antony szmierek im flex cafe: wenn ein konzert zum kollektiven sog wird.

eine gut gemachte instagram-werbung und ein kleines konzertvideo eines meiner liebsten uk-magazine waren der auslöser dafür, dass ich an diesem freitagabend im flex cafe gelandet bin. eigentlich war ich nicht nur am hauptact des abends, nämlich antony szmierek, interessiert, sondern auch am support-act earl mobley, den ich eigentlich immer schon mal sehen wollte.

zugegeben: es war kaum etwas los, als earl mobley die bühne betrat. vielleicht lag genau darin etwas, das seiner performance die energie nahm. zumindest war das mein eindruck. außerdem hatte ich nicht am schirm, dass er nur mit autotune singt… und so sehr ich mich auf ihn als künstler freute, so enttäuscht ließ mich sein auftritt zurück. aber gut, es konnte ja nur mehr besser werden.

ich wusste, dass das konzert intensiv werden würde. aber ich wusste nicht, in welchem ausmaß sich diese intensität entfalten würde. antony szmierek kam auf die bühne – adidas hose, grünes shirt, blazer – und in dem moment, in dem er stand, war die energie plötzlich schon da. immer dem publikum zugewandt, mit vielen gesten, dancemoves und direkter ansprache: vienna! vienna! vienna!

das wiener publikum war zuerst noch schüchtern, fast beobachtend. aber szmierek blieb nicht auf der bühne. er ging einfach durch die menschenansammlung hindurch, umarmte einzelne, begrüßte sie, als würde er sie kennen. ohne sie zu kennen. und genau dadurch verschwand die distanz nach und nach. das publikum begann sich zu öffnen, mitzubewegen, mitzutanzen. und auch ich merkte, wie ich immer stärker hineingezogen wurde, als würde sich der ganze abend langsam zu einem sog verdichten.

antony szmierek ist immer für überraschungen gut. irgendwann erzählte er, dass er die flipper-ecke im flex cafe entdeckt habe und dort gerne einen song performen würde, bei „demolition man“. gesagt, getan. er ging hin, nahm das publikum mit, fast wie eine schulklasse, und zeigte nebenbei, wie man flippert und singt. vielleicht war genau diese leichtigkeit kein zufall. vielleicht lag sie auch daran, dass er vor seinem leben als musiker tatsächlich lehrer war.

wieder zurück auf der bühne, wirkte er, als würde er den boden nicht mehr wirklich berühren. er hüpfte wie ein flummi über das parkett, und irgendwann blieb er nicht mehr dort stehen, sondern bewegte sich direkt ins publikum hinein. mitten hinein in die menschenmenge, wo performance und gemeinsames tanzen ineinander übergingen. die ekstase wurde größer und dichter und szmierek wirkte irgendwann weniger wie ein performer als wie ein dirigent, der diesen raum gemeinsam mit allen anderen in bewegung hielt.

ich war unendlich begeistert. wahrscheinlich war es eines der besten konzerte, das ich je besucht habe. und natürlich war ich auch traurig, als es zu ende ging. ich hätte gerne noch die ganze nacht weitergetanzt. aber nach dem letzten song „the words to auld lang syne“ verschwand die band von der bühne, ohne zugabe. und vielleicht war genau das richtig so. man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist.

ich hätte nicht gedacht, dass mich spoken word über elektronisch-alternative musik so fesseln kann, aber antony szmierek hat mich eines besseren belehrt. was besonders hängen bleibt, ist dieses unvorhersehbare – und die freundlichen, durchgehend glücklichen gesichter von band und publikum.

Antony Szmierek Setlist Flex, Vienna, Austria, Europe Spring 2026
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