zwischen summer core, nostalgia und fehlendem bass: ein abend mit empire of the sun.

ich war ziemlich überrascht, als ich das open-air-areal betrat und plötzlich unzählige junge menschen ganz vorne bei der bühne sitzen sah. seit wann ist die band „empire of the sun“, die es gefühlt schon ewig gibt, in so jungen kreisen plötzlich so beliebt?

eine kurze recherche später war klar: tiktok spielt dabei wohl eine große rolle. empire of the sun scheinen gerade genau diesen „vibe“ zu treffen – irgendwo zwischen summer core aesthetic und tumblr-nostalgia. die tops der anwesenden mädels hätte ich vor zwanzig jahren genauso in der dorfdisco gesehen – und auch die digitalkameras wirkten wie ein direktes relikt aus meiner eigenen vergangenheit. ich fühlte mich gleichzeitig fehl am platz und doch genau richtig dort. also eigentlich meinem alter entsprechend.

als vorband spielten „roi turbo“. die zwei franzosen wirkten ein bisschen wie verlorene mitglieder von phoenix, gleichzeitig aber sehr eigenständig in ihrem mix aus dj-set und live-gitarre. man merkte ihnen deutlich an, wie sehr sie sich über jede erste tanzende reaktion im publikum freuten – und dass genau diese reaktionen langsam, aber sicher kamen.

um 21:15 uhr war es dann soweit: „empire of the sun“ betraten die bühne. plötzlich wurde das areal zu einer art bühnenwelt, zu einer inszenierten geschichte. es ging nicht nur um ein konzert, sondern um eine performance. ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, so viel hat gleichzeitig stattgefunden: die spacigen outfits der band und der background-tänzerinnen, die perfekt abgestimmten visuals, die durchchoreografierten bewegungen aller auf der bühne. empire of the sun bewegten sich permanent zwischen professionellem großevent und fast schon schulaufführung – nicht unbedingt im negativen sinn, aber manchmal fiel es mir schwer, ihnen die komplette show wirklich abzunehmen.

die show blieb durchgehend bunt und überladen, mit vielen kostümwechseln und ständig wechselnden welten. visuell war das alles sehr eindrucksvoll. mein highlight: die quallen-tänzerinnen in der unterwasserwelt, die waren fast schon zu süß, um wahr zu sein. musikalisch war es dagegen eine kleine achterbahnfahrt: manche songs waren enorme ohrwürmer und wurden durch die bühneninszenierung noch größer gemacht, andere wirkten eher wie füllmaterial. irgendwann wurde mir klar, was mir fehlte: der drop, der wumms, der bass. die tiefen. alles spielte sich in hohen frequenzen ab – ohne echtes fundament in den tiefen.

immerhin gab es zwischendurch immer wieder highlights: „cherry blossom“, „we are the people“ und „walking on a dream“ funktionierten besonders gut und passten perfekt zur visuell überladenen bühne. weniger überzeugend war dagegen die distanz der band zum publikum – erst gegen ende entstand etwas mehr nähe zwischen bühne und crowd. wobei sie vor dem zugabenblock noch eine gitarre zertrümmerten – was sie nicht unbedingt nahbarer machte.

ganz am schluss kam dann „alive“, und plötzlich verwandelte sich das gesamte areal in eine einzige outdoor-party. das war vermutlich der schönste moment des abends: das publikum, eine mischung aus jung und alt, verschmolz komplett miteinander.

Empire of the Sun Setlist Arena, Vienna, Austria 2026


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