garbage live in der arena: ein abend zwischen erinnerung und gegenwart.
zugegeben, ich bin mit genau einem gedanken zu diesem konzert gegangen: einmal garbage sehen, um diese wissenslücke endlich zu schließen. eine dieser bands, die man aus der jugend kennt, aber nie live erlebt hat – bis jetzt.
zum anheizen kamen big joanie auf die bühne. sie wirkten extrem cool, ihr sound ebenso – roh, eigen, präsent. trotzdem hat mich die stimme der sängerin emotional nicht ganz erreicht, und an manchen stellen wirkte sie leicht neben der spur. oder ich war einfach noch nicht richtig angekommen im abend. beides möglich.
als garbage dann die bühne betraten, änderte sich sofort die atmosphäre im open-air-areal der arena. shirley manson trat auf, und plötzlich war klar, dass sie den abend übernimmt. gebleichtes haar, leggings, lange blusenjacke, taillengürtel – ihr look war ebenso markant wie ihre gesamte ausstrahlung.
shirley manson füllte die bühne sofort – nicht nur durch ihre stimme, die absolut präzise und kraftvoll saß, sondern auch durch körperhaltung, mimik und eine völlige selbstverständlichkeit im auftreten. alles wirkte gleichzeitig kontrolliert und vollkommen im moment.
dazu kam eine spürbare nahbarkeit. sie sprach zwischendurch mit dem publikum, sagte, wie sehr sie die arena liebe und dass es ihre erste headline-show in österreich sei (was historisch nicht ganz stimmt, aber in diesem moment nebensächlich war). sie strahlte durchgehend, als würde sie jede minute bewusst auskosten – und genau dieses gefühl breitete sich auch im publikum aus. und was auch noch gesagt sein muss: die menschenmenge war unterschiedlich in ihrer energie – manche still und aufmerksam, andere durchgehend in bewegung – aber alle wirkten unendlich glücklich und den moment genießend.
im zusammenspiel mit dem lichtkonzept präsentierte sich dieser abend absolut stimmig. auch wenn sich das licht immer wieder auf shirley bündelte und sie kurz aus allem herauslöste, wirkte genau das nicht isolierend, sondern wie eine zusätzliche ebene im geschehen – als würde sie gleichzeitig allein stehen und trotzdem alles zusammenhalten.
und irgendwann war da diese erkenntnis: wie viele songs ich eigentlich kenne. wie stark auch neueres material trägt. neue songs und alte songs waren keine konkurrenten, sondern wirkten selbstverständlich nebeneinander.
die musikalischen höhepunkte kamen schlag auf schlag: „i think i’m paranoid“ als früher weckruf, der sofort alles geöffnet hat. „no horses“ in grünem licht, fast hypnotisch. „boys wanna fight“ als treibende, direkte hymne. und „cherry lips“, das sich wie eine warme erinnerung über den raum gelegt hat.
zum schluss dann „only happy when it rains“ – blaues licht, dichter sound, ein kollektiver moment irgendwo zwischen euphorie und nostalgie. ich habe irgendwann aufgehört zu suchen, was mich stören könnte, weil es schlicht nichts zu zerlegen gab. am ende blieb ein konzert, das sich nicht über einzelne höhepunkte definierte, sondern als ganzes getragen wurde: hymnisch, klar, warm und erstaunlich zeitlos.








