manche festivals überzeugen mit ihrem line-up. andere mit ihrer atmosphäre. das butterfly dance festival konnte beides.
dass sich meine skepsis in etwas ganz anderes verwandeln würde, das hätte ich zu beginn des tages nicht für möglich gehalten. wie auch immer: ich fuhr mit dem zug von wien nach eisenstadt. der zug hatte verspätung, für meinen geschmack war es viel zu heiß und meine laune entsprechend im keller. doch als ich durch das beschauliche, ruhige eisenstadt spazierte, mich über die beschilderung zum festival freute und schließlich den prächtigen teich beim schlosspark entdeckte, dachte ich nur: vielleicht lässt es sich hier doch ganz gut aushalten.
der teich gehörte zwar gar nicht zum festival, denn das gelände befand sich auf der anderen seite. doch auch dort machte sich sofort ein gutes gefühl breit. das schloss thronte hinter der bühne, überall lagen gemütliche picknickdecken und überhaupt wirkte das festivalgelände angenehm überschaubar – und gleichzeitig voller kleiner überraschungen.
wegen der zugverspätung kam ich später an als geplant und curtis harding stand bereits auf der bühne. der prallen sonne begegnete er mit glitzersonnenbrille, während ich diese entschleunigung aufsog. dieses im-moment-sein. dieses festivalgefühl, bei dem plötzlich alles andere unwichtig wird. viel kann ich über seinen auftritt gar nicht sagen – es fühlte sich einfach an, als würden seine songs unsere seelen streicheln und zur ruhe kommen lassen.
anschließend erkundete ich das festivalgelände, bevor ich rechtzeitig zu sophie ellis-bextor wieder vor der bühne stand. ich wusste schon vorher, dass ich ihren auftritt lieben würde – schließlich hatte ich sie bereits im wuk erlebt. doch als sie in ihrem glitzernden disco-kleid auf die bühne stürmte, mit ihrer herzlichen art das publikum begrüßte und uns von beginn an ein lächeln ins gesicht zauberte, war ich tief berührt.
aus dieser gerührtheit wurden später sogar tränen. ich konnte einfach nicht fassen, wie schön dieser auftritt war. sophie ellis-bextor spielte ihre größten hits, schwang die beine in die höhe, grinste ununterbrochen übers ganze gesicht und ließ sich selbst von der intensiven abendsonne nicht aus der ruhe bringen.
als nächstes stand jovanotti auf der bühne. ich hörte ein paar songs, bevor ich mich auf die mission machte, ein gutes abendessen zu finden. tatsächlich wurde ich schnell fündig und war gleichzeitig überrascht, wie viele sitzplätze auf den bierbänken rund um die bühne zur verfügung standen.
nach dem essen zog ich weiter über das gelände. schon seit der dämmerung fragte ich mich, was da zwischen den kleinen baumgruppen so geheimnisvoll leuchtete. und dann entdeckte ich sie: riesige ballons in sanften farben, die zwischen den bäumen schwebten. überall lagen menschen auf ihren picknickdecken, blickten in den himmel und ließen sich von diesem warmen licht anstrahlen.
dieser ort strahlte eine unglaubliche ruhe aus. in diesem moment wurde mir klar, warum mich dieses festival so begeisterte. es ging nicht nur um die musik. es gab platz zum tanzen, zum entdecken, zum essen – und genauso auch zum abschalten, herumliegen und einfach einmal durchzuatmen. ich habe selten ein festival erlebt, das seinen besucherinnen und besuchern dafür so selbstverständlich raum gibt.
gestärkt konnte ich mich schließlich ganz dem headliner-set von moby hingeben. ich war mehr als beeindruckt. das bühnensetting, die songs, moby und seine sängerinnen – all das ergab eine perfekte symbiose. obwohl manche stücke in ihren techno-versionen deutlich schneller waren als die originale, funktionierte genau das für mich wunderbar. irgendwann fand ich meinen perfekten platz: genau in der mitte vor der technik. durch eine kleine lücke zwischen den menschen hatte ich freie sicht auf die bühne – und genug platz, um einfach zu tanzen. und ich tanzte, bis moby die bühne verließ.
danach machte ich mich auf den weg zum ausgang und wurde ein letztes mal überrascht. mehrere shuttlebusse standen bereits hintereinander bereit. ich ließ mein rückfahrticket scannen, stieg ein, der bus füllte sich – und keine fünf minuten später fuhren wir schon richtung wien.
wunderschöne location, großartige musik und dazu eine an- und abreise, die unkomplizierter kaum hätte sein können. butterfly dance festival – ich komme wieder.


















