ein park, tageslicht und livemusik – klingt nach dem perfekten konzertabend? ich habe festgestellt: idyll ist manchmal eine frage der perspektive.

konzerte bei tageslicht in einem park klingen im ersten moment total idyllisch – aber ist es das wirklich? als hearts hearts die mini-bühne im stadtpark erklommen haben, wirkte das einerseits total stimmig. andererseits waren da diese aufsteller im hintergrund, die mein visuelles verständnis ziemlich gestört haben. okay, nicht nur ein bisschen gestört, sondern richtig. als ich zuletzt bei einer musik-am-fluss-veranstaltung war, standen die aufsteller nur seitlich. diesmal hatte ich das gefühl, sie würden mir permanent zurufen: politik! politik! politik! ich konnte sie einfach nicht ausblenden.

ich saß mit einer freundin etwas weiter hinten auf der wiese. im nachhinein war das wahrscheinlich sogar die richtige entscheidung – wir konnten uns ein bisschen unterhalten und nebenbei der musik lauschen. ja, sich während eines konzerts zu unterhalten, ist eigentlich wirklich nicht okay. aber gleichzeitig fand ich die aufsteller auch nicht okay. nennen wir es also unentschieden.

das set selbst hat mir richtig gut gefallen. es war tanzbar, beschwingt und hat lust auf ein „richtiges“ hearts-hearts-konzert gemacht.

doch irgendwann geriet das setting für mich ein bisschen außer kontrolle. kinder liefen vor der bühne herum und tanzten, später gesellten sich auch einige erwachsene dazu. natürlich freue ich mich, wenn musik menschen mitreißt – genau das soll sie schließlich. nur hatte das zur folge, dass ich von meinem gemütlichen sitzplatz auf der wiese die band irgendwann gar nicht mehr sehen konnte. plötzlich war ich mehr damit beschäftigt, das treiben rund um mich zu beobachten, als meinen blick auf die bühne zu richten. die war nämlich schlicht nicht mehr zu erkennen.

was lerne ich daraus? wenn ich ein konzerterlebnis im park wirklich genießen möchte, dann muss ich ganz nach vorne und mir einen platz suchen, von dem aus weder die aufsteller noch die menschen vor der bühne meine sicht versperren. ein idyllisches park-konzert ist eben nur so idyllisch, wie man störfaktoren ausblenden und das erlebnis romantisieren kann. beides gehört leider nicht zu meinen stärken.

hearts hearts, wir sehen uns bestimmt wieder – aber dann bitte auf einer richtigen bühne.

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