manche konzerte brauchen keine große show, sondern nur ein außergewöhnliches lichtkonzept, um einen ganzen abend zu tragen. men i trust haben das bei ihrem arena open air eindrucksvoll gezeigt – musikalisch zurückhaltend, visuell umso stärker.
ehrlich gesagt wusste ich überhaupt nicht, auf was ich mich da einlassen würde, wenn ich ein men i trust konzert besuche. anfang juni hatte ich zwar kurz in den primavera-sound-livestream geschaut und abgecheckt, wer men i trust eigentlich sind, aber ich wollte mich bewusst überraschen lassen – von einer band, die so ruhig ist, dass sie in dieser lauten welt fast unterzugehen scheint. und es doch nicht tut.
jedenfalls pilgerte ich zur open air bühne in der arena, meiner liebsten sommer-location, und freute mich auf mein mittlerweile siebtes konzert dieser saison dort. diesmal war im vorderen bereich viel platz – was impliziert, dass es (noch) keinen tiktok hit gibt – und ich blieb gleich dort. nah an der bühne sein und trotzdem ausreichend platz haben, ist schließlich immer gut. etwas später gesellte sich noch eine freundin zu mir – der abend konnte also beginnen.
support-act „evan wright“ brachte uns ganz sanft in stimmung. also wirklich supersanft. seine musik schien keine ecken und kanten zu haben, eher wie ein runder, fluffiger ball. nur sein aussehen war kantig. evan wright war jedenfalls ein guter einstieg in das, was noch kommen würde. dachte ich.
„men i trust“ begannen dann genau so ruhig, wie ich es erwartet hatte. womit ich allerdings überhaupt nicht gerechnet hatte: dass mich das licht derart begeistern würde. es setzte die band – und allen voran sängerin emma – immer wieder gekonnt in szene und schuf ständig neue stimmungen. noch mehr aufmerksamkeit bekam allerdings der gitarrist. auf einem podest erhöht wirkte es fast so, als würde die band ihn regelrecht anbeten. war er etwa ihr „man she trusts“? man muss ihm jedenfalls lassen, dass er schon sehr intensive gitarrensoli zu bieten hatte. das scheinwerferlicht war also doch ein bisschen berechtigt.
zwischendurch hatte ich ein bisschen angst, dass mir langweilig werden könnte. allzu viel bewegung gab es auf der bühne nämlich nicht. keine großen gesten, keine posen – nur sanfte musik, die sich langsam ausbreitete. ich fragte mich auch immer wieder, wie eigentlich all die leute um mich herum zu men i trust kamen – hintergrundmusik endlich mal live sehen? ich werde es nie erfahren.
na gut, ich muss nochmal zurückkehren zu meinem lieblingsthema: das licht. es verlieh jedem song eine eigene atmosphäre und hielt meine aufmerksamkeit ständig aufrecht. genau dadurch driftete ich nie gedanklich ab. denn zu meiner überraschung gab es dann doch einige nummern, die etwas treibender waren – das medley zum beispiel, das mit dem lied „oncle jazz“ begann. das publikum begann mitzuschwingen und leicht zu tanzen, während auf der bühne weiterhin ganz bedacht und ruhig musiziert wurde.
im laufe des konzerts wurde mir klar, dass es nicht immer die große show braucht, um zu überzeugen. gleichzeitig merkte ich, dass ich mich erstaunlich gut auf ruhige konzerte einlassen kann – vorausgesetzt, es gibt etwas, das mich zusätzlich in den bann zieht. und jetzt rede ich schon wieder vom licht, aber das war wirklich außergewöhnlich.
insgesamt hätte ich mir trotzdem ein paar flottere songs gewünscht. die beiden songs ganz am ende, „worn down“ und „billie toppy“, trafen in dieser hinsicht total meinen geschmack – genau sowas hätte ich auch gern zwischendurch gehört. es hätte dem set noch etwas mehr dynamik und einen stärkeren spannungsbogen verliehen. so blieb der abend vor allem ein potpourri aus stimmungsvollen lichtbildern und verträumten klangteppichen – mit dem erhöhten gitarristen und der immer wieder schön in licht getauchten sängerin emma als besondere highlights.










