bloodrite aus dem mostviertel machen eine druckvolle mischung aus death-/black-/doom-metal, gewürzt mit viking-metal, rock und anderen genres. petra ortner traf die band, um ein wenig mehr über die frau am schlagzeug und die herren an den saiteninstrumenten zu erfahren.
erzählt doch mal, wie und wann es zur bandgründung gekommen ist.
andi: gegründet wurde die band eigentlich von sabsi und mir. mit dem „hauni“, oder?
sabsi: 2017 haben wir die band gegründet und hatten damals noch andere bandmitglieder dabei.
andi: da waren der „hauni“ und der marcell dabei. marcell hatte dann irgendwann keine zeit mehr. also haben wir nach einem neuen bandmitglied gesucht und das war, glaube ich, der dom. er war kurz dabei. in der zeit haben wir unser erstes lied – „satan in space“ – geschrieben. das muss ich irgendwann einmal fertigschreiben (lacht). ich habe es noch irgendwo, also es existiert noch. irgendwann war dom wieder weg und hat sich auf seine eigene band, „nordblut“, konzentriert. danach hatten wir den „hias“.
hessi: der hat mich in die band geholt!
andi: genau. denn dann hatte der „hauni“ keine zeit mehr wegen seiner arbeit und konnte nicht mehr regelmäßig zu den bandproben kommen.
hessi: du hast einen ordentlichen gitarristen-verschleiß!
andi: (lacht) ja! das haben wir. dann haben wir den hessi in die band geholt. und du wolltest den willi ganz kurz einmal von uns abwerben, für deine eigene band.
hessi: damals habe ich noch bei „knochenthron“ gespielt und wollte den willi als bassisten dabeihaben. aber die band hat sich aufgelöst (lachen).
andi: und ich sammle dann all die einsamen gitarristen auf.
willi: ich habe damals in einer band bass gespielt, die aber nie aus dem proberaum rauskam. bei bloodrite spiele ich gitarre, was mir ehrlich auch lieber ist als bass.
andi: ich wollte auch nie bass spielen. ganz am anfang war der plan, dass „hauni“ den bass spielt. er wollte aber die gitarre und ich dachte mir erst mal „scheiße.“ und dann „aber so schwer kann das ja nicht sein.“ irgendwann haben wir den willi dazu-geholt. wie bist du in die band gekommen?
sabsi: er wurde assimiliert!
andi: genau. verschlungen! (lacht)
willi: aber aller anfang war extrem schwer, denn ihr spielt in einer ganz anderen stimmung als meine vorherige band. normalerweise hat man e-a-d-g-h-e und wir haben c-g-c-f-a-d. gar nicht einfach zum umgewöhnen.
sabsi: willi hat sich damals übrigens auf unseren facebook-aufruf gemeldet. seitdem ist er dabei.
wer schreibt bei euch die songs?
andi: hessi und ich schreiben die lead-parts. teilweise schreibe ich auch die schlagzeug-sachen, die dann von sabsi wieder umgeschrieben werden.
hessi: das meiste schreibt aber der andi.
andi: schlimm ist es dann, wenn mir zum beispiel in der arbeit etwas gutes einfällt und ich muss den ganzen arbeitstag daran denken, bis ich endlich nachhause komme und den scheiß aufschreiben kann. manchmal kommt es auch vor, dass ich mitten in der nacht aufstehe und etwas aufschreibe (lacht). sonst ist es weg. ich habe schon so viele gute riffs verloren, weil ich sie nicht aufgeschrieben habe.
willi: andi ist unser songwriter, sänger und bassist.
und was inspiriert dich da so alles?
andi: meistens sind es soundtracks von computerspielen. da gibt es zum beispiel den song „chainsaw“, den wir meistens am beginn unserer auftritte spielen. bei unserem kommenden auftritt ist er an zweiter stelle. ich wollte von „prince of persia: warrior within“, den song, ich glaube er heißt „conflict at the entrance“, spielen. ich hab‘ das aber nicht wirklich geschafft, also habe ich ihn etwas anders gespielt und so wurde es am ende ein neuer song. teilweise sind es auch sachen, die aus ganz anderen genres sind. darksynth-electronic, wie carpenter brut oder ähnliches. oder master boot record. da höre ich mir sachen raus, von denen ich mir denke, dass sie sich vielleicht auch auf der e-gitarre ganz gut anhören könnten.
hessi: es ist halt etwas schwierig, was die spielen.
sabsi: doom gehört auch dazu. ist auch inspiration.
andi: ach ja, richtig. die ganze doom spiele-reihe. und natürlich auch doom metal-sachen.
welche bands, zum beispiel aus dem doom metal, inspirieren dich?
andi (zieht an seinem crowbar t-shirt): crowbar natürlich (lacht)! das ist ganz verschieden. meistens von so bands wie anathema. irgend so eine irische dark metal-band. jetzt sind sie eher eine pop-rock-band (lacht). aber deren ersten beiden alben sind ziemlich geil, muss ich sagen! auf die band bin ich gestoßen, weil ich ein mod-pack für das alte „doom 2“ gespielt habe (lacht). das war in einem bit-tune oder so einem midi-ding. das musste ich mir raussuchen, weil es mir so gefallen hat.
ich muss mir wirklich mal die spiele durchhören?
andi: so ganz alte 90er jahre-shooter, boomer-shooter wie doom, quake, blood…
hessi: hast du jetzt boomer-shooter gesagt?
andi: ja, boomer-shooter. so heißt das genre jetzt. unser bandname kommt auch von einem game – „hedon bloodrite“. „hedon“ ist so ein „total conversion mod“ für doom. da spielst du eine halb-dämonin, halb-orkin mit riesigen “depf” (alle lachen). dafür gab es ein add-on, das bloodrite hieß! ich dachte mir „boah, das hört sich ja gar nicht so schlecht an. so kann man eine band benennen.“ ansonsten wäre noch „bloodright“, also „blutrecht“ in frage gekommen als bandname.
eure genres sind death metal, black metal, doom metal und auch rock’n‘roll?
andi: ich muss ehrlich sagen, dass ich diese genres einfach einmal in unsere biografie reingeschrieben habe. ich kann nicht wirklich sagen, welches genre wir spielen. mir fällt einfach etwas ein und dann hört sich das irgendwie so an wie diese genres, aber welche richtung es genau ist, das weiß ich nicht wirklich.
sabsi: es ist eine mischung aus mehreren genres. auf jeden fall.
andi: ich glaube, das war bei unserem ersten auftritt, im bunker in purgstall. da musste man genres angeben und ich dachte nur „ich weiß es nicht!“
sabsi: ein wenig viking metal ist auch dabei. und cowboy musik, also western-anleihen.
hessi: irgendjemand hat mir mal gesagt, dass wir uns anhören, wie eine mischung aus amon amarth und motörhead (lacht).
andi: ja, mit welchem lied? ich weiß es nicht.
ihr habt vor einem jahr „demonic war machine“ als ersten song eures albums auf youtube released. was ist seitdem geschehen? gibt es album-pläne? und zahlt es sich überhaupt finanziell aus, heutzutage ein album zu produzieren?
andi: ja, pläne gibt es. aber es kostet alles zeit und geld. und das ist unsere große hürde. ich könnte ja schon fast ein zweites album herausbringen. was die songs angeht.
sabsi: von den songs her ginge sich ein weiteres album aus, aber finanziell ist es eine andere sache. musik machen ist unser hobby.
willi: ich denke schon, dass sich ein album auszahlt. eine cd ist schon super. damit hat man etwas zum herzeigen.
hessi: finanziell glaube ich nicht, dass es sich rentiert. es ist aber leiwand, wenn man so etwas hat, das man in händen halten kann.
andi: wir machen das ja nur als hobby, also von da her glaube ich nicht, dass das derzeit realistisch ist.
die fans würden aber schon platten kaufen, bei den auftritten zum beispiel?
sabsi: das machen sie bestimmt. aber die meisten streamen songs. da macht es mehr sinn, die songs auf streamingplattformen zu laden.
andi: musikkassetten gibt es jetzt wieder! habe ich schon gesehen. das kommt wieder. und dann so richtig old school black metal aufnehmen, mit rauschen und krachen. so richtig „raw“ (lacht).
und die musikkassetten dann, wie man es früher gemacht hat, aus dem kofferraum raus verkaufen.
(alle lachen) andi: ja genau!
willi: da gibt es jemanden an einer tankstelle. die person hat mir auch schon mal eine cd angeboten. sie kam aus dem ausland. ich weiß nicht mehr genau woher. das stück hätte so 10 oder 15 euro gekostet.
andi: das sind die leute aus estland! die machen das so! aber ich weiß nicht, das ist mir irgendwie etwas zu aufdringlich.
es gäbe also genug lieder, nur nicht genug zeit und geld im moment?
willi: songs gibt es genug für eine cd. alles andere wird sich weisen.
andi: wir werden sehen, was die zukunft noch alles bringt.
mir gefällt auch das cover-artwork, das bei dem einen song zu sehen ist.
andi: ach ja, das habe ich auf einer webseite erstellen lassen. um 25 euro. das wurde aus drei ki-dingen zusammengebastelt und mit photoshop bearbeitet. ob es einmal ein ganzes album gibt, das wissen wir aber wirklich noch nicht. ist bei uns derzeit eher ein zeitliches problem. den einen song haben wir damals beim max aufgenommen, dem gitarristen von “flesh remains”.
ihr spielt viel live. welcher war der für euch bisher erfolgreichste auftritt?
willi: der vom 10. jänner im freiraum st. pölten.
andi: der auftritt in der zuckerfabrik war auch ganz leiwand.
hessi: dieser war auf jeden fall der größte bisher. mit „blutgott“, „heathen foray“, „finsterforst“, „nordblut“ – mit denen spielen wir jedes mal (lacht).
andi: haha! die nehmen uns überall hin mit. wie viele auftritte pro jahr haben wir eigentlich? zwei, drei?
willi: seit ich dabei bin, hatten wir zehn auftritte!
andi: schon? ach ja, da war auch eine hochzeit, auf der wir gespielt haben. eine gothic-hochzeit.
sabsi: bei einer geburtstagsfeier haben wir auch schon gespielt.
willi: das metal-weekend am 26. september im freiraum ist dann unser elfter gemeinsamer auftritt!
ist es nur mein eindruck oder ist in den letzten jahren die metal-szene wieder erstarkt und aktiver als noch vor rund zehn jahren? obwohl mehr und mehr lokale zusperren müssen?!
andi: mir kommt vor, dass besonders die rock-schiene wieder starken aufwind bekommt.
sabsi: zu live-konzerten kommen leider auch immer weniger besucher. das ist alles eine kosten-sache. ich glaube, viele wollen sich das alles nicht mehr leisten. es werden auch immer weniger vorverkaufstickets gekauft – was die veranstalter stärken würde. viele warten bis zum schluss und entscheiden kurzfristig, ob sie auf ein event gehen oder nicht. dadurch kann es passieren, dass veranstaltungen auch abgesagt werden.
willi: das kann man im “bunker.kollektiv” wunderbar feststellen. beim letzten „nikolaus slaughterhouse“ hatte der verein einen guten vorverkauf, aber dann auch noch jede menge abendkasse. das hätte ich nie geglaubt. ich bin auch – und gerne – ein “bunker.kollektiv”-vereinsmitglied und sitze gerne an der kassa. ich hätte damals nicht gedacht, dass wir so viel abendkassa haben.
hessi: der vorverkauf ist so eine sache. ich bin im vorstand vom “bunker.kollektiv” und wir erleben leider oft ein „null-summen-spiel“ oder auch negative ergebnisse, weil man ohne vorverkauf einfach nicht so gut planen kann. so weiß man nicht, wie viele leute dann tatsächlich kommen. wir mussten aufgrund von zu wenig vorverkauf auch schon konzerte absagen. nur abendkassa ist einfach sehr schwer zu planen, weil du nicht sagen kannst, wie viele leute zum event kommen. du weißt so bis zum schluss nicht, ob du einen fetten verlust machst und die hütte zusperren musst, oder ob es gut geht. du kannst nicht sagen, wie viele getränke du einkaufen musst, wie viel essen, wie viele leute brauche ich für die bar und so weiter. sowas ist sehr schwer.
willi: ich sag immer: veranstaltung durchführen. scheiß dir nichts! mach es!
gibt es ein festival, auf dem ihr gerne spielen würdet?
hessi: hellfest! (alle lachen)
sabsi: bleib realistisch. cool wäre einmal das kaltenbach open air.
willi: most wanted!
sabsi: das auch. und zum beispiel das „metal & tattoo“, das „heavy mölltol“ wäre auch toll.
andi: oder das „area 53“ zum beispiel.
sabsi: wenn man dann größer denkt. aber jetzt wären mal solche kleineren festivals ein wahnsinn. das wäre echt cool auf diesen festivals mal zu spielen. das „metal escalation“ war leider heuer zum letzten mal.
ich seh hier vor mir die songliste für den nächsten auftritt. gibt es einen song, den ihr besonders gerne live spielt?
andi: die darfst du ja eigentlich noch gar nicht sehen (lacht).
sabsi: ich freu mich schon darauf unseren neuen song zu spielen! „ocean of blood“, was wir vor dem interview gespielt haben.
ich habe jetzt noch eine letzte frage für euch.
andi: ich nehm den telefonjoker! (alle lachen)
was ist eurer meinung nach bei metal konzerten, metal fans, in der metal szene ein „no go“?
hessi: jede form von gewalt, sexuelle belästigung – alles, was irgendwie oasch ist.
andi: da können wir alle zustimmen.
links:
bloodrite facebookseite: https://www.facebook.com/bloodrite/
nächste konzerte:
26.09.2026 – stp metalweekend, freiraum st. pölten (eventinfo)
24.10.2026 – black creek festival 2026 – schloss rothschild waidhofen/ybbs


