wenn ein konzert vieles richtig macht und trotzdem nicht ganz hängen bleibt: balu brigada im flex.

ich hatte hohe erwartungen an das konzert von balu brigada, weil mich ihr banger „backseat“ vor einiger zeit ziemlich umgehauen hat. bevor es aber losging, durfte zunächst dj ryeberry auf die bühne und das publikum anheizen. er machte das eh gut, gab mir aber auch irgendwie unangenehme schilehrer-vibes mit seinem muskel-shirt und der haube. wie auch immer.

das flex war ausverkauft und die menge übertrieben gut gelaunt, noch bevor es überhaupt mit dem hauptact losging. und als balu brigada dann mit „the portal“, „golden gate girl“ und „sideways“ in ihr set starteten, war es um die anwesenden geschehen: sie sangen, sie tanzten, sie filmten. gerade „sideways“, mit seinem gemütlichen rhythmus und der schönen melodie, fühlte sich so an, als würde man bald richtig reinkippen. aber genau das passierte bei mir nicht.

irgendetwas störte mich an dem neuseeländischen brüderpaar. ich konnte es zuerst nicht ganz greifen. war es das leicht aufgesetzte lächeln? waren es ihre frisuren? ihre outfits, die wie aus einem klamottenfundus der 00er jahre wirkten? wahrscheinlich war es nichts davon allein – sondern vielmehr ein gesamtgefühl. sie waren mir einfach ein bisschen unsympathisch. und ich konnte ihre songs nicht so wirklich fühlen.

trotzdem hatte ich noch hoffnung. ich versuchte mich vom publikum rund um mich herum mitreißen zu lassen, die stimmung einzusaugen und den songs etwas abzugewinnen – hier eine gute melodie, dort ein schöner moment. auch balu brigada selbst versuchten, sympathiepunkte zu sammeln: sie meinten, es sei dienstag und trotzdem sei die stimmung unglaublich gut, woraus spontan der fan-gesang „tuesdays in vienna“ entstand. sie erzählten von ihrer zeit in berlin und ein paar deutschen wörtern, die sie aufgeschnappt hatten. und ja, das war durchaus sympathisch – bis mich dieses zahnpastalächeln wieder ein bisschen rausgerissen hat.

objektiv betrachtet machten balu brigada ihre sache gut. sie boten abwechslung auf der bühne, warfen ihre gitarren in die luft, bewegten sich viel, spielten ein dynamisches set zwischen schnelleren und ruhigeren songs und suchten konstant den kontakt zum publikum. sie hatten alle regeln eines guten konzerts befolgt und lieferten dann auch noch die beiden banger „backseat“ und „so cold“. aber ich fühlte es trotzdem nicht.

für mich wirkte das brüderpaar zu aufgesetzt, zu gewollt, fast ein bisschen zu selbstsicher. manchmal musste ich an diese schmierigen, übercoolen typen aus coming-of-age-filmen denken, während ich balu brigada beim musizieren zusah. und auch die songs selbst blieben für mich stellenweise zu glatt, zu seicht, fast ein bisschen seelenlos – so wie ein aufgesetztes zahnpastalächeln. wo waren die leicht schiefen zähne? wo war das unvorhersehbare, wo war der charakter? bei mir kam die band jedenfalls nicht so an, wie beim rest des publikums.

nach dem konzert traf ich noch ein paar freunde im flex – und ihr gefühl war ähnlich. es war nicht schlecht. aber es war auch kein konzert, das man unbedingt nochmal sehen müsste. irgendwas hat gefehlt.

Balu Brigada Setlist Flex, Vienna, Austria 2026
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