zwischen geige, spoken word und völliger eskalation verwandelte „sofia isella“ die arena in einen intensiven konzertabend, der unvergesslich bleibt.
ich hatte eine längere konzertpause hinter mir – fast einen ganzen monat. und offenbar nicht nur ich hatte an diesem abend das bedürfnis nach live-musik: schon kurz nach einlass staute sich die schlange vor der arena ordentlich und meine stimmung war erstmal ein bisschen gedämpft.
doch als ich schließlich zur open-air-bühne schlenderte und der erste act begann, stellte sich sofort ein wohliges sommergefühl ein (ich spreche hier ausdrücklich von einem sommer ohne hitzewelle). „seb lowe“, ein britischer musiker, spielte gitarre, sang und wurde von einer geigerin begleitet. das war genau die richtige musik, um in der frischen arena-wiese zu sitzen und sich einfach berieseln zu lassen.
ich hätte mich danach gern noch etwas umgesehen und auch den merchandise abgecheckt, aber die schlangen waren mir einfach zu lang. also lieber ein hausgemachtes bananenbrot vom essensstand holen (sehr lecker!) und auf die nächste künstlerin warten. „cloudy june“ sah ich mir etwas weiter hinten an – und das hatte durchaus seinen reiz: das stimmungsvolle licht tauchte die bühne in wunderschöne farben und zeitweise hatte ich wirklich das gefühl, eine richtig große show zu sehen.
gleichzeitig blieb aber das gefühl, dass da noch mehr möglich gewesen wäre. oft stand „cloudy june“ einfach nur da oder gestikulierte ein wenig, statt stärker mit ihrem gitarristen zu interagieren und dadurch noch mehr dynamik zu erzeugen. aber vielleicht dann beim nächsten mal!
als „sofia isella“ schließlich die bühne betrat, machte mich das fast sprachlos. im blitzlicht sang sie nicht nur ihre ersten textzeilen, sondern lieferte gleichzeitig bewegungen, die wahrscheinlich noch niemand in ganz österreich zuvor gesehen hatte. in ihren weiten klamotten wirkte sie trotzdem unglaublich grazil und unterstützte mit jeder einzelnen gestik die fragilität ihrer songs. irgendwo zwischen indie, art pop und post-punk streute sie spoken-word-elemente ein und garnierte ihre performance nicht nur mit gesanglichen hymnen, sondern auch immer wieder mit verschiedenen saiteninstrumenten: gitarre, banjo und sogar geige. sofia isella zeigte eindrucksvoll, dass ihr auftritt weit mehr ist als nur ein konzert – vielmehr war es ein intensives zusammenspiel aus licht, sound und performance.
ich hatte im vorfeld eigentlich überhaupt nichts erwartet und mich auch kaum mit ihr beschäftigt. meine einzigen gedanken waren, dass sie vermutlich ein ähnliches publikum wie billie eilish anziehen könnte und dass ich überrascht war, dass sie bereits im vorprogramm von taylor swift gespielt hatte. also musste ich mir das natürlich ansehen – und war letztendlich das gesamte konzert hindurch komplett geflasht. deshalb fällt es mir auch schwer, von einzelnen „highlights“ zu sprechen, weil gefühlt ein moment den nächsten jagte. zwischen beeindruckenden verrenkungen und instrumentwechseln holte sofia isella zwischenzeitlich sogar zwei fans auf die bühne, die das mikrofon hielten, während sie einen akustik-song sang. aber auch ein geigen-duett mit ihrem geigenlehrer war so intensiv und schön, dass ich plötzlich feststellte: offenbar mag ich geige eigentlich doch ziemlich gern.
die größten momente kamen dann gegen ende: zuerst crowdsurfte sofia isella singend durch die menge, den letzten song performte sie schließlich sprintend mitten durchs publikum. es war eine riesengroße party – alle sprangen, alle tanzten und sofia isella mittendrin. am ende hatte ich nicht nur wegen der temperaturen gänsehaut, sondern vor allem deshalb, weil das, was ich dank sofia isella an diesem abend erleben durfte, wirklich jede vorstellung übertroffen hat.
außerdem fordere ich ab sofort mehr geige im popmusik-kontext auf den bühnen dieser welt. geht das bitte?



















