zwischen neuen klängen, alten lieblingen und einem finale voller emotionen: so war das wolf alice arena open air.
wann immer wolf alice in wien waren, war ich dabei. ich mag ihre musik schon seit vielen jahren und freute mich sehr, sie endlich wieder live zu sehen.
bevor wir loslegen, ein kurzer hinweis zu den fotos: normalerweise fotografiere ich bei konzerten auch aus dem fotograben. für diesen bericht verwende ich jedoch ausschließlich aufnahmen meiner kleinen digitalkamera. der grund dafür ist einfach: knapp eine woche nach dem konzert warte ich noch immer auf die freigabe der offiziellen fotos durch das management. da ich mit der veröffentlichung nicht ewig warten möchte, erscheint dieser artikel nun mit den bildern, die ich ohne zusätzliche freigabe verwenden kann.
also, wie war das konzert?
den abend eröffneten keo – und sie waren eine echte überraschung. ihre songs vermittelten sofort dieses heimelige indie-gefühl mit einer angenehmen portion grunge und rock. dazu kam eine energie auf der bühne, die sofort ansteckte und richtig spaß machte.
als wolf alice schließlich die bühne betraten, wurde es vor allem eines: laut. gleich zu beginn legte die band den fokus auf die songs ihres neuen albums „the clearing“. mutig war das allemal – allerdings brauchten die neuen stücke live deutlich länger, um ihre wirkung zu entfalten. zumindest an diesem abend hatte man das gefühl, dass viele im publikum vor allem auf die vertrauten songs warteten.
gleichzeitig setzte die band stark auf ihre bühnenpräsenz. eine große discokugel tauchte den raum immer wieder in schimmerndes licht, ellie rowsell bewegte sich mit viel selbstbewusstsein über die bühne und gab jeder nummer ihre eigene dynamik. gesanglich gab es ohnehin nichts auszusetzen – egal ob bei den ruhigeren momenten oder den wilden ausbrüchen. trotzdem fehlte über weite strecken diese unmittelbare verbindung zwischen band und publikum. die performance war stark, die emotionen wollten aber erst nach und nach überspringen.
für besondere momente sorgten schließlich weniger die neuen songs als kleine gesten. das publikum sang „happy birthday“ für ellie, und als sie ein mädchen im sternenkostüm – das „star girl“ – auf die bühne holte, ging ein spürbares lächeln über das open air gelände.
richtig aufblühen durfte der abend schließlich mit den bekannten songs. bei „bros“, „don’t delete the kisses“ und „moaning lisa smile“ war sofort zu spüren, wie sich die stimmung veränderte. plötzlich sang das publikum lauter mit, die energie stieg und endlich entstand jene verbindung, auf die man zuvor lange gewartet hatte.
der zugabenteil war deshalb auch der stärkste abschnitt des konzerts. nicht, weil das ende nahte, sondern weil wolf alice hier jene eingängigen und emotionalen songs spielten, die ihre qualitäten besonders gut zur geltung bringen. das überraschende nirvana-cover von „smells like teen spirit“ funktionierte ausgezeichnet und entwickelte sich zu einem der höhepunkte des abends. mit „giant peach“ verabschiedete sich die band schließlich von der bühne, ehe „bohemian rhapsody“ von queen als outro noch einmal für ausgelassene stimmung sorgte.
es war ein konzert, das geduld verlangte. wer sich vor allem auf das neue material einlassen wollte, kam sicherlich auf seine kosten. für mich zeigte sich jedoch erst gegen ende, warum ich wolf alice seit so vielen jahren so gerne live sehe: weil ihre stärksten songs nicht nur laut sind, sondern vor allem berühren.
am ende war es aber für mich persönlich nicht nur das konzert, das geduld verlangte. auch die tage danach stellten meine geduld noch einmal auf die probe. nachdem ich knapp eine woche auf die fotofreigabe gewartet habe, erscheint dieser bericht nun mit den bildern meiner kleinen digitalkamera. sollte die freigabe doch noch kommen, werden die fotos natürlich ergänzt.




