konzert #74: genetikk, kreiml & samurai, 5 sterne deluxe, oddisee & good company, blumentopf, beginner @ hip hop open in wiesen | 22.07.2016

das hip hop open festival und ich: eigentlich war es eine liebesgeschichte. etwas, was sich zusammenfügt hat, weil es einfach so sein sollte. was ich damit meine? knapp eine woche vor dem festival wusste ich nicht, ob ich wirklich dort sein würde. ich hatte kein ticket und wollte mir auch keines kaufen, weil mir die preise zu teuer waren und ich eigentlich eh „nur“ 5 sterne deluxe und die beginner sehen wollte. für zweitere besaß ich bereits ein konzertticket für den herbst, was meine entscheidung nicht einfacher machte. wie durch ein kleines wunder gewann ich dann wenige tage davor wirklich 2 tickets bei themessage und somit war die sache geritzt. hip hop open und ich würden uns wiedersehen – schön! und danke an themessage.

also ging es direkt nach der arbeit zu meiner auto-ausborge-station, aka meiner lieben schwester (danke!!), und dann auf schnellstem weg nach wiesen. der schnellste weg über die autobahn wurde durch einen stau zwar etwas gebremst, aber ich war trotzdem zur gewünschten zeit am gewünschten ort. als erstes wollte ich oddisee & good company sehen, weil ich vom auftritt am waves festival vergangenes jahr nur gutes gehört hatte. fail! die herrschaften steckten im stau (den, den ich noch besiegt hatte!) und mussten einen späteren slot auf der second stage einnehmen. also war die erste rap-gruppe jene, die auf den namen „genetikk“ hörte.

die leute chillten auf der wiese, einige waren bereits motiviert fürs kopfnicken und mitbouncen und hatten sich im schatten vor der bühne versammelt. es lag ein gras-geruch in der luft, ehe die deutsche hip-hop-gruppe das bühnenparkett enterte. mit einem fetten auto on stage, als hingucker sozusagen, wurden sie schnell zum fokus der crowd. genetikk also. aus deutschland. rap und totenkopf-masken. beneidenswert fand ich ihren style nicht, die temperaturen waren sehr sommerlich und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie sehr sie unter diesen masken geschwitzt haben. aber egal. bei genetikk hatte ich oft das gefühl, dass sie gerne jemand sein würden, der sie aber nicht waren: coole gangster und sowas. und alles was ich rausgehört hatte, waren songs, die genauso gut von cro sein hätten können. pop-samples für die wiedererkennbarkeit. hits verwenden um hits zu haben, oder so ähnlich. immerhin: sie griffen sich in den schritt und sie animierten zu bounce-bewegungen. showtechnisch war da schon gut was los. nur im musikalischen sinne fehlte mir die authentizität.


ich wechselte zur second stage. kreiml & samurai sollten mein nächster programmpunkt werden. die österreichische formation finde ich eigentlich schon seit immer ziemlich gut. dialekt-rap mit flow, guten beats und einer message ist einfach niemals verkehrt. ihr set fand zuspruch, jede menge menschen versammelten sich in der kleinen halle. gerappt wurde mit voller power, manchmal empfand ich den sprechgesang schon fast als schreigesang. abwechslung wurde durch eine menge an gast-mc’s sichergestellt, monobrother war zum beispiel einer jener gäste. mit interaktion im sinne von „hey, geht mal alle zu boden um auf mein kommando in die luft zu springen“ wurde der auftritt abgerundet. als letzter höhepunkt folgte dann noch ein moshpit, den sie liebevoll „schweinehundfusion“ nannten. solide, solide!

und zack, war es auch schon zeit für 5 sterne deluxe! meine erwartungen? eher hoch. vor vielen jahren zählten sie immerhin zu den top-hip-hoppern im deutschsprachigen raum. die leute waren erfreut, als sie auf die bühne stürmten, und beats und texte zum besten gaben, die unter die haut gingen. und alle rund um mich bewegten sich vor ekstase. aber: dann legte sich das ganze auch schon ziemlich rasch wieder, nach der ersten euphorie. irgendwie erwartete ich mir mehr hits, irgendwie erklangen eher unscheinbare nummern. der vibe ging etwas verloren, konnte nicht gänzlich auf die menschenmenge überspringen, bis natürlich „die leudde“ zu hören war. ab da war die devise: abriss. ohne wenn und aber. ohne ausnahme. alle mussten gänzlich der euphorie verfallen und taten es auch.

„heftig, heftig, heftig!“ wurde geschrien und es wurde gehüpft, getanzt, geklatscht. als absoluter schluss-höhepunkt folgte dann noch „türlich, türlich“ und jeder wusste: 5 sterne deluxe waren gerade da und haben uns ein mächtiges konzert beschert. auch wenn zwischendrin eine kleine verschnaufpause zu spüren war.

sich nach soviel deutsch-rap-nostalgie wieder einer anderen sorte rap zu widmen fiel mehr sehr schwer. ich wollte zwar bewusst ein paar nummern von „oddisee & good company“ begutachten, aber ich schaffte es nicht, mich darauf einzulassen. ich wollte blumentopf und beginner. auf der stelle. also machte ich mich wieder aus dem staub und wartete auf den deutschen-hip-hop-nostalgie-zug. ich scheiss kunstbanause.

ich war nie großer blumentopf hörer. deswegen hatte ich auch keine erwartungen an den auftritt. klar kannte ich einige songs, und klar war ich auch schon bei einigen blumentopf shows. aber jeder hat vermutlich solche bands und formationen, die man schon zig mal gesehen hat und an die man sich irgendwie trotzdem nicht erinnern kann (vermutlich wurde auch immer einfach zuviel alkohol getrunken). wie auch immer – ich fing quasi bei null an, mit der info im hinterkopf, dass sie nach den diesjährigen shows für immer getrennte wegen gehen würden.

blumentopf kamen auf die bühne und ich war geflasht. mega überrascht. wow! der gute alte hip-hop-nostalgie-zug tuckerte weiter und riss alle mit. ich assoziierte diese musikrichtung immer mit leichtigkeit und endlosem feiern, und genau das vermittelten mir die männer von blumentopf. zwischenzeitlich dachte ich: warum muss gerade so eine gruppe aufhören? eine gruppe, die noch für soviele nachfolgende menschen wichtig wäre, um vorbild zu sein in ihrem auftreten und art des musik machens.

besonders beeindruckt war ich von der freestyle-einlage, die nicht nur einmal bestandteil der show war. als sie dann auch einmal über die österreichische bundespräsidenten-wahl rappten, merkten sie an der raunenden menschenmasse, dass sie da einen wunden punkt getroffen hatten – hui. ausserdem sehr beeindruckend: ihre animationsgabe. blumentopf benutzten einen alten schmäh und beauftragen das publikum, sich auf den boden zu setzen und danach aufzuspringen. die stimmung war enorm! und dann waren da auch noch songhighlights, angefangen beim chemical brothers-sample „galvanize“ über das sie ihre texte legten bis hin zum „der topf ist im haaaaaus“. wahnsinn. ich war mehr als entzückt von blumentopf.


ich hoffte, dass die beginner an der show von blumentopf anknüpfen könnten. denn die stimmung war so gut, dass ich leichte zweifel bekam. die hit-dichte bei den headlinern des abends sollte zwar noch größer sein, aber würden sie ebenfalls soviele specials einbauen können? würden sie ebenfalls so mitreissen können? ich war mehr als neugierig!

die zweifel waren wie weggeblasen, als „ahnma“ durch die boxen dröhnte. eine düstere hymne, die aber live so unglaublich gut wirkte, dass man sofort in den bann gezogen wurde. mit „hammerhart“ und „gustav gans“ wurde versucht die stimmung weiter zum kochen zu bringen, was auch gelang. vor allem als bei zweiterem plüsch-figuren on stage auftauchten. erst zu diesem zeitpunkt fiel mir auf, was sich da eigentlich auf der bühne befand: eine led-pyramide, mit dj mad ganz oben thronend. und zwei tänzerinnen/sängerinnen.

die stimmung flaute ab. die beginner konnten nicht mit allen nummern punkten. und: sie versuchten kaum wirklich auf das publikum einzugehen und eine interaktion einzuleiten. es begann zu regnen und die besucher, die davor noch auf der wiese chillten, drängten sich unter das schützende dach. es wurde kuschelig. und die beginner nutzten die menschendichte immer noch nicht aus, um irgendwas besonderes zu veranstalten. hits wie „wer bistn du ey“, „füchse“ und „fäule“ schallten aus den boxen, aber die stimmung blieb weiterhin etwas gedrückt.

auch das zwischenzeitliche ende war irgendwie kein ansporn für das publikum, mehr einzufordern. zugaben gab es trotzdem. auch wenn die euphorie (noch) nicht da war. die bühne wurde in rosa licht getaucht und „liebeslied“ erklangen. dann ging es wieder bergauf, die leute sangen mit und wurden wieder eins mit den rappern auf der bühne. werdet verliebt und so. ja, wir lieben euch eh, liebe beginner. aber ihr könnt das besser. viel besser. zeigt das bitte im herbst bei euren shows, bitte. dann lieben wir euch nicht nur, sondern verehren euch (wieder).

alles in allem: ein solider, smoother erster abend in schönem ambiente. organisatorisch funktionierte einiges besser als am wochenende zuvor. mehr leute waren auch da = ergo bessere stimmung. der regen am schluss kühlte ab und mein highlight war überraschenderweise blumentopf. gegen halb 2 fuhr ich dann mit einer netten gruppe an menschen wieder nach wien und war glücklich in meinem bett schlafen zu können. der wienkonzert-senf zu tag 2 folgt bald, stay tuned!

spotlight | popfest

alle jahre wieder verliebe ich mich persönlich neu in das popfest. österreichische musik in so angenehmen ambiente nähergebracht zu bekommen, keinen eintritt zu bezahlen und das bier von zuhause mitnehmen zu können – wo gibt es das schon? immer wieder gibt es überraschend gute gig’s, die selbst den engstirnigsten mainstream-radiohörer erweichen und sagen lassen: die gruppe ist gut, da kauf ich mir jetzt eine cd.

besonders zu empfehlen ist dieses fest für menschen, die einen ungefähren überblick über die florierende musikszene in österreich haben wollen. natürlich kann man nicht überall gleichzeitig sein, deswegen gibts von wienkonzert unterhalb einige empfehlungen in hörbarer form inkl. auftrittsort und auftrittszeit – lasst euch das popfest mitsamt der tollen musik rund um den karlsplatz nicht entgehen. es ist wirklich zauberhaft!

zusammengefasst, die bandempfehlungen in schriftlicher form: voodoo jürgens ist ein muss, bald wird er alles ausverkaufen. sad francisco hat 5/8erl in ehrn mitglieder, das darf man nicht verpassen. leyya werden nicht einfach nur so gehyped, die sind wirklich so extrem gut! ebenso sollte man ant antic sein gehör schenken, denn der auftritt wird schön. fuzzman, robb, schmieds puls und powernerd sind ebenfalls heiße tipps für musikliebhaber.

28.07. – 31.07.2016 / popfest am karlsplatz / FREIER EINTRITT

empfehlungen für donnerstag 28.07.2016
18:30 uhr seebühne: voodoo jürgens
19:30 uhr red bull brandwagen: mavi phoenix
22:00 uhr wien museum: grant
23:00 uhr tu prechtlsaal: sad francisco



empfehlungen für freitag 29.07.2016
17:00 uhr seebühne: chili and the whalekillers
20:00 uhr seebühne: dawa
21:00 uhr red bull brandwagen: the crispies
21:30 uhr seebühne: leyya
23:00 uhr roxy: kreiml & samurai
00:00 uhr brut: spechtl, erradi & imler
01:00 uhr brut: ant antic




empfehlungen für samstag 30.07.2016
18:30 uhr seebühne: fuzzman
20:00 uhr seebühne: robb
21:00 uhr brut: film: und es fängt von neuem an
22:00 uhr brut: totgeglaubt
00:00 uhr brut: schmieds puls
00:00 uhr tu prechtlsaal: chick quest
02:00 uhr tu prechtlsaal: powernerd



am sonntag gibts natürlich auch noch programm und zwar im wien museum und der karlskirche.
die infos dazu bekommt ihr hier.

weekpreview kw 30

wir sind mitten im sommer angelangt: indoor-locations mutieren zu saunen, outdoor locations überraschen immer wieder mit einer regendusche. das sollte uns aber alle nicht davon abhalten konzerte zu besuchen. es gibt immerhin kein schlechtes wetter, sondern nur schlechte bekleidung. was euch diese woche gigtechnisch erwartet, indoor sowie outdoor, erfährt ihr in den nächsten zeilen!

los geht’s am dienstag: im wuk kann man den grandiosen „rufus wainwright“ begutachten. hörprobe hier. und: zieht euch nicht zuviel an, es wird sehr warm werden! für die, die es wild mögen: „first blood“ bespielen den viper room und „the adolescents“ die arena. auch hier darf man hohe temperaturen und viel schweiß erwarten, aber auch genauso viel leidenschaft!

am mittwoch heißt es wie immer: ab ins b72, ab zur acoustic-summer-konzert-reihe! diesmal mit „ernesty international“ und „stephen mathewson„. gönnt euch zusätzlich zu diesem musikalischen ereignis auch einen erfrischenden sommerspritzer aus dem b72-hause. kann ich „wärmstens“ empfehlen!

man glaubt es kaum aber am donnerstag ist mit abstand der auswahlreichste tag der woche. zur entscheidung stehen folgende auftritte: „robert plant“ in der arena, „blinded by stardust„, „sons of zit“ und „speaking silence“ im werk, „dead end friends„, „raccoon rally“ und „black fjords“ im rhiz und last but not least: das „popfest“ am karslplatz. btw: zum popfest kommt noch ein spotlight-bericht mit empfehlungen, stay tuned!

am wochenende ist eigentlich ganz wien im „popfest“ fieber. freitag, samstag und sonntag glänzen mit tollen acts und schönen rahmenprogrammen rund um den karlsplatz. wer den menschenmassen entgehen will: im rhiz gibts am freitag „talibam!“ auf die ohren und in der szene kann man sich am sonntag „mudhoney“ zu gemüte führen. viel vergnügen!

hard facts:
26.07.2016 / rufus wainwright / wuk / vvk: 43,20 euro (via öticket)
26.07.2016 / first blood / viper room / vvk: 17 euro (via öticket)
26.07.2016 / the adolescents / arena / vvk: 17 euro (via öticket)
27.07.2016 / acoustic summer: ernesty international, stephen mathewson / b72 / FREIER EINTRITT
28.07.2016 / robert plant / arena / vvk: 64,90 euro (via öticket)
28.07.2016 / blinded by stardust, sons of zit, speaking silence / das werk / ak: 5 euro
28.07.2016 / dead end friends, raccoon rally, black fjords / rhiz (eintrittspreis leider nicht bekannt)
28.07.2016 / popfest / karlsplatz / FREIER EINTRITT
29.07.2016 / popfest / karlsplatz / FREIER EINTRITT
29.07.2016 / talibam! / rhiz / ak: 8 euro
30.07.2016 / popfest / karlsplatz / FREIER EINTRITT
31.07.2016 / popfest / karlsplatz / FREIER EINTRITT
31.07.2016 / mudhoney / szene / vvk: 25,70 euro (via öticket)

konzert #73: charlie cunningham, william fitzsimmons @ wuk | 19.07.2016

summer in the city. das heißt an konzertabenden in geschlossenen räumen besonders eines: hitze. hitze all over. aber ich war vorbereitet und bekleidete mich nur leicht. soweit so gut. als ich im wunderschönen backstein-innenhof des wuks ankam merkte ich schon eines: die leute waren aufgrund der temperaturen lieber draussen statt drinnen. ich wagte trotzdem einen blick rein in den konzertsaal. eigentlich hätte support-act charlie cunningham schon spielen sollen, aber er ließ noch auf sich warten.

als er dann mit einer halben stunde verspätung auf der bühne platz nahm, ließ er auch gleich verlautbaren, dass ihm ziemlich warm ist. ja charlie, du bist nicht allein! er startet sein set, wurde mit schweinwerfern schön beleuchtet und beeindruckte mit seinem britischen akzent, der in seinen songs immer wieder hervorstach. ich blieb 3 songs lang, dann musste ich raus: das verlangen nach erfrischender flüssigkeit war leider sehr groß. soda-hollunder mit eis und ein platz auf der ledercouch und charlie musste ohne meine anwesenheit auskommen. sorry for that.

weil der charlie so spät anfing, konnte auch der william nicht pünktlich auf der bühne stehen. aber das war schon okay so. denn als er dann endlich das bühnenparkett betrat, eine dame mit geige im schlepptau hatte und sein verschmilztes grinsen aufsetzte wusste ich: es wird alles gut. wenn man seine songs nur von tonträgern kennt, vermutet man wahrscheinlich nichts unterhaltendes zwischendurch sondern eher ernste anekdoten. das schöne aber an william fitzsimmons: er überrascht. er überrascht immer wieder aufs neue. und er ist ein so sympathischer zeitgenosse. hui.

er erzählte von einem song über särge, und dass er mal einen tragen durfte. und betitelte das als einen fröhlichen song, um im selben atemzug natürlich zu erwähnen dass das ein scherz sei. er coverte die backstreet boys und meinte ganz trocken, dass das lied von ihm ist. einige solche witze und geschichten hatte er parat und brachte das publikum zum lachen. aber hauptsächlich ging es ja um die musik. und die musik war sehr ruhig. und wie schon erwähnt hatte er eine geigerin am start. diese verlieh den songs noch das tüpfelchen auf dem i, brachte mehr tiefe und stimmung rein und es wirkte nicht so extrem wie eine one-man-show, sondern viel eher wie ein schöner gig von zwei talentierten musikern.

aber man darf nicht vergessen: es war unendlich heiss im wuk. hitze und ruhige musik sind nicht die beste kombination. man konnte förmlich jeden schweißtropfen spüren, konnte sich aber auch nicht zur ablenkung bewegen, weil bei ruhiger musik ein wilder tanz etwas fehl am platz ist. und so harrten wir aus und es war immer schwieriger noch aufmerksam den wunderschönen tönen zu folgen. meine begleitung musste dann schließlich raus, wegen dem kreislauf. ich ging mit. ein glas wasser konnte nicht schaden. das problem an der sache: ist man einmal in einer etwas kühleren umgebung mit einem kühlen getränk wagt man sich so schnell nicht mehr in einen raum voller schweißgebadeter menschen. wir blieben also draussen und versuchten vom foyer einige töne aufzuschnappen. der kreislauf dankte es.

schön war es trotzdem, auch wenn wir nicht in der lage waren, 100% william fitzsimmons zu sehen. nächstes mal soll er bitte im winter kommen – geht das? im wuk lässt es sich nämlich gut kuscheln. und wir sind aufnahmefähiger, versprochen!




on air | chilibox radio feat. wienkonzert | playlist & podcast vom 21.07.2016

die elfte ausgabe beschäftigte sich mit dem grandiosen studiogast onk lou, seinen tollen akustiknummern und den konzerten und festivals im august. opfert eine stunde eurer zeit und genießt diese radiosendung!

nochmal die eckdaten: die chilibox crew und wienkonzert haben einmal im monat einen sendeplatz zur verfügung; nämlich jeden dritten donnerstag auf radio orange 94.0 von 22:00 bis 23:00 uhr. über funkwellen in wien, über livestream und handyapp auf der ganzen welt zu hören.

podcast zum nachhören gibts übrigens gleich hier unterhalb:

und falls ihr das gequatsche dazwischen nicht hören wollt, gibts die youtube-playlist mit allen songs gleich nachfolgend! wienkonzert kann man übrigens auf youtube abonnieren, dann gibts die playlisten immer in den youtube-feed geliefert.

playlist der radiosendung vom 21.07.2016:

konzertinfos zur playlist:
11.08.2016 / agnostic front / arena (tickets)
12.08.-13.08.2016 / summerville festival / wiesen (tickets)
13.08.2016 / onk lou @ kunst am kanal / das werk
18.08.-20.08.2016 / frequency festival / vaz gelände st. pölten (tickets)
22.08.-24.08.2016 / and there come the wolves / wiesen (tickets)
26.08.2016 / the boys you know / b72 (freier eintritt)
27.08.2016 / gürtelnightwalk: gin ga, gospel dating service / b72 (freier eintritt)
27.08.2016 / gürtelnightwalk: onk lou / weberknecht (freier eintritt)

die nächste radiosendung findet am 18.08.2016 von 22:00 bis 23:00 uhr statt.

konzert #72: aurora, james hersey, me and my drummer, steaming satellites, band of skulls, johnossi, annenmaykantereit, the strypes, crystal castles @ out of the woods festival in wiesen | 16.07.2016

es war, als hätten wir die ganze nacht durchgesoffen: so fühlten wir uns, ich und meine festivalbegleiter, als wir uns pünktlich um 14:30 uhr beim auto trafen. in wirklichkeit tranken wir am vorabend (fast) alle brav leitungswasser. werden festivals von jahr zu jahr anstrengender? oder liegts vielleicht wirklich am alter? das kann doch nicht sein. tztz. wie auch immer – ursprünglich war der plan ein anderer, nämlich um 13 uhr losfahren, weil auch eigentlich ein interview mit „von wegen lisbeth“ geplant war – nur deren gig und somit auch deren anwesenheit musste aufgrund von krankheit gecancelled werden. auf absagen folgen timetable-änderungen, aber soweit dachte ich in meinem schlaftaumel nicht. seltsamerweise bin ich während festivals ein anti-facebook-mensch und wenn ich nicht auf die änderung, die via facebook verkündet wurde, von einer freundin hingewiesen worden wäre, hätte ich mich wahrscheinlich vor ort wieder geärgert, dass meine pläne mal wieder über den haufen geworfen wurden. so konnten wir noch rechtzeitig eingreifen und verschoben die abfahrtszeit. ich hatte also noch zeit um zu kochen und konnte auf überteuertes festivalessen verzichten, yay!

in wien war es noch trocken, doch je näher wir dem festivalgelände in wiesen kamen umso stärker setzte der regen ein. das macht natürlich laune auf outdoor-aktivitäten wie musikfestivals, nicht? aber wie sagt man so schön, es gibt kein schlechtes wetter nur schlechte bekleidung. etwas demotiviert schlenderten wir zur bühne und warteten auf den ersten act „aurora“. ich hatte keine ahnung was mich erwartet, weil ich im vorfeld auch nicht reingehört hatte – und wurde sehr positiv überrascht.

eine junge dame aus norwegen stand da auf den bühnenbrettern, die ein bisschen an ein elfenhaftes wesen erinnerte. sie sang sich ihre piepsige stimme aus dem leib, mal mit ruhiger und mal mit schnellerer hintergrundmusik, tanzte in ihrem wallenden weißen rock und benutzte ihre hände, um ihrem gesang und ihrer performance noch mehr ausdruck zu verleihen. anfangs wirkte sie noch schüchtern, aber das legte sich zunehmend – der zuspruch der anwesenden menschenmenge verlieh ihr selbstbewusstsein und sie bedankte sich mehrmals für das aufmerksame zuhören. weiters hatte sie freude an den seifenblasen, die von ein paar zuschauern in die luft geblasen wurden – oh i like bubbles! ja, wir mögen bubbles auch. vielmehr aber mochten wir es, dass aurora so leicht zu begeistern war. das steckte nämlich an. toller nachmittagsauftritt!

ich hatte gar nicht wirklich realisiert, welche acts ich an diesem tag so sehen werde. dass sich als nächstes james hersey auf die bühne bemühte, begriff ich erst kurz vor beginn des konzerts. james hersey mag ich eigentlich, james hersey macht eingängige pop-musik mit independent-charakter. ausserdem durfte ich ihn schon mal interviewen. ja, ich konnte sagen, dass ich mich auf den gig freute.

ganz smooth wurde das set gestartet, das doch sehr zahlreiche publikum wurde zum mitschwingen gebracht und alle ließen sich ganz unterbewusst in den bann von herrn hersey ziehen. plötzlich fand ich mich in den vorderen reihen wieder, tanzend und mit gute laune ausgestattet – obwohl das wetter mies war und obwohl ich dem mädchenschwarm gegenüber eigentlich kritisch bleiben wollte – so wie das selbstbetitelte musikjournalisten eben gern machen. ja, pech – er und seine songs, die gerne frauennamen tragen, haben mich mal wieder überzeugt, ohne aufdringlich zu sein und ohne mir einen grauslichen ohrwurm in den kopf zu pflanzen. gut gemacht, herr hersey.

nach james hersey ging es direkt in die kleine halle – denn ich wollte schon längstens die band „me and my drummer“ sehen. ich weiß gar nicht, warum meine assoziation mit der truppe in die sehr ruhige, bedachte richtung ging, denn als das duo auf die bühne schritt und die ersten töne los ließ, war das alles andere als ruhig.

sängerin charlotte wirkte kratzig, bissig, ja fast ein bisschen unsympathisch. schlagzeuger matze verlor sich beinahe in seinem schlagzeugspiel. sie rockten, sie erzeugten energie, aber mein herz konnten sie irgendwie nicht erwärmen. mit den anwesenden menschen interagieren? lieber nicht. lieber die kühle, schroffe attitüde, die zwar für den einen oder anderen anziehend gewesen sein mag, mich aber eher abschreckte. irgendwie hatte ich was lieblicheres erwartet. ich zog weiter, besser für mich und besser für die band. wer mag schon menschen wie mich im publikum haben, die nur meckern können – eben!

ich bereitete mich auf die nächste band auf der main stage vor – steaming satellites! eine meiner liebsten, österreichischen truppen. kaum waren sie auf der bühne, war die power bis in die hintersten reihen vorgedrungen – so gut! mir gefielen vor allem die bewegungen auf der bühne, mit der sie ihre songs unterstrichen und auf ein dynamisches level brachten.

ihre breite hitpalette zog wieder alle register: angefangen bei dem älteren stück „witches“ über meinen persönlichen favoriten „spaceships“ bis hin zu „honey“ und „how dare you“ – stimmige rockmusik, die mich gefangen nahm und nicht mehr los lassen wollte. ja, ich bin fan, das kann ich kaum verleugnen. aber das publikum konnte es ebenso kaum verbergen, dass sie spass an ihrer musik hatten. ein schöner und viel zu kurzer auftritt der salzburger. ich freu mich schon aufs nächste konzert!

ich hatte das gefühl, dass am samstag viel mehr los war, als am vortag. das lag wahrscheinlich nicht nur am immer noch andauernden regen, der es nicht möglich machte, sich gemütlich in die wiese zu setzen, und deswegen das publikum vor den bühnen zusammenpferchte – sondern wohl auch an der bandauswahl. gerüchten zufolge war ein großteil der menschen ja wegen annenmaykantereit da. das konnte ich aber bis zu diesem zeitpunkt noch nicht bestätigen – ich war auf jeden fall für die nächste gruppe da: band of skulls. mein hauptgrund, den weg nach wiesen auf mich zu nehmen.

schon als dritter song schallte „i know what i am“ durch die boxen und ließ ein erstes „wow“ durch die reihen gehen. band of skulls waren hart, vielleicht fast ein bisschen zu hart für den rest des line ups. sie rockten, sie schmissen mit gitarren-riffs um sich, sie zeigten der crowd was rock’n’roll bedeutet. ich fand das sensationell, erfrischend, ich war hin und weg. nur das restliche publikum schien irgendwie unbeeindruckt. gut, die gruppe war nun auch nicht die kommunikativste am timetable, aber sie gingen ab, sie legten sich ins zeug. das kam aber beim augenscheinlich dream-pop-verwöhnten publikum nicht wirklich an. 

wie auch immer: für mich waren sie das highlight des festivals. denn vor allem die nummer „death by diamond and pearls“ ist eine der besten ever. ich hab die live-version gefeiert, trotz patzer. soviel power, soviel reduziertheit, so auf den punkt gebracht – eine nummer die mitreisst und nachdenklich macht gleichzeitig, die dich lachen und weinen lässt, ein wechselbad der gefühle in liedform. wunderbar!

es war schwierig: ich hatte gerade meinen persönlichen, musikalischen höhepunkt erlebt und musste mich trotzdem auf die nachfolgenden acts konzentrieren. ausruhen, saufen gehen oder sonstiges war nicht drin. ich tat mein bestes. ab zu johnossi auf der second stage! ich hatte die band bereits einmal am frühen nachmittag eines festivals erlebt und konnte mir so gar nicht vostellen wie es werden würde, die musik bei dunkelheit zu hören. aber es war okay. es war sogar mehr als okay!

der blonde sänger john bemühte sich um die gunst der menschenmenge und er und sein kompane am schlagzeug fanden durchwegs anklang. mich plagte aber mal wieder ein hungergefühl und ich machte mich auf den weg zu den guten alten dukaten-chips, direkt neben der second stage. also speisten wir, hörten johnossi zu und waren rundum zufrieden. bestes festivalgefühl, wenn man hunger stillt und gleichzeitig von schöner rockmusik beschallt wird.

wir machten uns irgendwann wieder auf den weg zur hauptbühne, denn die heimlichen headliner „annenmaykantereit“ waren kurz davor durchzustarten. und ich musste die ja endlich mal sehen, da ich bis zu diesem zeitpunkt jeden auftritt versäumt hatte.

mit markanten, tiefen stimmen ist es ja immer so eine sache: entweder man liebt sie oder man hasst sie. während den ersten drei songs tat ich mir wirklich schwer – ich wollte zuhören, ich wollte dass es mir gefällt, dass es mich vor grandiosität umhaut. aber ich konnte dem sänger einfach nicht mein gehör schenken. seine stimme machte mich wahnsinnig, ich bekam halsweh bei dieser tonlage. ähnlich wie bei casper, ist die bühnenpräsenz der burschen wirklich unschlagbar – dafür erst mal respekt – aber die stimmfarbe tut mir einfach weh. das tut mir persönlich sehr leid, weil ich der band wirklich eine chance geben wollte, bei mir anzukommen. aber es ging einfach nicht. ich musste gehen und der guten stimmung den rücken kehren. sorry an alle annenmaykantereit-fans.

ihr dürft sie natürlich lieben, verehren, die stimme hochpreisen und ihr dürft euch an den fotos erfreuen.

mir kam es wirklich entgegen, dass während dem annenmaykantereit-set die nächste band auf der second stage an der reihe war – nämlich the strypes. wieder eine band von der ich genau gar nichts kannte, nach mal deren existenz. deswegen war es umso spannender was kommen würde. und zack: mega-überraschung! sie waren wie die ganz frühen arctic monkeys: super-jung, super-indie-rockig und super-motiviert! und ein zitat hörte ich noch: „sie hören sich an wie wildgewordene beatles“ – da mag was dran sein!

the strypes waren auf jeden fall perfekt dafür geeignet um nochmal zu shaken und um nochmal rock’n’roll in den körper fliessen zu lassen – denn mit dem letzten act würde es tanztechnisch wohl in eine andere richtung gehen. zumindest war das meine vermutung.


das festival verging rasend schnell, wir blickten uns um schon war es zeit für die letzte gruppe des abends: crystal castles. ich wusste nicht was mich erwarten würde, ich wusste nur, dass ich einen song sehr gern mag, weil mich der an meinen amsterdam-trip letztes jahr erinnert (nämlich dieser hier). deswegen freute ich mich grundsätzlich auf die formation. als es dann aber los ging, die stroboskope das ganze festival vereinnahmten dachte ich nur: was ist das?

nicht nur ich stand etwas ratlos da. viele verließen das gelände, eine traube an menschen wollte aber trotzdem wissen wie es weitergeht. die pink-haarige sängerin wirbelte umher und wirkte sehr sonderbar. generell alles wirkte wie auf einem drogen-trip, nur eben ohne drogen. zumindest in meinen kreisen waren keine substanzen unterwegs. da all meine festivalbegleiter mich baten, nachhause zu fahren, weil wir „eh nichts mehr verpassen“, gab ich dem wunsch nach. ich haute noch 15 minuten verweilzeit (bzw becher zurückbring- und klogeh-zeit) raus und dann hauten wir ab.

liebes out of the woods festival, der zweite tag war viel besser, trotz schlechterem wetter. es kam mehr stimmung auf, und alles wirkte entspannter (fast alles). leider zog das festival eher nur eine spezies mensch an (nämlich den typ ‚cooler ich-hör-nur-unbekannte-bands-hipster‘) und setzte eher auf nischendasein als auf breitenwirkung. was ein bisschen gefehlt hat? eine stadthallen-band. die größen, die ziehen, die live-shows im blut haben. es ist zwar superschön und supernett b72-bands auf ein festival zu holen, aber masse wird dann wohl doch eher mit großen namen generiert. band of skulls waren super, genauso wie steaming satellites – schön dass ihr die nacheinander auf den timetable gesetzt habt. nur der „big name“ hat eben noch gefehlt. und sonst: danke dass ihr die dukaten chips am leben gelassen habt. und die kebab-bude.


konzert #71: ry x, postaal, boy, cigarettes after sex, maximo park, tocotronic, friska viljor, two door cinema club @ out of the woods festival in wiesen | 15.07.2016

das festivalgelände in wiesen existiert seit nunmehr 40 jahren – eine wahrlich sehr lange zeit! von diesen 40 jahren bin ich seit 10 jahren treuer stammgast – und es verging beinahe kein jahr ohne einen besuch der location im burgenland. gerade deswegen war es für mich umso spannender zu sehen, was die neuen booking-partner mit dem areal anstellen würden.

schon im vorfeld hatte ich ein bisschen mühe mit der organisation: wie am besten und am günstigsten hinkommen und auch wieder heimkommen? in der vergangenheit war das easy: mit dem zug hin (um 12 euro oder so), mit dem shuttlebus nach wien zurück (kostete immer 15 euro). campen ist nicht jedermanns sache, ein auto besitzen auch immer weniger leute, weil’s einfach zu teuer ist. nun ja, der einzige bus, der angeboten wurde, war einer um 40 euro – hinfahrt gegen mittag, rückfahrt jedoch irgendwann um 3 uhr früh. puh. das war keine option für mich. glücklicherweise konnte ich mir ein auto ausborgen und hatte eine sorge weniger – wenn das nicht der fall gewesen wäre, hätte ich wohl gänzlich auf das festival verzichtet.

es ging also am freitag nachmittag ab nach wiesen mit dem auto – und schon setzte die erste verwirrung ein: parken „nur“ am campingplatz? wo war der tagesparkplatz unterhalb des geländes? ich parkte im ort, weil ich auf ein eventuell mit gatsch verziertes auto keine lust hatte und auch campingplätze lieber meide, als durchspazieren zu müssen, geschweige denn dort das auto abzustellen. bei großem besucheraufkommen ist es nämlich nicht lustig, von dort wieder rauszufahren – ich spreche aus jahrelanger erfahrung.

wie auch immer – parkplatz gefunden, auf den weg zur kassa gemacht. es war wie ausgestorben, nirgends waren leute, die stimmung war seltsam – und es war schon kurz vor 17 uhr, da müsste normalerweise schon die hölle los sein. erst als wir uns kurz vor dem eingang befanden, waren ein paar menschen zu erkennen. nun gut. die organisation bei der ticketabholung stimmte mich dann leider auch eher genervt, weil das nicht so funktionierte, wie ich mir das gewünscht hätte. ich war auf jeden fall schlecht gelaunt. nicht so cool.

schnell rein ins gelände, denn ry x war unser erster programmpunkt und den wollten wir nicht verpassen. ging sich knapp aus, gottseidank. publikumstechnisch war es sehr überschaubar als der künstler die bühne betrat. mit gitarre und synthesizer versuchte er zu betören. und mit einem schlagzeuger. und mit vielen ruhigen klängen. da ich noch etwas aufgewühlt von den ganzen troubles war, beruhigte mich der sound leider gar nicht. ich beschloss eine runde zu drehen und mir das kerngelände genauer anzusehen.


bei meinem rundgang fiel schmerzlichst auf: mein geliebter plattenladen wurde durch eine küche ersetzt. der ort, wo man kurz mal dem festival entfliehen konnte, andere musik hörte und sich mit musiknerds austauschen konnte – einfach weg. die klamotten-und-krims-krams-geschäfte auf der gegenüber liegenden seite durften bleiben. und auch die betreiber der essensstände in der halle waren noch die alten. denn man merkte an ihrer freundlichkeit, ihrer kompetenz und an der gottseidank-noch-existenz von dukaten chips, dass doch noch irgendwas vom „alten“ wiesen geblieben ist. ich hatte schon angst, dort nur noch wraps und anderen modernen schnick schnack zu finden.

apropos modernen schnick schnack: der war draussen, ausserhalb des geländes zu finden und trug den namen „wiesen village“. food-trucks, palettenmöbel, eine containerbar, design-märkte und so weiter. leider lud das wetter absolut nicht dazu ein, dort zu verweilen. es war windig und kalt. ich holte mir einen burger, der leider nicht mehr der frischeste war, und konnte dann dem pappteller zusehen wie er davonflog aufgrund einer kleinen sturmböe. die mistkübel waren leider irgendwo, nur nicht in reichweite, sonst hätt ich den teller gleich entsorgt. mäh. bitte mistkübel-situation ändern, danke.

ach ja, bevor ich mich auf die suche nach essen machte, war ich ja noch kurz bei der second stage um „postaal“ zu sehen und um nach einigen nummern die flucht zu ergreifen, weil sie mich vom sound her so an modern talking erinnert haben. der einzige unterschied war der ich-bin-so-mysteriös-gesang, der über die modern-talking-ähnliche-musik drübergelegt wurde. und der sänger hatte als bühnenoutfit einen regenponcho an. okay. besser mal weitergehen.

wieder zurück zur main stage. als nächstes waren „boy“ an der reihe. als ich die damen zuletzt live gesehen hatte, spielten sie am sehr frühen nachmittag ein set und das stand ihnen ausgezeichnet. sie waren die perfekte hintergrundmusik fürs in-der-wiese-herumlungern. diesmal mit späterem slot erhoffte ich mir auch eine dementsprechende show.

sängerin valeska und ihre zweite im bunde namens sonja waren gewohnt püppchenhaft anzusehen und beschallten die anwesenden mit ihren pop-nummern. mit einem breiten lächeln, theatralischen handbewegungen und sanftes hin und her tanzen bespikten die damen ihren auftritt auf der hauptbühne. die band, die vor vier jahren den hit „little numbers“ herausbrachte, zeigte auch, dass sie mehr in petto haben als „nur das eine lied“. da gab es durchaus andere, hörenswerte und catchy nummern. das publikum wippte sanft mit, richtige ekstase war bei diesem pop-gig allerdings nicht zu vernehmen.

für mich fühlte es sich generell immer noch wie früher nachmittag an, obwohl es eigentlich schon relativ spät war. hm. wie auch immer – boy waren schwer okay, auch wenn mir persönlich auf der bühne noch ein bisschen zu wenig passierte. wie wärs zum beispiel mit einem solo-gesang von sonja? oder einer sonstigen musikalischen einlage? das würde mich persönlich sehr erfrischen und es würden nicht alle nur „auf den einen hit warten“.


in früheren zeiten gab es in wiesen immer nur eine einzige bühne – wenn es also timetable-änderungen gab, merkte man das bzw es wurde entsprechend kommuniziert via schriftlichen aushängen. und selbst wenn man das nicht gecheckt hatte, wussten die menschen beim fm4 stand immer bescheid. ein vorgang, wie er seit eh und je gehandhabt wurde.

bei der neuauflage war es etwas schwieriger herauszufinden, warum der timetable plötzlich nicht mehr on fleek war. da ich akku sparen musste, war ich auch nicht daueronline auf facebook und beschränkte meine aktivität auf live-tweets auf meiner favorisierten plattform twitter (hier gehts zum wienkonzert-account!). nur durch zufall erfuhr ich etwas von einer flugverspätung und einer verzögerung des maximo park auftritts um 15-20 minuten. das ärgerte mich, denn diese info erfuhr ich viel zu spät. mein plan war nämlich: zuerst 2 nummern von maximo park anzuschauen und dann zur anderen bühne zu cigarettes after sex wechseln. im grunde konnte ich keine der beiden gruppen wirklich bewusst begutachten.

von cigarettes after sex nahm ich vermutlich nur 2 nummern wirklich wahr. aber die auch irgendwie nur zur hälte. weil cigarettes after sex eben sehr ruhige musik machen und einige anwesende menschen immer wieder das bedürfnis verspürten zu quatschen. und irgendwie war man durch das drumherum ständig abgelenkt. zumindest ging es mir so. tja, eigentlich kann ich gar nichts zu der band sagen – und ich bin ein bisschen froh, dass sie bald wieder in wien sind und ich dieses versäumnis nachholen kann (nämlich am 24.07. im b72).


weiter im programm, weiter zur nächsten geschichte. vor einigen jahren gewann ich einmal was ziemlich tolles: ein meet & greet mit maximo park. seither ist meine beziehung zu dieser band gestört. ja, ich mag einige songs sehr gerne, würde sie sogar zu meinen all-time-favorites zählen, aber die band selbst ist mir höchst unsympathisch. merkt euch eines: never meet your hero!

ich wollte nur ein paar nummern sehen, ein paar fotos machen und mich dann zurückziehen – beziehungsweise den auftritt von sicherer entfernung verfolgen. gesagt, getan. maximo park wurden ihrem ruf gerecht: sie sind eine festivalband, eine band, die menschen halbwegs zum party machen und feiern animieren können, die gute lückenfüller vor headlinern sind, da sie ein paar hits haben und einen gewissen namen. und der sänger gibt sich auch mühe mit seinen moves on stage. eh voll nett. hat voll gepasst. keine einwände. nur der über-drüber-mega-hammer werden sie nie werden. aber gut, das sag ich wahrscheinlich nur wegen der schrecklichen meet & greet-erfahrung mit der band. deswegen rufe ich euch nochmal in erinnerung: never meet your hero.


ich muss zugeben: ich habe in meinem ganzen leben nie aktiv tocotronic gehört. sie waren mir immer irgendwie zu hip, zu intellektuell, zu over-the-top. und mein einziges tocotronic-konzert hatte ich als furchtbar langweilig in erinnerung. aber: ich wollte ihnen eine neue chance geben. und diese bot sich am out of the woods festival hervorragend an.

glitzervorhang im hintergrund, deutsche stock-im-arsch-band im vordergrund: das war mein erster eindruck. let there be rock erklang als erster song und ich war überrascht, weil dieses lied kannte ich ja! und zu meiner verwunderung war das auch ein song, den ich sogar fast mochte. aber dann ging es weiter in ihrer setlist und meine aufmerksamkeit war wieder dahin. aber zum glück nur bis „kapitulation“ – wieder ein song, der mir sympathisch war. und ab da erkannte ich ein muster: es musste wohl eine hassliebe zu tocotronic sein. denn: entweder ich kann die nummern gar nicht ausstehen oder ich bin ihnen wohlgesonnen. ein mittelding gab’s nicht.

es war an der zeit sich mal wieder umzusehen. ich machte ein panorama-foto, weil ich meinen augen nicht trauen konnte: es war viel zu wenig los für die uhrzeit, für den co-headliner! ich blickte mich weiter um, um etwaige verstecke des publikums ausfindig zu machen, aber weder eine klo-schlange war vorhanden noch bei den essensständen ein stau. vielleicht waren auch alle am campingplatz um ein bisschen alkohol zu tanken, da hab ich nämlich nicht nachgesehen.

wie auch immer – tocotronic waren okay. und wenn man 2-3 lieder auch noch mag ist es auch zumutbar ein komplettes konzert zu sehen. vielleicht war ich aber auch nur deswegen so gechillt und mittlerweile sogar fast gut drauf, weil ich wusste, dass eine der liebsten, nettesten und lustigsten bands auf der second stage als nächstes auftreten würden. meine vorfreude war groß. und: tocotronic behalte ich auf jeden fall in besserer erinnerung als beim letzten mal.



ja, ihr habt es geahnt, die band friska viljor, die meiner meinung sogar heilig gesprochen werden sollte, durften als headliner auf der second stage fungieren. für mich das absolute highlight, weil ich bisher von jedem friska viljor konzert überglücklich nachhause gegangen bin. es konnte also nur gut werden.

schon beim soundcheck gaben sie so lustige sätze von sich, dass meine vorfreude immer größer wurde. schließlich fragten sie auch vereinzelt menschen im publikum, ob sie denn schon bereit für das friska-viljor-konzert wären. aber hallo, natürlich! mit „we are happy now“ starteten sie ihre gute-laune-show und rissen alle anwesenden mit. man muss aber auch zugeben, dass es ein leichtes spiel für die schweden war: denn bis zu ihrem auftritt kam noch keine band auf die idee, die menschenmenge mehrmals zum klatschen zu animieren und sie in ekstase zu versetzen.

gekonnt wechselten sich joakim und daniel beim singen ab, grinsten bis über beide ohren und genossen gemeinsam mit der band den heiteren auftritt. selten habe ich ein gruppe gesehen, die durchgehend so glücklich wirkte während einem auftritt. glücklich waren sie vermutlich auch, weil sie ein paar sehr besondere fans wieder begrüssen durften. denn eine gruppe von menschen organisieren seit geraumer zeit für jeden österreich-auftritt konfetti und schmeissen diese selbstständig in die luft, nur um friska viljor zu zeigen, dass sie willkommen sind und gern mit ihnen gefeiert wird! diese konfetti-einlage seitens der fans hat sich schon zu einem meiner persönlichen highlights entwickelt und ich überlege ernsthaft, beim nächsten gig der schweden auch konfetti mitzunehmen.

ein weiteres highlight: wunderkerzen, die während einem ruhigeren song angezündet wurden. was für eine liebe idee! nicht nur einmal bekam ich gänsehaut, der gesamte auftritt war so mit liebe getränkt! die fans sangen mit, die meute tanzte bis zur letzten reihe und die band konnte es ebenso nicht verheimlichen wieviel spass sie bei diesem auftritt hatten. daniel, der zweitwichtigste friska-mensch, konnte gegen ende gar nicht mehr aufhören zu hüpfen, weil es ihm so große freude bereitete.

das set wäre längst zu ende gewesen, aber sie spielten dann noch einige nummern akustisch – hab ich mir zumindest sagen lassen. ich musste indessen schon weiter ziehen aber kann auf jeden fall eines sagen: friska viljor waren gandios und verdienen eigentlich noch viel mehr aufmerksamkeit! sensationell!





auf die letzte band des abends und den „großen“ headliner two door cinema club freute ich mich zwar aber ich wusste nicht ganz, wie weit sie sich in den letzten jahren entwickelt hatten um meinen show-ansprüchen gerecht zu werden. meine große begeisterung für die band fing 2010 an, als ich extra nach london flog um sie in einem alten theater von der zweiten reihe aus zu sehen, weil ich angst hatte, dass sie niemals nach österreich kommen würden. zwischenzeitlich waren sie etliche male da, aber meine tdcc-österreich-konzerte beschränkten sich auf einen club-gig und einen nachmittagsslot auf einem festival – und die shows damals waren okay, aber nicht weltbewegend. okay, bis auf den gig in london, der war grandios, aber das war eben auch in london.

ich sprintete zur bühne und musste erst mal die frisur des sängers begutachten. was geht denn bitte gerade in allen männern vor, die sich die haare bis zum kinn und länger wachsen lassen und diese auch noch offen tragen?! das sieht nicht gut aus. tragt eine mütze, kappe etc wenn sich der hippe man-bun noch nicht ausgeht, aber diese frisur… puh. ich blickte mich weiter um und meine augen blieben erneut am sänger hängen, diesmal an seinem outfit. punkte und leo-muster in kombination mit jeansjacke… okay, er ist künstler, er muss irgendwie auffallen, ich lass es ihm durchgehen – obwohl er in einer indie-band ist und nicht in einer rock’n’roll band.

musikalisch setzten sie zu beginn mit „undercover martyn“ und „do you want it all“ auf ältere stücke und konnten mir somit imponieren. der heppi-beppi-sound zog sich weiter im set, zum glück. bereits ab dem vierten song „this is the life“ konnte ich nicht mehr ruhig stehen und tanzte mich bis nach hinten zum foh um dort meine endgültige stellung zu beziehen und um von dort das konzert-gesamt-kunstwerk auf einen blick zu haben. mit jeder weiteren nummer wurde mir klar, dass two door cinema club eigentlich eh sehr viele hits haben. unbewusst kannte ich eigentlich noch viel mehr als ich dachte.

besonders maßgeblich für ihre show waren die lichteffekte. ohne die videowand-aufsteller und dem licht-konzept wäre es wohl nur ein halb so gutes konzert gewesen. auch die leicht theatralischen bewegungen vom mann an der front wirkten in der lichtstimmung um einiges dramatischer. aber natürlich gab es auch noch einige song-highlights, wie zum beispiel „i can talk“, „something good can work“ und „what you know“. und ja es stimmt, man sollte spätestens jetzt merken, dass ich das erste album „tourist history“ geliebt habe. alles in allem, ein sehr tanzbarer und sehenswerter tdcc-gig.

und das festival gesamt? oder besser gesagt der erste tag? ein fazit? ja, ein fazit könnt ihr haben. verbesserungswürdig in organisatorischen dingen. schade, dass erst ganz zum schluss wirklich stimmung aufkam. das frühere wiesen-flair wollte nicht so wirklich ankommen. es lag wohl auch an den dann doch etwas geringeren zuschauerzahlen und dem unbeständigen wetter. und an der coolness. ich hab niemanden mit kostüm gesehen. es gab einfach keine verrückten leute dort. nur coole menschen. mit turnbeutel.





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ihr wollt wissen, was diese woche am konzert-plan steht? dann seid ihr bei wienkonzert genau richtig!

der montag ist definitiv ein tag für’s gemütliche im-beisl-sitzen-und-bier-trinken. wenn man musik auch noch drauf haben will, dann wäre wahlweise das chelsea oder das polkadot empfehlenswert. in ersteren musiziert die punkband „chelsea“ und in zweiteren gibts akustik-töne von „shabeen“ zu hören.

wer nicht gern entscheidungen fällt, der kann sich auf dienstag freuen, da gibts nämlich nur ein konzert in wien, das man besuchen sollte: „william fitzsimmons“ im wuk! dazu wurde übrigens auch ein spotlight-bericht verfasst, den man hier finden kann. das wird schön!

ein bisschen mehr auswahl gibts am mittwoch: man kann zum beispiel die konzertreihe „acoustic summer“ im b72 besuchen und sich „aidan knight“ und „beauty lies“ bei freiem eintritt zu gemüte führen oder man besucht das werk, dort gibts die reihe „the after shows by down under the bridge“ mit den singer-songwriter-helden „david stellner“ und „onk lou„. ausserdem: „catl“ und „anne dromeda“ im polkadot.

leider hab ich zum donnerstagsprogramm nichts hörbares gefunden und kann euch daher nicht sagen ob es gut oder schlecht ist. aber für einen eintrittspreis von 2 euro kann man schon mal was riskieren. also: donnerstag ab ins rhiz und „strawberry love machine“ sowie „the startups“ begutachten. alternativ könnt ihr auch radio hören, denn „chilibox feat. wienkonzert.com“ gibts wieder auf radio orange 94.0 von 22 bis 23 uhr. mit einem tollen musiker als studiogast – yo!

zwei möglichkeiten am freitag: entweder ihr macht euch auf den weg nach wiesen zum „hip hop open festival“ und gönnt euch acts wie die „beginner„, „5 sterne deluxe„, „blumentopf“ und „neonschwarz“ oder ihr bleibt im schönen wien und zieht euch punkrock von „the casualties“ in der arena rein.

auch am samstag geht was am „hip hop open festival“ am festivalgelände wiesen. die bühnen werden berappt unter anderem von „sido„, „fiva„, „prinz pi“ und den „waxolutionists„. in-wien-gebliebene dürfen sich aber auch auf schönes freuen, zum beispiel kann man das „reich & föhn sommerfest“ im fluc besuchen und sich „bruch“ sowie „gebakkene pony“ anschauen. ausserdem gibts auch wieder die „grill & chill„-reihe in der szene wien, diesmal mit den „anti cornettos„.

richtig viel zu bieten hat der sonntag: für sanfte, verträumte töne ist das b72 ein heißer tipp. dort spielen die fabulösen „cigarettes after sex„. rockig wirds in den nächsten beiden locations: im fluc musizieren „second relation“ und „iljas“ und im bach darf man sich auf geballte power freuen, ausgelöst durch „turbo a.c.’s„, „deecracks“ und „guerilla poubelle„.

hard facts:
18.07.2016 / chelsea / chelsea / vvk: 16 euro (via soundbase)
18.07.2016 / shabeen / polkadot / FREiWILLIGE SPENDEN
19.07.2016 / william fitzsimmons / wuk / vvk: 25 euro (via soundbase)
20.07.2016 / acoustic summer: aidan knight, beauty lies / b72 / FREIER EINTRITT
20.07.2016 / the after shows by down under the bridge: onk lou, david stellner, u.a. / das werk / ak: 5 euro
20.07.2016 / catl, anne dromeda / polkadot / FREIWILLIGE SPENDEN
21.07.2016 / strawberry love machine, the startups / rhiz / ak: 2 euro
22.07.2016 / the casualties / arena / vvk: 20 euro (via soundbase)
22.07. – 23.07. / hip hop open / festivalgelände wiesen / vvk festivalpass: ab 112 euro (via öticket)
23.07.2016 / reich & föhn sommerfest: bruck, gebakkene pony / fluc / FREIWILLIGE SPENDEN
23.07.2016 / chill & grill: anti cornettos / szene / FREIER EINTRITT
24.07.2016 / cigarettes after sex / b72 / vvk: 16 euro (via öticket)
24.07.2016 / second relation, iljas / fluc / FREIWILLIGE SPENDE
24.07.2016 / turbo a.c.’s, deecracks, guerilla poubelle / das bach / vvk: 12 euro (via soundbase)

konzert #70: molotov, lagwagon, bad religion @ arena open air | 13.07.2016

es waren keine guten aussichten: das wetter war kalt, nass, grau und irgendwie doch schwül wenn es mal kurz windstill war – ganz komisch. wenn an solchen tagen ein arena open air am plan steht, ist man zwiegespalten. was zieht man an, wirds regnen, welche schuhe halten dem gatsch stand? eines war aber sicher: definitiv so früh wie möglich hingehen, weil punkrock-abende eh immer viel zu schnell vergehen!

also war ich gegen 18:30 uhr vor ort, verpasste leider die erste band „astpai“ aber dafür meine bereits zahlreich anwesenden freunde nicht. erst mal durchkämpfen und gefühlt 100 leuten hallo sagen. punkrock-konzerte sind wie klassentreffen, man sieht sich eine halbe ewigkeit nicht, aber kaum spielen die helden von früher, sind wieder alle am start und zelebrieren die gefühle von damals. ach, wie schön!

erster programmpunkt: die mexikanische band molotov! in zig festival-line-ups in diesem jahr ist mir ihr name bereits unter gekommen, gekannt hab ich die band aber bis dato nicht. deswegen war ich sehr gespannt was mich erwarten würde. als die seit 1995 bestehende truppe auf die bühne kam und zu musizieren begann wurde schnell klar: ui, die singen ja spanisch! und als der zweite song erklang: ui, ein falco cover (rock me amadeus)! ein kluger schachzug: zu beginn eine nummer wählen, die jeder kennt, zieht die aufmerksamkeit auf einen und so geschah es auch, dass sich der bereich vor der bühne ziemlich füllte und die ersten menschen zu tanzen begannen.

und dann geschah es: ich wollte nur kurz zur bar gehen und mir was zu trinken kaufen. ihr kennt das: man trifft tausend leute, wird in gespräche verwickelt und verpasst den rest des auftritts. so sorry, molotov. aber das was ich gesehen hab, war super! ausserdem hat mich das ganze ein bisschen gogol bordello erinnert – wegen dem spanischen und der guten stimmung. ist ja nicht das schlechteste kompliment!

eigentlich war ich noch nicht bereit für lagwagon, für joey cape, für meine persönlichen headliner des abends. aber so schnell verging die zeit und einer der coolsten menschen der erde betrat die bühne. wie schon erwähnt, von joey cape ist die rede. noch bevor der auftritt überhaupt begann säuselte der herr schon liebesbekundungen für die arena und wien generell durchs mikrofon. ach, das können wir ja nur zurückgeben!

und dann ging es schlag auf schlag und lagwagon lieferten einen hit nach dem anderen! angefangen bei „violins“ über „move the car“ bis hin zu „alien 8“ und „may 16“. witzige wordmeldungen zwischendurch, gitarren, die in die höhe gehalten wurden, eine auf-dem-schoß-sitzen-performance vom riesen-gitarristen und joey cape himself. apropos joey cape: zu beachten war auch noch seine neue fleckerlteppich-haarfarbe und er war ohne brillen unterwegs – midlife crisis? was auch immer ihn zur verjüngungskur getrieben hat, die hätte er gar nicht nötig gehabt, denn die power, die er und seine band an den tag legte, war die einer 20-jahre-alten-jungspund-gruppe! no need for worries!

es war so angenehm, die gute alte punkrock-mukke zu hören, sich seinem getränk hinzugeben und einfach nur leicht mitzuschwingen. ohne groß über inhalte oder soundtüftelleien nachzudenken. treibende gitarrenmusik, melodien, ein hauch von wut und gleichzeitig freude – so muss punkrock. und lagwagon haben gezeigt, dass sie dieses genre wie keine andere band beherrschen – inklusive einer gehörigen portion selbstironie! wunderbar! da störte der immer wieder einsetzende regen auch gar nicht, bei soviel unterhaltung.




die gut gestimmte menschenansammlung war wetterbedingt noch enger zusammengerückt, mit kapuzen ausgestattet und mit bieren bewaffnet. bad religion, als hauptband des abend, war ein wahrer menschen-magnet. das publikum in dieser ausverkauften location war vorfreudig gestimmt – kaum verwunderlich. denn als bad religion die bühne enterte wusste man bereits, dass diese herren dem abend die krone aufsetzen würden.

zack, mit voller power performte die band rund um den promovierten evolutionsbiologen greg graffin. 21st century (digital boy) kam als dritter song und motivierte die menschenmassen zum pogen und crowdsurfen. nachdem ich mich aus dem fotograben rauswinden konnte, versuchte ich noch ein nettes plätzchen zu erhaschen, was sich aber als schwieriger als gedacht herausstellte. soviele leute waren da, soviele tanzende individuen und ich mittendrin mit knappen 1,60 m körpergröße auf der suche nach einem ungefährlichen platz, von dem ich auch noch die bühne sehen kann. forget it.

da ich eh den ganzen abend noch nichts gegessen hatte, holte ich mir pommes, traf dabei dann wieder freunde und diese geschichte kennt ihr ja. man bleibt in gesprächen hängen, hört plötzlich „punk rock song“, realisiert, dass das doch fast schon das ende des konzerts sei und versucht noch die letzten minuten zu genießen.

mit „infected“ und „american jesus“ wurde das set zu einem ende gebracht. zu sehen waren glückliche, biertrinkende menschen, umarmungen und gedränge beim merchandise-stand. ich blieb noch eine ganze weile um weiter zu plaudern, mit all den tollen menschen, die anwesend waren. schlussendlich war auch der regen vorbei und man konnte den abend im arena-beisl sowie im dreiraum gemütlich ausklingen lassen. hach, es war so schön!

Bad Religion Setlist Sommer Arena, Vienna, Austria 2016




spotlight | william fitzsimmons

ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie ich eigentlich zur musik von william fitzsimmons gekommen bin. irgendwie war es eine reihung von zufällen. der erste zufall war 2014, als herr fitzsimmons bei einer fm4 radio session spielte und ich 20 minuten vor beginn noch ein ticket erhielt – ich wusste aber damals weder wer er war noch welche musik er machte, ich hatte einfach nur den drang nach einem konzert und mir war alles recht. dass es dann ein sehr melancholisches aber auch unglaublich unterhaltsames konzert wurde, damit rechnete ich natürlich nicht.

der zweite zufall ergab sich dann 2015 – ich sprach ihn am frequency festival an, um ein gemeinsames foto knipsen zu können und von da an lief ich ihm während dem event andauernd über den weg. auch noch am nächsten tag. er begrüsste mich zum beispiel am nachmittag mit einem heiteren „good morning andrea“ und fand es witzig. da musste ich schon schmunzeln – aber worauf ich hinaus will: selten hab ich einen künstler kennengelernt, der so witzig und nett war, so bodenständig und redefreudig.

natürlich ist es bei so einer vorgeschichte ziemlich klar, dass ich persönlich die musik noch viel lieber höre, mit solch positiven assoziationen. und natürlich ist es klar, dass ich das konzert von ihm im wuk nicht verpassen darf. so, und weil ihr nun auch bescheid wisst, was für ein angenehmer zeitgenosse er ist, ist das natürlich schon mal ein guter grund ebenfalls den gig aufzusuchen.

der nächste grund dem konzert bezuwohnen: die ep „charleroi: pittsburgh volume 2“ erschien im april als zweiter teil zur ep „pittsburgh“. auf eine verträumte live-performanche der neuen stücke darf man sich also mehr als freuen. und vor allem auf seine geschichten zwischendurch. hach, mir wird ganz warm ums herz!

19.07.2016 / william fitzsimmons im wuk / vvk: 25 euro (via wuk.at)