zwei von vier tagen voller musik, begegnungen und festivalstimmung am karlsplatz: zum 17. mal feierte das popfest neue, frische und manchmal auch ungewöhnliche musik aus österreich.

popfest, tag 1.

eigentlich wollte ich gar nicht zum popfest. also schon – aber nicht wegen der musik. mein plan war: ein paar freunde treffen, plaudern und anschließend wieder nach hause fahren. dass ich am ende doch mehrere konzerte sehen würde, wusste ich zu diesem zeitpunkt noch nicht.

zuerst verschlug es mich zu marianne mendt. wenn schon dort, dann kann man schließlich auch einmal die mutter des austropop live erleben. kaum hatte ich allerdings die bühne erreicht, lief mir eine freundin über den weg, die ich seit mehr als drei jahren nicht mehr gesehen hatte. also wurde geplaudert. viel geplaudert. und wir waren bei weitem nicht die einzigen – rund um uns herum wurde mindestens genauso viel geredet wie zugehört. gratisfestival eben.

ein paar songs bekam ich trotzdem mit. vor allem den abschluss mit „wie a glock’n“. irgendwie war das schon ein besonderer moment. eine jener nummern, die längst zum österreichischen kulturgut gehören. emotional gepackt hat mich das allerdings nicht. dialektmusik wird vermutlich nie ganz meine baustelle sein.

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zwischendurch tat ich dann das, weshalb ich eigentlich gekommen war: freunde treffen. doch irgendwann hieß es: „komm, schauen wir uns noch ein paar bands an.“ na gut. also pilgerte ich mit einer gruppe direkt ins getümmel, direkt zu tamara flores.

ich wollte sie mögen. wirklich. doch auf der großen bühne wirkte ihre musik auf mich etwas verloren. ihre warmen, spanisch angehauchten songs hätten vermutlich in einem kleinen club, dicht gedrängt zwischen verschwitzten menschen, deutlich mehr wirkung entfaltet. hier fehlte ihnen einfach die passende atmosphäre.

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danach ging es ins wien museum zu sanna frankie. dort war genau das gegenteil der fall: eng, heiß und voll. und plötzlich funktionierte es. sanna frankie besitzt eine beeindruckende stimme. wenn ich die augen schloss, war ich komplett dabei. öffnete ich sie wieder, war die magie allerdings ein stück weit verschwunden. die niedrige bühne und das sehr verspielte, fast kindliche styling wollten für mich nicht ganz zur musikalischen qualität passen. das potenzial ist definitiv da – jetzt braucht es nur noch die passende inszenierung.

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anschließend schlenderte ich mit einer freundin noch richtung u-bahn, traf unterwegs gleich die nächste freundin und machte mich schließlich auf den heimweg. am ende des ersten festivaltages hatte ich dann doch beides geschafft: freunde getroffen und mir einige musikalische eindrücke mitgenommen. auch wenn mich nichts wirklich umgehauen hat, war es ein schöner abend – vor allem, weil ich so viele liebe menschen wiedergesehen habe.

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popfest, tag 2. 

der zweite popfest-tag begann fast genauso wie der erste. eigentlich wollte ich nur zum austropop-talk im wien museum und danach direkt wieder nach hause. der talk war großartig – informativ, unterhaltsam und mit genau der richtigen portion schmäh. doch kaum verließ ich den saal, begegnete ich schon wieder bekannten gesichtern. aus einem kurzen hallo wurde ein längeres gespräch, aus dem geplanten heimweg ein weiterer festivalabend. manchmal entscheidet eben nicht der plan, sondern der zufall.

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wir schlenderten weiter zur seebühne, wo gerade sladek spielten. eigentlich hätte ich die band schon beim butterfly dance festival sehen können, damals war ich allerdings zu spät angereist. nun also der zweite versuch.

musikalisch gefielen sie mir richtig gut. leicht, locker und angenehm schwungvoll. trotzdem fehlte mir auch hier ein bisschen das gewisse etwas. vielleicht lag es an mir, vielleicht war es tagesverfassung – aber ich vermisste diese selbstverständlichkeit, diese selbstsicherheit auf der bühne, diese kleine portion star-attitüde, die einen auftritt manchmal erst so richtig trägt.

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zwischendurch traf ich immer wieder zufällig menschen – familienmitglieder, freundinnen und bekannte. es war, als hätte sich ganz wien am karlsplatz verabredet, nur um mich vom heimgehen abzuhalten.

jedenfalls schauten wir anschließend noch kurz bei purple und rahel vorbei. vor allem purple enttäuschten mich dann ziemlich. ich mochte einige ihrer songs wirklich gern, doch live klang vieles überraschend schief. das machte mich fast ein bisschen traurig. rahels musik traf wiederum einfach nicht meinen geschmack. ich habe mich wohl schon vor vielen jahren an deutschsprachiger popmusik sattgehört.

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„noch kurz rauf ins wien museum zu ischia, kommst du mit?“

okay.

also ging es doch noch einmal weiter. und ischia machten sofort eindruck. optisch sowieso – ich liebte die gitarre, die gitarrensoli und die energie auf der bühne. nach ein paar songs wurde es mir dort oben allerdings einfach zu warm. außerdem war ich gedanklich schon längst auf dem heimweg. eigentlich wollte ich schon vor stunden zu hause sein, inzwischen war es längst dunkel geworden.

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doch auch daraus wurde nichts. eine weitere freundin schrieb mir, sie sei gerade am karlsplatz gestrandet. natürlich blieb es nicht bei einem kurzen hallo. stattdessen standen wir noch ewig zusammen, diesmal bewusst abseits der bühnen, um niemanden beim konzert zu stören.

erst kurz vor mitternacht stieg ich schließlich in den bus. auf der heimfahrt dachte ich nur: man soll die feste feiern, wie sie fallen. und genau das hatte ich getan. musikalisch hatte mich an diesem tag zwar kaum etwas umgehauen, dafür war es ein richtig schöner abend mit vielen lieben menschen.

am samstag zog es mich dann ganz bewusst aus wien hinaus. nach zwei tagen zwischen konzerten, zufallsbegegnungen und stundenlangen gesprächen hatte ich das gefühl, dass ich noch einen dritten festivaltag genauso verbringen würde. und genau das wollte ich vermeiden.

rückblickend freue ich mich trotzdem, dass das popfest auch heuer wieder viele spannende namen abseits der üblichen verdächtigen auf die bühnen geholt hat. gleichzeitig merkte ich aber, dass ich an diesem wochenende gar nicht wirklich bereit war, neue musik für mich zu entdecken. ich war ständig unterwegs, ständig im gespräch und gedanklich oft schon beim nächsten treffpunkt. vielleicht ist das auch der grund, warum mich musikalisch nichts so richtig umgehauen hat.

aber vielleicht ist genau das die stärke des popfests. man geht wegen einer band hin und bleibt wegen der menschen. oder – so wie ich – man geht eigentlich wegen der menschen hin und nimmt ganz nebenbei doch noch ein paar konzerte mit.

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