einem festival geht.

wie auch immer – satt gegessen (schon wieder) ging es dann zu alice cooper und ich wusste nicht was mich erwartet. und zack – alice cooper zeigte binnen minuten, dass er eigentlich der wahre headliner des gesamten festivals war. eine show kam da zu tage (bzw zu nacht), die kaum zu toppen war. mit ständigem kostümwechsel, mit großen posen und gesten, mit einer richtig großen inszenierung, mit bühnenbild und viel tam tam – sowas hatte ich in meinem ganzen leben noch nicht gesehen.

auch wenn die musik teilweise verstaubt klang, war diese geisterbahnfahrt auf der bühne ein wahres schauspiel und so amüsant anzusehen. ein riesen-frankenstein-monster tanzte da zum beispiel herum. und als der song „poison“ erklang fühlte man sich ein bisschen wie in einer oldie-disco, aber plötzlich war das das beste auf der welt. ich kam aus dem staunen nicht mehr raus!


puh, was war ich geflasht von herrn cooper. aber ich musste weiterziehen, ich musste auch cypress hill sehen! die hip hop formation aus los angeles hat auch bereits einige jahre am buckel und war schon allein wegen dem kultstatus ein absolutes muss. langsam aber sicher begann es aber zu regnen und das beiwohnen bei diesem energiegeladenen auftritt wurde zunehmend schwieriger – ich bin ja aus zucker müsst ihr wissen. und so verkroch ich mich nach einigen nummern wieder an einen regenfreien ort. es gibt kaum jemanden, der mehr weichei und mädchen ist als ich, i know, i know.

volbeat als headliner am nova rock? ja, das geht durchaus, wenn einem nichts besseres einfällt. hätte man vorab live-shows studiert, wäre der slot-tausch von alice cooper und volbeat vielleicht sinnvoller und richtiger gewesen. denn volbeat hatten alles, nur keine sehenswerte show. ein bisschen lächeln, ein glattgebügelter sound, songs die sich manchmal wirklich sehr gleich anhörten und den charme von robotern.

bereits 2008 sah ich volbeat zum ersten mal im linzer posthof und seitdem hat sich an ihrer musik kaum was geändert. dass eine band ohne jegliche weiterentwicklung dennoch keinen zuspruch verliert, ist mir manchmal schon ein rätsel. wie auch immer – mittlerweile regnete es richtig heftig und das war mir auch recht, denn volbeat wollte und konnte ich mir eh nicht komplett geben. ich wäre wohl im stehen eingeschlafen.

es war mitternacht geworden und wir waren uns nicht sicher ob wir abhauen sollten oder ob wir doch noch auf austrofred warten sollten. es schüttete mittlerweile so dermaßen, dass wir erstmal beschlossen, dann zu gehen, wenn der regen nachlässt. aber nachgelassen hat der in keinster weise und dann war es plötzlich eh schon 00:50 uhr und es war an der zeit, den austrofred zu besuchen. also regenfest einpacken und los.

ich fragte am weg zur bühne einen security, ob das konzert denn stattfindet, denn ich konnte keine leute vor der stage erkennen. aber da waren wirklich eine handvoll menschen, die im regen ausharrten um den headliner der herzen zu sehen. ein paar songs lang blieben wir, sahen dem tapferen austrofred zu, wie er trotz all den üblen umständen alles gab. bewundernswert! und er verlor trotzdem nicht seine witzigkeit, scherzte laufend herum, warf sich in pose, zeigte seinen po. austrofred war da, und die meisten nova rock besucher verpassten ihn. schade. hoffentlich sind beim nächsten mal mehr menschen da um diesem grandiosen künstler ihr gehör zu schenken und um eine wertvolle lektion in sachen humor zu lernen.