konzert #50: little big sea, carnival youth @ chelsea | 18.05.2016

erst am vortag beschloss ich mir ein ticket für das konzert von „little big sea“ und „carnival youth“ zu besorgen. ich weiß gar nicht warum ich so lange gewartet hatte. irgendwie hatte ich aber auch immer wieder drauf vergessen eine eintrittskarte zu kaufen und war am schluss happy, den kauf getätigt zu haben. nicht nur weil ich carnival youth so gern mag, sondern auch weil ich neugierig war, wie denn little big sea live sind.

aufgrund zahlreicher fussball-public-viewing-gäste im chelsea war es kurz nach 21 uhr ein bisschen schwierig zum konzertraum zu gelangen. aber als ich und meine begleitung es geschafft hatten, einen guten platz bei der bar hatten und die ersten takte von „little big sea“ ertönten, konnte der abend nur gut werden. zumindest war das unsere hoffnung.

little big sea aus wien sah ich mir nur von weitem an. während ihres sets musste ich die ganze zeit an „the xx“ denken – die ähnlichkeiten waren irgendwie nicht zu überhören. der unterschied war, dass little big sea nicht soviel drive entwickeln konnten. und keine tiefen zweitstimmen. sonst fand ich die band samt ihrer songauswahl ganz okay. die frontfrau wirkte äußerlich ein bisschen wie ein engel auf mich, und die beiden herren an ihrer seite ein bisschen wie zwei teufel, die ihre höllischen elektronik-musik-spielzeuge ausprobierten. mein fazit? ich fand, dass die band zeigte, dass sie sich noch in einer findungsphase befinden. es saß noch nicht alles ganz richtig und es wirkte noch nicht wie eine in-stein-gemeisselte-musikalische identität. aber ich bin zuversichtlich – die voraussetzungen sind da, die zeichen stehen gut – von little big sea wird man noch einiges hören.

am waves festival 2014 verliebte ich mich in carnival youth, die band aus lettland. als sie damals im porgy & bess alle anwesenden in begeisterung versetzten, wusste ich, dass sie mein highlight des gesamten festivals waren. auch die ausverkaufte show im chelsea ein paar monate später war für mich ein ganz arger „wow“-effekt. und wie sagt man so schön: alle guten dinge sind drei. sollte der dritte auftritt ein jahr später nochmal so gut werden? oder hatten sie ihren zauber verloren? und vor allem: wie würde sich das neue album „propeller“ schlagen?

mit dem neuen song „seagulls on bicycles“ begann das set – ganz im stil vom gewohnten carnival-youth-sound. danach mündete das lied in die altbekannte nummer „brown eyes and all the rest“. soweit so gut, dachte ich. da war noch keine große veränderung zu erkennen nach 2 gespielten songs. mit „1Q7/4“ begann der große umschwung – irgendwie klang dieses lied anders. anderer takt, anders aufgebaut – nicht der fröhliche heppi-peppi-sound, den man von carnival youth sonst gewöhnt war. bevor man aber zu grübeln anfangen konnte, folgte als auflockerung der kleine hit „octopus“. und danach wurde direkt weitergefischt, im neuen unbekannten setlist-gewässer.

mit jedem weiteren song wurde klar, in welche richtung sich die band aus lettland bewegte: in richtung langgezogene jam-parts, melancholischer noise-jazz. weg vom überschwänglich, sanft-fröhlichen, leicht-verdaulichen indie-sound, hin zu mehr verwaschenheit. teilweise war das gut gelungen, teilweise irritierend. und bevor man eindringlich nachdenken konnte, schwabbte schon der nächste, alte klassiker „traffic lights“ durch die boxen.

carnival youth sparten nicht mit neuen sounds und bauten die alten songs nur noch als auflockerung ein. doch gerade ihre songs vom ersten album kristallisierten sich als wahre stimmungsgranaten heraus – vor allem als „never have enough“ ertönte, war kein halten mehr. unglaublich lauter applaus, unglaublich viel freude und leuchtende augen. diese euphorie nahm die band mit und versuchte auf ihr zu surfen – im wahrsten sinne des worte. als einer der herrschaften beschloss crowdsurfing zu praktizieren, zeigte sich erstmals, wieviel rock’n’roll im publikum steckte.

blöd, dass gerade bei diesem stimmungshöhepunkt das set so gut wie zu ende war. als letzter song wurde „sometimes“ angestimmt – der sich als bindeglied zwischen „alt“ und „neu“ präsentierte. die leichten melodien in verbindung mit langgezogenen, schwerfälligen noise-parts spiegelten nochmal den musikalischen weg von carnival youth. aufgeregt sein, erwachsen werden und alles andere als süß sein. das alte image wurde mit dem auftritt im chelsea ein klein wenig runtergestülpt – was sich hier noch alles verbirgt? das wird sich zeigen. es war auf alle fälle schön zu sehen, welche begeisterungsstürme so eine kleine band aus lettland auslösen kann. und auch schön zu sehen, wie gut sie live funktionieren. carnival youth – immer wieder gern. auch wenn ich nicht so der fan von noise-geprägten extended versions bin.





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oh mein gott, was für eine woche! es gibt soviele konzerte, soviele extrem gute konzerte. sich da festzulegen ist diese woche wirklich eine herausforderung. entscheidungshilfe? bitte gerne.

es beginnt relativ ruhig am montag: „sara hartman“ gibts im b72 zu hören (und hier) und „the coronas“ im chelsea (und hier).

die ersten entscheidungskrisen können am dienstag entstehen. da gibts viel zu viel auswahl! meine absolute empfehlung: „jochen distelmeyer“ in der szene. bereits vergangene woche hab ich euch in einem spotlight-bericht von ihm erzählt (könnt ihr hier finden). meine vorfreude ist kaum zu bremsen! allerdings gibts am dienstag noch viel mehr: „vogue dots“ und „flut“ im b72 zum beispiel. und „freischwimma“ und „david stellner duo“ im chelsea. und „troy von balthazar“ im rhiz. der gürtel strotzt vor musikalischen ereignissen!

richtig schlimm wirds aber am mittwoch. ich persönlich weiß immer noch nicht wohin ich gehen soll. zuallererst: die grandiose band „leyya“ spielt im rahmen von „mq hofmusik“ im museumsquartier. bei freiem eintritt. und wenn das wetter auch noch passt, dann könnt ihr euch vorstellen, was da los sein wird! mindestens genauso super wirds im local – dort gibts „aexattack“ und „at pavillon“ im rahmen der veranstaltungsreihe „local indie“ auf die ohren. und wenn das nicht schon genug wäre: „we walk walls“ und „freud“ bespielen das chelsea, weil das wunderbare chelsea diese woche seinen 30. geburtstag feiert! ihr glaubt, das wars mit mittwochs-konzerten? falsch gedacht! hip hop freunde sind im b72 bestens aufgehoben. die tollen menschen von fear le funk holen euch ganz viele rapper nach wien und zwar „sendemast„, „galv of the 3 moonz„, „azudemsk“ und „huhnmensch & der böse wolf„. das rhiz bleibt auch nicht leise, dort gibts „king who“ (die früher „us lights“ hießen) für euch auf der bühne. und draussen, in erdberg in der arena, da könnt ihr euch „matze rossi“ und „kinga dula“ anhören und anschauen (und hier vorab unbedingt mal reinhören, so gut!). ufff!

am donnerstag, dem letzten feiertag für längere zeit, wird auch ordentlich gerockt und zwar im b72, wenn „we are the city“ die bühne entern. im chelsea gehen die 30er-feierlichkeiten weiter und zwar mit „christoph & lollo„. und im bach gibts ebenfalls feinste musik von „cartoon violence“ (hörbeispiel hier).

freitag! wochenende! yay! zuallererst: das „donaukanaltreiben“ startet! ich empfehle: um 18 uhr „destroyed but not defeated“ zu gemüte führen gefolgt von „trümmer“ um 19 uhr und dann ab zu „farewell dear ghost“ um 20 uhr. abseits davon gibts noch ganz viele andere tolle acts. mehr infos dazu hier. wenn ihr eher indoor verweilen wollt – ab ins chelsea! dort wird immer noch der 30er weitergefeiert und zwar mit den wunderbaren „dawa“ und „white miles„. ebenfalls super: „friends of gas“ und „chick quest“ im rhiz.

wenn ihr am samstag noch nicht ausser atem seid, könnt ihr einen ausflug machen. zum „seewiesenfest“ zum beispiel (ich habe hier berichtet) oder zum „c’est la mü festival„. wenn ihr in wien bleibt, dann besucht bitte das „donaukanaltreiben“ und schaut euch „einhorn„, „kommando elefant“ und „mynth“ an (um nur einige zu nennen – weitere infos wie immer hier).

am sonntag solltet ihr dann nochmal zum donaukanal gehen und nochmal bands im rahmen des „donaukanaltreibens“ anschauen. empfehlungen: „martin klein„, „kreisky“ und „butter„. genaue uhrzeiten, bühnenstandorte und side-programme findet ihr hier. ausserdem am sonntag: „porches“ im fluc.

hard facts:
23.05.2016 / sara hartman / b72 / vvk: 19,50 euro (via öticket)
23.05.2016 / the coronas / chelsea / vvk: 19 euro (via öticket)
24.05.2016 / jochen distelmeyer / szene / vvk: 23,50 euro (via öticket)
24.05.2016 / vogue dots, flut / b72 / vvk: 8 euro (via soundbase)
24.05.2016 / freischwimma, david stellner duo / chelsea / vvk: 10 euro (via soundbase)
24.05.2016 / troy von balthazar / rhiz / ak: 10 euro
25.05.2016 / mq hofmusik: leyya / museumsquartier / FREIER EINTRITT
25.05.2016 / local indie: aexattack, at pavillon / local bar / ak: 6 euro
25.05.2016 / we walk walls, freud / chelsea / FREIER EINTRITT
25.05.2016 / sendemast, galv of the 3 moonz, azudemsk, huhnmensch & der böse wolf / b72 / vvk: 10 euro (via soundbase)
25.05.2016 / king who / rhiz / vvk: 5 euro (via soundbase)
25.05.2016 / matze rossi, kinga dula / arena / vvk: 14 euro (via soundbase)
26.05.2016 / we are the city, eleanor friedberger, the zolas / b72 / vvk: 20 euro (via öticket)
26.05.2016 / christoph & lollo / chelsea / FREIER EINTRITT
26.05.2016 / cartoon violence / das bach / ak: 12 euro
27.05.2016 / dawa, white miles / chelsea / FREIER EINTRITT
27.05.2016 / friends of gas / rhiz / FREIER EINTRITT
27.06.2016 / donaukanaltreiben / FREIER EINTRITT
28.06.2016 / donaukanaltreiben / FREIER EINTRITT
28.06.2016 / seewiesenfest / kleinreifling, oberösterreich / vvk: 24,38 euro (via ntry)
28.06.2016 / c’est la mü / cselley mühle, burgenland / vvk: 37,50 euro (via ntry)
29.06.2016 / donaukanaltreiben / FREIER EINTRITT
29.05.2016 / porches / fluc / vvk: 14 euro (via ntry)

spotlight | seewiesenfest

oh, du wunderbares seewiesenfest! ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, um dieses fest(ival) würdig zu beschreiben. natürlich könnte ich es ähnlich machen wie vergangenes jahr (hier gehts zum spotlight-bericht von 2015) und euch vollschwafeln wie toll es dort ist. und wisst ihr was? genau das mache ich wieder. weil es dort wirklich toll ist, in kleinreifling beim seewiesenfest. als jahrelanger besucher muss ich das schließlich wissen (mein erstes #swf war 2005, meine berichte von 2015 und 2014 findet ihr hier und hier).

das seewiesenfest bleibt klein und liebenswürdig, an selber stelle, in einem zelt, beim aufgestautem bach, umringt von bergen und wäldern. idylle pur. dazu gutes, regionales essen für fleisch-esser und vegetarier. viel musik in form von konzerten, von indie bis rock, von elektronik bis austropop. und ein schuss hip hop ist auch immer dabei. und poetry slams. und zu trinken gibt es auch. und tolle menschen sind auch dort. es ist ein perfektes, kleines, gemütliches, schönes fest.

dieses jahr finde ich das musikalische line up super-stark. meine absoluten lieblingshelden „trümmer“ werden musizieren, aber auch der alternative hip hopper „astronautalis“ gibt sich die ehre. österreichische musiker wie „conclave“ oder „voodoo jürgens“ dürfen ebenso die bühne bespielen. es wird wieder sehr besonders und sehr großartig! lasst euch das nicht entgehen!

mehr infos: www.seewiesenfest.at

28.05.2016 / seewiesenfest in kleinreifling / vvk: 24,38 euro (via ntry)

kids’n’cats

astronautalis

suuns

trümmer

luh

giga ritsch

voodoo jürgens


conclave

on air | chilibox radio feat. wienkonzert | podcast vom 19.05.2016

die neunte chilibox-feat-wienkonzert radiosendung drehte sich diesmal um die death-metal-legenden „schirenc plays pungent stench„. die neu-formierte band gründete sich ursprünglich 1988 als „pungent stench“. seit 2013 sind sie aber mit dem zusatz „schirenc plays“ (wegen neu-besetzung) unterwegs und sehr erfolgreich damit. am 17.06. spielt die truppe übrigens ein konzert in der arena (hier gibts tickets)!

nochmal die eckdaten: die chilibox crew und wienkonzert haben einmal im monat einen sendeplatz zur verfügung; nämlich jeden dritten donnerstag auf radio orange 94.0 von 22:00 bis 23:00 uhr. über funkwellen in wien, über livestream und handyapp auf der ganzen welt zu hören.

und hier gleich unterhalb könnt die letzte sendung als podcast nachhören! cool? cool!

leider gibts auch diesmal keine youtube-playlist, aber dafür ein paar festival-tipps für juni und zwar folgende:
03.06. – 05.06.2016 / rock in vienna / donauinsel (tickets)
09.06. – 12.06.2016 / nova rock / pannonia fields (tickets)
18.06.2016 / jazzfest / wiesen (tickets)
24.06. – 26.06.2016 / donauinselfest / donauinsel / FREIER EINTRITT

die nächste radiosendung findet am 16.06.2016 von 22:00 bis 23:00 uhr statt.

spotlight | donaukanaltreiben

es begann als kleines event, mit vereinzelt, auftretenden künstlern und ist mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkendes festival geworden: das donaukanaltreiben! neben dem donauinselfest, popfest und dem electric spring ein weiteres gratis event, welches einem musiker und künstler auf wunderbare weise und in wunderbarer umgebung näher bringt. zum entdecken, zum verweilen, zum feiern: das donaukanaltreiben kann irgendwie alles.

deswegen möchte ich euch auch dieses jahr wieder dazu animieren, den weg zum donaukanal zu finden, den auftretenden musikern euer gehör zu schenken und wenns gefallen hat, am merchandise-stand zuzuschlagen.

mehr infos dazu gibts auf der webseite vom donaukanaltreiben und musikempfehlungen bekommt ihr unterhalb in form von youtube-videos. also, was sagt ihr, sehen wir uns am donaukanal?

27.05. – 29.05.2016 / donaukanaltreiben am donaukanal / FREIER EINTRITT

line up am freitag:
age of extremes, jakob bouchal / disco demons, kick ass stereo, parasol caravan, destroyed but not defeated,
trümmer, the savoy club, kreiml und samurai, skero, lausch, leo aberer, autopop, farewell dear ghost, nino aus wien, matatu



line up am samstag:
einhorn, kommando elefant, mynth, swoboda, amalea, julian & der fux, clara luzia, playbackdolls



line up am sonntag:
avec, medusa, die buben im pelz, moonwrecker, martin klein, kreisky, butter



konzert #49: wolfmother @ arena open air | 11.05.2016

wolfmother waren nie wirklich auf meiner konzert-liste. aber vor einigen jahren hatten sie tatsächlich einen song, der mir nicht mehr aus dem kopf ging. dennoch verzichtete ich damals auf ein konzert. umso froher war ich, dass ich es nun doch zu einem gig der australier schaffte – noch dazu im arena open air areal. besser gehts wohl kaum!

gemeinsam mit einer freundin machte ich mich auf den weg zur location. wir kamen zwar pünktlich zum start der vorband an, machten es uns aber dann vor dem arena beisl gemütlich um ein bisschen zu plaudern. als die letzten töne des support acts erklangen erhoben wir uns von unseren gemütlichen sitzplätzen um einen platz in der menge zu ergattern und den besten blick auf wolfmother zu haben. gesagt, getan.

es dauerte nicht lange und die dreiköpfige band erschien auf der open-air-bühne. sie starteten gleich mit voller power und einem starken hit-block bestehenden aus „new moon rising“, „california queen“ und „woman“. selbst ich, als eher-nicht-wolfmother-hörer, erkannte einige songs und war angetan. es war rock in seiner reinsten form, der einem ununterbrochen zuflüsterte „du brauchst bier“ und „du musst headbangen“.

als absolutes, persönliches highlight kristallisierte sich aber ganz was anderes heraus, nämlich der keyboarder/bassist. selten hab ich jemanden so hingebungsvoll und emotional keyboard spielen sehen. niemand in einem radius von 3 kilometern bewegte sich derart leidenschaftlich und witzig zugleich. da sah der frontmann andrew mit seinem wuschelkopf eher alt daneben aus.

solide spielten sie sich durch ihre setlist, ohne große überraschungen. reden schwingen zwischen den songs? das war nicht die stärke von wolfmother. sie brauchten nicht viele worte um ihr publikum in begeisterung zu versetzten. wichtig war, dass alle bars genügend bier hatten und dass sich kein regen dazugesellte. und zack, waren alle glücklich.

für meinen geschmack war es durchschnittlich und sehr okay. schön, die band gesehen zu haben. aber für völlige gefühlsausbrüche fehlte mir dann doch die show, das drumherum. anyway, ich werd sie mir wieder anschauen, wenn sie mir in meinen plan rutschen. aber vielleicht dann mit unterstützung des gerstensafts, wer weiß, wie ich womöglich dann das konzert erleben kann?!



spotlight | jochen distelmeyer

als jochen distelmeyer mit seiner band „blumfeld“ irgendwann 2001 zum ersten mal auf meinem musikalischen radar erschien, war es um mich geschehen: ich war verliebt in den song „graue wolken„. wegen meines jungen alters konnte ich weder herausfinden, ob es konzerte gibt (das internet lag damals noch in den windeln) noch mich selbstständig mobil fortbewegen um überhaupt zu konzerten zu gelangen. viele jahre später sieht das nun anders aus. den letzten blumfeld-gig im jahre 2014 in der arena habe ich blöderweise verpasst (da war ich im urlaub oder so, hier könnt ihr euch auf jeden fall einen bericht von noisey zu gemüte führen), deswegen bin ich umso erfreuter zumindest den blumfeld-mastermind jochen solo live erleben zu können.

das besondere an diesem konzert am 24.05.2016 in der szene wird sein, dass herr distelmeyer weder mit neuen songs noch mit recht vielen alten blumfeld-schinken daherkommt. er wird uns cover-versionen von bekannten und weniger bekannten pop-songs präsentieren, die man ausserdem auch noch käuflich mit dem album „songs from the bottom vol. 1“ erwerben kann.

ich freu mich sehr darauf. denn vor allem die interpretation von britney spears‘ „toxic“ ist so gelungen, dass ich die nummer tag ein und tag aus hören könnte. wie ist das bei euch so?

24.05.2016 / jochen distelmeyer in der szene wien / vvk: 23,50 euro (via öticket)

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mitte mai und es hat temperaturen wie mitte februar. davon wollen wir uns aber nicht abhalten lassen, trotzdem rausgehen und die tollen konzertlocations in wien besuchen. da wird einem automatisch warm und gute musik gibts oben drauf!

los gehts am montag mit einem besonders tollen schmankerl: „andy shauf“ musiziert im b72! die eindringlichste singer/songwriter-mukke, die ich in letzter zeit gehört hab! hört bitte mal hier rein. ein ohrenschmaus, oder?

am dienstag ist ebenfalls das b72 eine gute adresse um einen schönen abend zu verbringen. es spielen „manic youth“ und „top“ im rahmen von wannaplayvienna.at! eintritt ist frei, kann man sich durchaus gönnen, das feierabendbier dort zu trinken.

mittwoch ist konzerttag! ganz viele großartige künstler tummeln sich nämlich in wien und ihr solltet definitiv einem der genannten acts euer gehör schenken. meine absolute empfehlung: „carnival youth“ gemeinsam mit „little big sea“ im chelsea! des weiteren: „gin ga“ im radiokulturhaus! und „lemo“ im wuk foyer! und das war immer noch nicht alles: ganz besonders wird es auch in der arena wenn „astronautolis“ auftritt (reinhören bitte hier). und für leute mit einem hang zur musikentdeckung: der kramladen beglückt euch mit konzerten von „holy pinto“ (so gut, hört euch das mal an!) und „polo to the masses„.

konzerttechnisch ebenfalls wild wird es am donnerstag: zu eurem glück könnt ihr euch für „mumford & sons“ in der wiener stadthalle und „david duchovny“ in der arena nicht mehr entscheiden, beide konzerte sind restlos ausverkaut. alternativ könnt ihr euch die rock-opas von „ac/dc“ im ernst happel stadion anschauen. aber, wenn ihr wirklich was erleben wollt, dann ab ins bach. dort beschallen „napoleon„, „thus i end“ und „dream awake“ die location. wenn ihr euch für gar nichts entscheiden könnt: am donnerstag ist wienkonzert wieder gemeinsam mit chilibox on air, 22 bis 23 uhr auf radio orange – bussi!

auf freitag könnt ihr euch besonders freuen: „marcus smaller“ is back! mit neuem album, neuen liedern und alten schmähs. er ist entertainer auf höchstem niveau und wenn ihr auf der suche nach unterhaltung seid, dann findet euch im b72 ein. ihr werdet es nicht bereuen! ausserdem am freitag: „brewtality“ und „go go gorillo“ im bach.

das restliche wochenende wird nicht so dicht besiedelt sein. am samstag würde ich euch gerne das rhiz ans herz legen – dort gibts „electric ray and the shockers“ sowie „elsa tootsie and the mini band“ auf die ohren. am sonntag dürft ihr mal wieder b72 besuchen: „alexander hacke„, ein mitglied bei den „einstürzenden neubauten“, bringt seine songs auf die bühne. wie sich das anhören könnte? so wie das hier zum beispiel. viel spass auf jeden fall! und vergesst nicht wählen zu gehen.

hard facts:
16.05.2016 / andy shauf / b72 / vvk: 16 euro (via öticket)
17.05.2016 / manic youth, top / b72 / FREIER EINTRITT
18.05.2016 / carnival youth / chelsea / vvk: 13,70 euro (via earcandy)
18.05.2016 / lemo / wuk / vvk: 17,90 euro (via öticket)
18.05.2016 / gin ga / radiokulturhaus / vvk: 18,70 euro (via öticket)
18.05.2016 / holy pinto, polo to the masses / kramladen / ak: 7 euro
18.05.2016 / astronautolis / arena / vvk: 18,10 euro (via öticket)
19.05.2016 / mumford & sons / wiener stadthalle (ausverkauft)
19.05.2016 / ac/dc / happel stadion / vvk: ab 98,90 euro (via öticket)
19.05.2016 / david duchovny / arena (ausverkauft)
19.05.2016 / napoleon, thus i end, dream awake / das bach / ak: 16 euro
20.05.2016 / marcus smaller / b72 / vvk: 19,50 euro (via öticket)
20.05.2016 / brewtality, go go gorillo / das bach / ak: 12 euro
21.05.2016 / electric ray and the shockers, elsa tootsie and the mini band / rhiz / ak: 6 euro
22.05.2016 / alexander hacke / b72 / vvk: 15,40 euro (via öticket)

konzert #48: bloodsucking zombies from outer space, landscapes, die rakede, four year strong, russkaja @ overdrive festival in kapfenberg | 07.05.2016

roadtrips zu festivals sind für mich immer etwas sehr besonderes. man kann abschalten, erlebt etwas, hört musik, verbringt zeit mit gleichgesinnten. bricht aus aus dem alltag und der routine. schon fast hätte ich darauf verzichtet – aber zum glück sagte mir mein entertainment-hungriges herz, dass ich auf alle fälle zum overdrive festival nach kapfenberg fahren sollte. die gründe sprachen für sich: ich hatte eine mitfahrgelegenheit bei den werten kollegen von chilibox radio (danke <3), ich hatte eine übernachtungsmöglichkeit via couchsurfing und eine band würde bei dem festival auftreten, die ich schon sehr lange einmal live erleben wollte. ein nein wäre nicht akzeptabel gewesen!

also starteten wir samstag nachmittag von wien richtung kapfenberg. gegen halb 5 waren wir am etwas trüben veranstaltungsort und wurden gleich mal drüber aufgeklärt, dass wir einen fetten regenschauer versäumt hatten. ojemine! was wir aber nicht verpasst hatten, war der erste höhepunkt des tages; nämlich der auftritt von den „bloodsucking zombies from outer space“! die stürmten kurz nach 17 uhr die bühne und sorgten für einen nachmittags-unüblichen menschenauflauf. gute musik und schön geschminkte gesichter sieht man in der kombination ja eher selten, kein wunder dass jeder dem konzert beiwohnen wollte!

ich schlich mich kurz weg vom festival um meiner übernachtungsmöglichkeit einen besuch abzustatten und überschüssiges gepäck dort zu verstauen. und weil ich mich mit meiner lieben host-dame so gut verstanden hatte, übersah ich etwas die zeit und kam erst zum auftritt von „landscapes“ wieder zurück zum festival. diese band aus england war wohl auch für viele leute ein grund das 10te overdrive-festival zu besuchen – zumindest feierte die crowd gebührend die hardcore-truppe mit dem wohlklingenden namen. und die band? die genoss ihren auftritt, legte viel energie rein und vor allem der frontmann zelebrierte jede sekunde auf der bühne. so muss das sein! besonders auffällig und beeindruckend: die buchstaben „modern earth“, die sie mitgebracht hatten und auf der bühne platzierten. diese änderten sich im laufe der show in das wort „weed“. was das wohl zu bedeuten hatte?

das besondere am overdrive festival ist nicht nur der standort (parkplatz der fh) sondern auch die programmierung des line ups und die auswahl und detail-verliebtheit. so war nicht nur eine hauptbühne am parkplatz-areal zu finden, sondern auch ein zelt, in dem aufstrebende, lokale junge acts sich beweisen konnten. „jack disconnect“ zum beispiel, die im handumdrehen diese zweit-location füllten und die menschen animierten sich zu bewegungen und bis zur bühne vor zu kommen. ausserdem fand ich es gut, dass in diesem zelt nicht nur die zweite bühne seinen platz fand, sondern auch merchandise und ein paar andere schmuck- und goodie-stände sich anbieten durften.

ein grund das festival zu besuchen war die band „die rakede“. seit ich die truppe letztes jahr am new sound festival gesehen hatte, war ich fast ein bisschen süchtig nach der mitreissenden musik. aber meine freude wurde bald getrübt. nicht durch die band selbst, sondern durch die liebe technik. immer wieder kam es zu box-ausfällen. die einzigen lautsprecher, die funktionierten, waren die bühnen-monitore. ärgerlich. dennoch versuchten die rakede-menschen weiterzumachen und sich nicht beirren zu lassen. ein schwieriges unterfangen, wenn die technik so gegen einen ist.

aber sie schafften es trotzdem die etwas verminderte anzahl an menschen zum tanzen zu bringen und ernteten großen applaus. auch wegen der andauernden interaktion und dem lockeren umgang mit der misslichen situation. manchmal läuft halt nicht alles rund, sich davon beirren zu lassen kam nicht in frage. ich tanze gedanklich immer noch zu ihrer seeed-dubstep-elektro-mukke!

ich gönnte mir eine kleine pause und musste akku laden und nahrung zu mir nehmen. währenddessen spielten kontrust, von denen ich zwar ein foto machte, mir die show aber nicht ansah. denn ich war bereits voller vorfreude auf „four year strong“, mein absoluter hauptgrund das festival zu besuchen.

mein 16-jähriges-ich wäre anno dazumals komplett ausgeflippt, dieses festival besuchen zu dürfen und eine punkrock-band wie „four year strong“ zu sehen. das völlige auszucken konnte ich zum glück in meiner jugend ablegen, die freude äußerte sich mit einem entspannten gesicht, mitwippenden bewegungen und einem inneren-blumen-pflücken-gefühl.

die band war zwar im vergleich zu allen anderen auftretenden acts an diesem abend viel weniger publikumsnah, aber dennoch berührten sie mit ihrer anwesenheit die wildesten punkrocker und brachten sie zum pogen. viele songs hatten sie im gepäck, darunter meinen favorit „go down in history“. aber sie wirkten unnahbar, fast ein bisschen zu cool. vor allem weil es temperaturtechnisch schon sehr frisch geworden war, fühlte sich die coole attiüde der band leider fast ein bisschen zu frostig an. und trotzdem: ihrer musik live zu lauschen war schon ein balsam für die seele.

witzig fand ich es, dass sie schon einige konzerte lang auf facebook einen gig-live-stream anbieten. die band auf der bühne zu sehen und auf dem handy gleichzeitig von einer anderen perspektive fühlte sich fast ein bisschen so an, als würde man in einem fernseh-schnitt-raum sitzen und versuchen, die beste stimmung für das gehirn zusammenzustellen. schon arg eigentlich, was die technik heutzutage alles kann.



den abschluss-auftritt des 10. overdrive-festivals sollten „russkaja“ hinlegen. diese band hab ich zum allerersten mal 2006 auf dem heidenspass-festival in tulln gesehen und durch ihren willkommen-österreich-fame ist die truppe für mich etwas in vergessenheit geraten bzw wurde von meinem gehirn als „fernsehband“ abgestempelt. als die herrschaften aber die bühne stürmten, verwarf ich alle meine gedanken wieder. denn – woooow – was war das? ein wirbelsturm voller tanzmusik, eine anheizmaschine, ein gute-laune-komitee!

alle menschen versammelten sich nochmal vor der bühne um circle-pits zu zelebrieren, um zu tanzen, um sich vom positiven lebensgefühl anstecken zu lassen. so hatte ich russkaja gar nicht in erinnerung, schande über mich! ich war erstaunt, wie eingängig sich ihr set in mein bewusstsein bohrte, wie sehr die musik mitriss und wie toll auch ihre bühnenshow war. jedes bandmitglied wurde ins rampenlicht gerückt, jeder durfte seine qualitäten beweisen. die interaktion mit dem publikum war sondergleichen, so brav machte die crowd in kapfenberg mit.

war ich zu beginn noch unsicher, ob russkaja headliner-würdig waren, war ich am ende des sets sicher, dass es keinen besseren headliner geben hätte können. russkaja haben dem overdrive-festival die krone aufgesetzt!




wer glaubt, dass es nach dem auftritt von russkaja schnurstracks ins bett ging, der irrt. die aftershowparty im zelt, hosted by chilibox, startete pünktlich nach dem letzten ton von der hauptbühne. die menschen feierten noch bis in die frühen morgenstunden und zeigten ihre wunderbaren tanzmoves zu feinster punk-rock-mukke.

danke an die leute von chilibox fürs mitnehmen, danke an das overdrive festival für diesen gelungenen tag – es war mir ein vergnügen! ich werde euch definitiv mal wieder besuchen. auf viele weitere tolle overdrive-festival-jahre!

konzert #47: the flatliners, me first and the gimme gimmes @ arena open air | 05.05.2016

als ich ein paar tage vorher mit hohem fieber zu kämpfen hatte, hielt ich es fast nicht für möglich, das arena open air von „me first and the gimme gimmes“ besuchen zu können. aber bettruhe, tee trinken und der ganze pipapo helfen wirklich. mittwoch abend konnte ich mich gesund schreiben lassen und am donnerstag voller tatendrang auf den weg in die arena machen – yeah!

ich war pünktlichst vor ort, das open air areal der arena war bereits knapp vorm platzen und die flatliners machten sich bereit für ihren support-gig. als es dann losging war das fröhliche und tanzfreudige publikum kaum zu bremsen. die kanadische punk-rock-band machte ordentlich stimmung und löste erste pogo-tänze aus. ich entzog mich der wilden meute, suchte meine alten freunde auf und genoß die heitere stimmung und die tollen gespräche.

kurz nach 21 uhr stürmten me first and the gimme gimmes in obligatorischen hawaii-hemden und weißen hosen die bühne. von der ersten sekunde an war ich und der rest der meute begeistert. warum? klassiker als punkrock-covers, was kann es besseres geben? sofort stellte sich bei allen anwesenden gute laune ein, ich war umringt von happy faces. mein erstes highlight war bereits song nummer vier, nämlich „leaving on a jetplane“. es wurde mitgegröhlt, mitgesungen, getanzt und das schönste: jeder hatte ein lächeln im gesicht.

als ich meine runden zog und von ganz vorne richtung foh ging wurde ich zuvorkommend durchgelassen, ohne blöd angeschnauzt zu werden. es war so angenehm, mit all diesen gechillten leuten, diese wunderbare musik zu hören. besonders witzig und nicht wegzudenken, waren die ansagen. da erzählten sie zum einen von ihrem neuen album, welches vor 2 jahren rausgekommen ist. und bei sehr vielen songs erklärten sie, dass das nächste lied ein cover ist. ist zwar ein alter hut dieser cover-band, aber immer noch sooo witzig! und das fand nicht nur ich, sondern auch der rest, der ausverkauften location. schön, wenn alle humor haben!

die band schlängelte sich solide durch set und suchte immer wieder kontakt zum publikum – so mag ich das. klar, weltbewegende neuheiten durfte man hier nicht erwarten – aber alle gingen mit der richtigen einstellung zu diesem gig. nämlich um spass zu haben und eine gute zeit. besonders eine gute zeit hatte ich dann bei meinem favorisierten hit-block bestehend aus „mandy“, „crazy for you“, „i believe i can fly“, „all my loving“ und „over the rainbow“.

besonders cool fand ich, als der herr an der front für zwei songs mit ukulele auftrat. ukulelen sind so tolle instrumente! mit vier zugaben verabschiedeten sich „me first and the gimme gimmes“ von ihrem publikum und entließen sie der nacht und der aftershowparty mit dem „karaoke bash“ im dreiraum. dort war es übrigens so voll, dass irgendwann sogar ein einlass-stop verhängt werden musste. die qualität der punkrock-karaoke-band hat sich wohl herumgesprochen – zu recht! ein toller abend mit tollen menschen und der gewissheit: sollte ich jemals heiraten, möchte ich „me first and the gimme gimmes“ als meine hochzeitsband engagieren!

Me First and the Gimme Gimmes Setlist Arena, Vienna, Austria 2016