konzert #30: art brut @ arena | 16.04.2019

„art brut“ gehören noch längst nicht zum alten eisen, sondern vielmehr zu den bands, die man mindestens einmal im leben gesehen haben muss. in der wiener arena präsentierten sie eine show, die für lange zeit in erinnerung bleiben wird.

ich habe „art brut“ vor 9 jahren in der großen halle der arena gesehen, im zuge einer geburtstagsfeier eines whisky-herstellers. damals waren sie groß, damals wurden sie gefeiert. nun ist die band aus london etwas in die jahre gekommen, fast schon ein bisschen in vergessenheit geraten, obwohl ihre musik sich kaum verändert hat und nach wie vor relevant ist. die relevanz merkt man daran, dass „jüngere“ bands wie die idles oder die slaves mit einem ähnlichen genre erst später erfolgreich wurden und „art brut“ damit mehr oder weniger aufs abstellgleich schoben. vielleicht war es aber auch die band selbst, die sich ein bisschen selbst ins exil katapultierte, denn zwischen 2013 und 2018 gab es keine alben. naja, wie auch immer.

der tag war gekommen. ein dienstag abend in der etwas abgeranzten kleinen halle der arena, die sofort an den wänden zu schwitzen beginnt, wenn sich mehr als zehn personen im raum befinden. den support-act ließ ich mal wieder sausen, lieber unterhielt ich mich mit ein paar personen über musikfestivals im bar-bereich. echte soziale kontakte pflegen und so, ihr kennt das. überpünktlich aber sauste ich dann etwas später in die halle um schließlich „art brut“ auf der bühne zu erleben.

überraschungen heißen deswegen überraschungen, weil sie unvorhersehbar sind. ich wusste zwar, dass „art brut“ live sehr gut sein sollen, aber mit derart viel temperament von sänger eddie argos hatte ich nicht gerechnet. nicht nur sein herumspringen und seine posen waren imposant, sondern auch seine erzählungen, die er zwischendurch von sich gab, waren äußerst unterhaltsam. unterhaltsam war aber auch das gut gemixte song-potpourri, welches den besuchern zu ohren drang: von punk über pop bis rock – die band umspannte mehrere genres und ließ aber trotzdem immer ihren eigenen stil durchsickern. ihre musik klang nie überladen, aber auch nie nach „zu wenig“. „art brut“ hielten die balance, schmissen immer wieder prägnante melodien in ihre wilden, harten sprech-betonten songs und konnten somit alle bedürfnisse des durchmischten publikums erfüllen.

auch die interaktion kam nicht zu kurz: ein scheinbar neues „sing-a-long“ war das „wolfsgeheule“, welches eddie argos wahnsinnig witzig fand und mehrmals mit der menschenmenge durchführte. ausserdem sprang er ins publikum, um mit dem anwesenden meute zu tanzen und zu singen. und immer wieder waren es seine anekdoten, die die richtige würze in den auftritt brachten.

zugaben und das höchste energielevel, welches man bei einem auftritt haben kann: „art brut“ gaben alles. die ganze band als einheit, aber auch eddie argos als einprägsame geheimwaffe. am ende war dieser auftritt einer der sorte, welchen man nur mit einem wort im kopf verlässt: nämlich dem wort „wow“! danke „art brut“!

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