konzert #45: anger, hearts hearts @ wuk | 17.05.2018

es war ein – im wahrsten sinne des wortes – bewegender abend: „hearts hearts“ tischten uns nicht nur erstklassige moves auf, sondern bestachen vor allem durch ihr hervorragendes, musikalisches sammelsurium, welches absolut niemanden still stehen ließ. es war mehr als hinreissend!

ich wanderte an jenem donnerstag voller vorfreude ins wuk, denn irgendwie wusste ich, dass es ein guter abend werden würde. nachdem ich meine begleitung eingesammelt hatte, stürzten wir uns in die schönen backstein-gemäuer. wir plauderten ein bisschen und bewegten uns anschließend richtung bühne, der grund war die vorband „anger„.

das anfängliche „ja, das hört sich ganz gut an“, schlug schnell in ein „ich weiß nicht so recht“ um. wenn ich in die gesichter der beiden blickte, sah ich mundwinkel, die nur das attribut „unten“ kannten. und irgendwie fiel es mir schwer damit „warm“ zu werden. gefestigt hatte sich das ganze dann auch noch mit den ansagen, die irgendwie auswendig gelernt oder zumindest runtergelesen wirkten. i don’t know. auch wenn ich die trance-artigen bewegungen mochte und auch die musik ganz okay fand, so war es das komplett-paket auf der bühne, das mich nicht wirklich abholen wollte. ich wollte das gesehene wirklich gut finden, aber ich fand das passende gefühl nicht dazu. es tut mir leid. vielleicht beim nächsten mal?

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ich ging raus um frische luft zu schnappen und etwas später dann wieder rein, um endlich „hearts hearts“ zu sehen. im grunde wollte ich nur die neuen songs live hören, denn die waren es, die mich ins wuk bewegt hatten. mein weiterer gedanke war, wenn sie diese neuen nummern nur annähernd so gut rüberbringen würden, wie sie in aufgenommener form wirken, dann konnte dieses release-konzert einfach nur grandios werden. und das beste war: ich wurde nicht enttäuscht.

der gig startete enorm gut, mit moves, die ich so noch nie gesehen hatte. von den zehenspitzen zu den fersen, im schnellen takt mit hohen gesängen, samt blitzlichtgewitter. ich meine als vierten song „phantom/island“ vernommen zu haben, bin mir aber aufgrund unzureichender songkenntnisse und immer wieder mal auftretenden gedächtnisschwund nicht so sicher. fakt ist, dass es mich umgeblasen hatte. so tanzbar, so eingängig, so mitreissend!

der interaktive höhepunkt nannte sich „dropbox-geschichte“ und erklärte die vorgehensweise des songschreibens über mehrere ecken und computer. dropbox als hilfreiches tool für bands bohrte sich in mein gedächtnis (ausnahmswiese blieb da mal was hängen). das ließ die band und allen voran den frontmann david österle unglaublich sympathisch wirken. ich war ab diesem zeitpunkt wahrscheinlich gerade zum super-fan mutiert.

zwischendrin gab es aber auch die ruhigen momente. die momente, die am keyboard verbracht wurden. andächtig und leider aber auch etwas langweilig. denn hearts hearts hatten sich in meinem kopf bereits die kategorie „tanzbare band“ gesichert, das ruhige zeug war mir fast einen tick zu langatmig. da gab es auch den einen oder anderen song, der durchaus mit bewegungen seitens der band geschmückt werden hätte können (wobei sich daniel hämmerle an der gitarre eh eindrucksvoll in diesem gefielde profilierte), aber die stille schiene wurde weiter gefahren. etwas zum leidwesen der aufmerksamkeit, denn die ersten anwesenden fingen zu diesem zeitpunkt zu quatschen an. da half auch ein gitarrensolo nichts.

die band ging immer wieder über zu älteren stücken, darunter „hunter limits“, das eigentlich ganz gute fragmente im song eingebettet hatte, aber die einfach nicht so fetzen konnten wie die neueren sachen. dafür beeindruckte das licht-arrangement umso mehr – da wurden die augen groß, als die lichtshow wieder auf touren kam. gegen ende wurde es dann endlich wieder so richtig tanzbar – vor allem dank „sugar/money“, dem wahrscheinlich besten musikstück ihrer bisherigen karriere. in kombination mit diesen unfassbaren bewegungen war das nicht nur eine wohltat für die gehörorgane sondern auch ein wahrer augenschmaus.

der abend endete damit, dass ich nicht nur begeistert den merchandise-stand stürmte um die vinyl zu kaufen, sondern auch ein kleines deja-vü hatte: vor ein paar jahren waren es bilderbuch, die ich im wuk sah, gerade als „maschin“ rauskam und sie ihr neues klangbild präsentierten. damals schwirrte mir ein satz durch den kopf und zwar folgender: „endlich haben sie ihren sound gefunden!“. und genau dasselbe dachte ich auch diesmal, samt dem zusatz: „und sie haben den aussergewöhnlichsten tanzstils österreichs!“.

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