hitze, rotz und beste stimmung beim „this is not the last tour“-stopp der post-punk-legenden p.i.l. in der simm city.
lange habe ich auf das konzert von public image limited, mit gemischten gefühlen, hingefiebert. john lydon aka johnny rotten live erleben zu dürfen, das ist schon was. doch er ist auch nicht mehr der jüngste und ist ganz schön füllig geworden über die jahre. und die zwei, drei videos, die ich von aktuelleren shows angesehen habe, waren irgendwie nicht so berauschend. zum einen war da also diese vorfreude auf eine echte punk/post-punk-legende, zum anderen diese „angst“, enttäuscht zu sein von der performance.
überpünktlich bei der simm city angekommen, hatte ich noch zeit in einem kleinen eiscafe platz zu nehmen. ein dj spielte evergreens, sang dazu, und es wurde getanzt. „im schlimmsten fall komm ich wieder hier her“ war mein nicht wirklich ernst gemeinter plan b.
dann war es zeit. rein in die simm city, karte holen, bier bestellen, den schon abgedunkelten saal betreten. noch war er ziemlich leer. den support machte die band glazed curtains. und die vier jungen musiker machten ihre sache sehr gut. mit soliden, druckvollen rock-nummern konnten sie schnell die halle füllen. die temperatur in der halle stieg spürbar.
in der umbaupause nochmal schnell raus, getränk geholt, versucht, bekannte und freunde in der menge zu erspähen. und dann war es endlich soweit. in wenigen minuten würde ich wirklich die legendären public image limited live erleben.
die stimme der hobbysopranistin florence foster jenkins, die als schlechteste sängerin der welt berühmt wurde, ertönte. laut, leidenschaftlich und nie den richtigen ton treffend, schmetterte sie ihre interpretation von mozarts „königin der nacht“ vom tonband in den raum. die band betrat die bühne. und john lydon stellte scherzend fest, dass florence im vergleich zu dem, was noch kommt, ein genuss sei.
gleich als ersten song gab es den klassiker „home“. die ersten leute begannen zu tanzen. john lydon war gut in form. körperlich und stimmlich. kein vergleich mit dem, was ich auf video gesehen hatte. und er hatte richtig gute laune. die auswahl der songs hätte auch kaum besser sein können. ein „banger“ nach dem anderen. strahlende gesichter, viele tanzende menschen – und viele, die sich fast nicht bewegten. ich gehe davon aus: das lag nicht an der musik, sondern an der extrem hohen temperatur in der halle. schon bald hatte lydon sein jackett abgelegt.
zwischen den songs wurde gerotzt. viel gerotzt. und irgendwann fragte ich mich wirklich, wo john lydon nur so viel nasenschleim herholt?! überraschend kam die ankündigung einer 3-minütigen zigarettenpause mitten im konzert. diese wurde dankend angenommen, man drängte hinaus auf die terrasse, um sich etwas abzukühlen und luft zu schnappen. und um sich noch ein kühles getränk zu holen, bevor man sich wieder in die brütende hitze begab, für den zweiten teil des konzertes. als zugaben spielte man „public image“, „rise“ und „annalisa/attack/chant“ und viel zu schnell war der abend dann auch schon zu ende.
unglaublich glücklich, mit tour-shirt und p.i.l.-songs auf den lippen begab ich mich schließlich auf die heimreise. und weil das „not the last tour“ war, hoffe ich irgendwann nocheinmal in den genuss zu kommen, john lydon und seine band erleben zu können.






