yellow days in der flucc wanne: gute ansätze, starke stimme – aber ein set ohne spannungsbogen.
dieser konzertabend hatte nicht die besten voraussetzungen. zum einen meine erwartung: ich hatte yellow days bereits 2017 beim reeperbahn festival gesehen. damals waren viele neidisch, dass ich es zum konzert geschafft hatte – ich selbst notierte mir allerdings, dass ich den auftritt eher langweilig fand. wie würde es diesmal werden? dazu kam meine verfassung: meine birkenpollenallergie hatte mich in den tagen zuvor ordentlich erwischt. der heuschnupfen war halbwegs im griff, die spannungskopfschmerzen leider nicht. mit einem brummenden schädel und gemischten erwartungen machte ich mich also auf den weg in die flucc wanne. was soll da schon schiefgehen?
überraschend an diesem abend war allerdings, dass ich mich diesmal sogar auf den support freute. beim durchstöbern der österreichischen musikszene war ich auf kids don’t smoke gestoßen – ein paar songs hatten mir gut gefallen. live war ich zunächst irritiert: die outfits erinnerten mich stark an meine jugend. trägt man das wirklich wieder? aber gut – es ging ja um die musik. der start ihres sets war etwas zäh, gesanglich nicht immer ganz sauber. doch dann kam „seventeen“ und plötzlich war energie da. der song entwickelte sich zu einer kleinen hymne, brachte bewegung auf die bühne und ins publikum. die stärksten momente hoben sie sich für die zweite hälfte auf. ziemlich clever – so blieben sie am ende positiv in erinnerung.
danach waren yellow days an der reihe: ein intro vom band, nach und nach füllte sich die bühne mit musiker:innen, die sich einspielten und erst später betrat sänger george van den broek selbst die bühne. die ersten songs wirkten noch suchend, auch das publikum musste sich erst in diesem mix aus indie-pop und neo-soul zurechtfinden. dazu kam eine überraschend hohe lautstärke – gehörschutz war definitiv keine schlechte idee (vor allem mit kopfschmerzen). und trotzdem: ich war angetan. george van den broek spielte mit großen gesten, gab dem eigenwilligen sound druck und präsenz. besonders seine stimme blieb hängen – tief, rau und so reibend, dass man ihm zwischendurch fast ein hustenzuckerl reichen wollte.
das set bewegte sich durch ein intensives klanguniversum: druckvoll, mitreißend, immer wieder aufgebrochen durch jazzige momente, wenn der trompeter soli einwarf. ich war völlig drin und überzeugt, dass das so weitergeht. tat es aber nicht. irgendwann kippte die dynamik. ruhige nummern reihten sich aneinander, der spannungsbogen ging verloren. die energie verpuffte. im publikum machte sich unruhe breit – positionswechsel, barbesuche, erste ausstiege.
auch ich verlor irgendwann den überblick. welche songs noch kamen? unklar. klar war nur: es zog sich. nach 90 minuten war noch kein ende in sicht. erst nach knapp zwei stunden war schluss – und ich war ehrlich gesagt erleichtert. nicht, weil das konzert schlecht gewesen wäre. im gegenteil: es hatte wirklich starke momente. aber es fühlte sich an wie kaugummi – zu lang, zu wenig dramaturgie.
und so stellte sich am ende eine unerwartete erkenntnis ein: meine notizen von 2017 lagen gar nicht so falsch. manchmal ist der erste eindruck eben doch der richtige. und manchmal ist es besser, einem konzert keine zweite chance zu geben.












