konzertfotografie-setup aus der praxis: dslr im fotograben, kompaktkameras im publikum und warum ich bewusst mehrere kameras statt nur einer nutze.

wenn ich über konzertfotografie spreche, kommt sehr schnell die frage nach der ausrüstung. ich habe über die jahre ein ziemlich vielseitiges setup aufgebaut – nicht, weil ich alles brauche, sondern weil jedes werkzeug eine andere funktion erfüllt. je nach situation, licht, nähe und energie nutze ich unterschiedliche werkzeuge – weil konzertfotografie selten eine einzige perspektive ist.


fotopass – arbeiten im graben

für konzerte mit fotopass arbeite ich meist mit einer canon eos 80d und einer canon eos 90d und verschiedenen gebrauchten objektiven (die photoboerse ist da die adresse meines vertrauens!). sie sind meine arbeitspferde im fotograben: zuverlässig, vertraut und flexibel genug für schnelle wechsel zwischen nahen porträts und weiteren bühnenansichten. 

  • 10–18 mm für bühne, raum und crowd
  • 50 mm festbrennweite für emotionen und lichtmomente
  • 18–135 mm als flexibler allrounder
  • 55–200 mm für nähe und details

im fotograben zählt vor allem eines: geschwindigkeit. das licht wechselt schnell, momente passieren nur einmal – und sind sofort wieder weg. zwei bodies sind hier kein luxus, sondern ein sicherheitsnetz. kein objektivwechsel im falschen moment, kein risiko, einen moment zu verlieren.

zusätzlich nutze ich eine spiegellose kamera, nämlich die olympus pen e-pl10. diese kamera nehme ich nicht immer mit. nicht, weil sie weniger kann, sondern weil sie eine andere art zu fotografieren verlangt. sie ist für mich eher ein werkzeug für bewusstere, langsamere fotografie – oft ergänzend zu den canon kameras oder in sehr ruhigen, stillen situationen, in denen ich gezielter arbeiten kann.

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canon setup für den fotograben – zwei kamerabodies, gebrauchte objektive.
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olympus pen mit wechselobjektiven für kreativere foto momente.
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beispielbild olympus pen e-pl10 am primaversa sound festival 2022.
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beispielbild olympus pen e-pl10 am primaversa sound festival 2022.

konzerte und ihre crowd – wenn ich mitten im publikum fotografiere

sobald ich keinen fotopass habe, verändert sich mein ansatz komplett. dann geht es nicht mehr um vollständige dokumentation, sondern um nähe und atmosphäre.

meine hauptkameras in diesem setting sind die sony rx100 vii und die sony dsc-hx60v.

wenn ich weit hinten stehe und trotzdem nah an die bühne kommen möchte, greife ich zur sony hx60v. diese sehr alte kompaktkamera wird oft unterschätzt, aber ihr enormer zoom ermöglicht genau das, was ich brauche: gesichter aus distanz einzufangen, wenn andere objektive längst an ihre grenzen kommen.

neu im setup ist die sony rx100 vii. mein allround-tool für bessere bildqualität, schnellen autofokus und maximale flexibilität im kompakten format.

und dann ist da noch mein smartphone für alles, was spontan passiert – ein ganz normales samsung galaxy s23. gerade bei bühnenlicht und gesamtansichten liefert das handy oft eine andere bildwirkung als kameras. es reagiert schnell, ist sofort griffbereit und fängt die gesamte bühne als stimmung ein. während meine kameras eher details und motive isolieren, zeigt das handy den raum, das licht und die gesamtatmosphäre.

über die jahre habe ich gelernt: es gibt nicht die eine perfekte kamera, nur das richtige werkzeug für die jeweilige situation.

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die beiden point and shoot kameras sony rx100vii und sony hx60v lassen keine wünsche offen.
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beispielbild sony hx60v: sombr fotografiert von ganz hinten im gasometer.
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beispielbild sony rx100vii: mac demarco fotografiert vom rasen im open air areal der arena.
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beispielbild samsung galaxy s23: billy talent auf der open air bühne der arena. 
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beispielbild samsung galaxy s23: cmat im b72.

video – warum ich nur highlights filme

wenn ich filme, nehme ich meist nur sequenzen auf – oft refrains. nicht, weil mehr nicht möglich wäre, sondern weil ich bewusst auswähle, was ich festhalte. im refrain liegt meist die stärkste energie eines songs. es ist der moment, den viele im publikum emotional teilen.

ich filme also keine kompletten songs, sondern nur kurze höhepunkte. so bleibe ich im moment, statt das konzert hinter dem display zu verlieren.

was dieses setup eigentlich bedeutet

wenn ich mein gesamtes equipment betrachte, geht es nicht um „die beste kamera“, sondern um rollen.

fotopass = kontrolle und geschwindigkeit
kompaktkameras im publikum = nähe und freiheit
olympus = bewusste gestaltung
handy = gesamtstimmung
video = emotionale höhepunkte

ich versuche nicht, alles mit einer kamera zu lösen. ich versuche, die passende perspektive für den moment zu finden.

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das eigentliche problem ist selten die kamera

wenn ich heute im fotograben stehe, sehe ich oft sehr ähnliche bilder: technisch perfekt, sauber belichtet, scharf – und trotzdem austauschbar. nicht weil die kamera schlecht ist. sondern weil die bildgestaltung gleich bleibt.

perspektive entscheidet – wie ich meine konzertreportagen denke

ich arbeite bewusst mit klassischen standardshots als auch kreativen perspektiven. die standardshots geben mir zunächst struktur und einen rahmen: die ganze bühne, dann enge porträts, emotionen im gesicht, bewegung im moment. die kreativen perspektiven entstehen durch den ständigen wechsel zwischen distanzen und blickwinkel – von ganz unten, seitlich, frontal, weit weg, nah dran.

denn: damit eine bildserie für mich funktioniert, braucht sie rhythmus. und genau deshalb ist für mich eines entscheidend: nicht alles zentrieren. denn genau das ist oft das langweiligste fürs auge.

ich versuche, die blickführung über mehrere bilder hinweg abwechslungsreich zu gestalten. mal liegt der fokus rechts, dann mittig, dann links. dazu kommen unterschiedliche brennweiten, perspektiven und bildausschnitte. im idealfall wandert das auge durch die galerie, statt bei jedem bild dieselbe komposition vorzufinden. eine gute bildserie führt den blick weiter, überrascht und verhindert, dass zehn bilder hintereinander gleich aussehen.

denn auch technisch perfekte fotos können langweilig wirken, wenn sie immer nach demselben muster aufgebaut sind. spannung entsteht durch wechsel. durch bewusstes brechen von erwarteten bildern. durch randpositionen. durch unruhe in der bildsprache.

 

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beispiel fotoreihe mit verschiedenen perspektiven (draufklicken und fotogalerie anschauen)

am ende bleibt eine einfache erkenntnis:

gute konzertfotografie entsteht nicht durch ausrüstung,
sondern durch entscheidungen im moment.

eine kamera macht kein gutes bild. sie kann unterstützen, beschleunigen, erweitern – aber sie ersetzt keine idee. entscheidend sind timing, beobachtung, kreativität und das gespür für den richtigen moment.

und manchmal ist das beste werkzeug im fotograben nicht das teuerste. sondern das, das mir genau das ermöglicht, was ich in diesem moment brauche.

fazit

ich habe kein perfektes kamera-setup. aber nach tausenden konzertfotos glaube ich auch nicht mehr, dass es das überhaupt gibt. jede kamera in meiner tasche erfüllt eine bestimmte aufgabe. manche liefern reichweite, andere bildqualität, andere flexibilität oder spontanität.

entscheidend ist nicht, wie teuer eine kamera ist. entscheidend ist, ob sie mir hilft, den moment einzufangen. denn am ende erinnert sich niemand daran, mit welchem sensor ein foto gemacht wurde. man erinnert sich daran, wie sich das bild angefühlt hat.

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