eine konzertnacht zwischen schweiß, sonnenblumen und großen momenten: kevin morby in der simm city.

ich habe in meinem leben schon einige sehr heiße – temperaturbedingte – konzertabende erlebt, und ich wusste: jener abend in der simm city würde sich nahtlos einreihen. als ich ankam, führte mich mein erster weg zur toilette, um mein gesicht zu waschen. verdunstungskühle und so. doch die wassertropfen auf meiner haut hatten kaum zeit, ihre wirkung zu entfalten – sie waren gefühlt sofort wieder verdampft.

ich versuchte, mich im innenhof noch etwas abzukühlen, bevor ich ungefähr zehn sekunden vor showbeginn von supportact liam kazar dann doch in die halle stürmte. während ich noch damit beschäftigt war, nicht zu schmelzen, sang sich liam kazar langsam in unsere herzen. ehrlich gesagt hatte ich nicht mit dieser starken stimme gerechnet und war positiv überrascht. seine freundliche art und die wuscheligen locken machten ihn zum perfekten boy next door: zu nett, um ein superstar zu sein – aber zu gut, um ein unbekannter zu bleiben.

direkt danach zog es mich wieder hinaus in den innenhof. ein bisschen frische luft, ein paar gespräche mit freunden – und vor allem die frage: wie soll ich da drinnen bitte noch einmal mehrere stunden aushalten? doch irgendwann war klar: draußen bleiben war keine option.

als kevin morby schließlich auf seine sonnenblumen-bühne trat, passierte etwas überraschendes. während seine locken im rhythmus der musik durch die luft flogen und er seine songs spielte, vergaß ich die hitze zumindest für kurze momente. denn was war plötzlich mit kevin morby passiert? ich hatte ihn irgendwie als leichten weirdo abgespeichert. doch an diesem abend zeigte er eine ganz andere seite.

da war dieses selbstbewusstsein, diese ausstrahlung, diese selbstverständlichkeit, mit der er die bühne einnahm. seine ansage gleich zu beginn, dass dieses konzert wohl eher einer hot yoga class gleiche, schuf sofort eine verbindung zwischen ihm und dem publikum. genau diese mischung aus nahbarkeit und selbstsicherheit machte seine songs plötzlich noch größer. seine indie-folk-rock-nummern wirkten vertraut und gleichzeitig völlig neu. unterstützt wurde das ganze von einer wunderschönen, stimmigen lichtshow, die perfekt zur atmosphäre passte. 

ich versuchte zwischendurch weiterhin, mit kleinen schwungbewegungen irgendwie luft über meine haut zu bekommen – erfolglos. also blieb nur noch der blick zur bühne. dort tanzte kevin morby über die bretter, spielte seine zeitlosen songs und wirkte trotz verschwitzter, ernster miene erstaunlich glücklich über seine persönliche hot yoga class in wien. vielleicht lag es daran, dass er sich tatsächlich ein bisschen in diese stadt verliebt hatte. vielleicht machte genau das die hitze für ihn erträglicher. selbst wenn die schweißperlen auf seinem gesicht manchmal fast wie tränen wirkten.

zugegeben: viele menschen waren nicht gekommen. aber niemandem war es zu verdenken, bei diesen temperaturen lieber zuhause zu bleiben. diejenigen, die da waren, waren jedoch von der ersten bis zur letzten minute dabei. man spürte es an den mitsingchören, am jubel und an der konzentrierten stille zwischen den songs. und auch kevin morby schien diesen abend genossen zu haben. am ende wurden die sonnenblumenköpfe liebevoll ins publikum geworfen, und glückliche konzertbesucher machten sich mit diesen kleinen erinnerungen auf den heimweg. was für ein schönes konzerterlebnis – trotz dieser extremen hitze!

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