mac demarco auf der arena open air bühne: unaufgeregt, eigenwillig – und genau deshalb irgendwann überraschend stimmig.

der abend begann unspektakulär mit „otto benson“, einem dreiköpfigen musikprojekt, das schöne hintergrundmusik fabrizierte und sich dabei kaum bewegte. eigentlich fand ich das ganz angenehm, um entspannt auf der wiese zu sitzen.

später saß ich nicht mehr auf der wiese, sondern stand natürlich – mit blick auf die bühne. „mac demarco“ kam in einer feuerwehrhose auf die bühne und ich fragte mich eine halbe ewigkeit, wo er diese wohl erstanden hatte. die gedanken hatten genug zeit, sich festzusetzen, denn viel passierte bei mac demarco zunächst nicht. er wackelte ein bisschen herum, aber der verträumte lo-fi bedroom pop ließ nicht viel mehr show zu. ab und zu wurden die arme gemeinsam mit dem publikum geschwungen – das war zu beginn das höchste der gefühle.

ich habe mac demarco schon zweimal live gesehen, aber es war jedes mal eine eher zähe erfahrung: ich langweilte mich und konnte wenig mit seiner art anfangen. an diesem abend wollte ich herausfinden, ob das immer noch so ist oder ob sich etwas verändert hat. am anfang fühlte ich mich jedenfalls bestätigt. es war ruhig, fast monoton – und auch sein humor, seine ansagen und die bewusst schrägen bewegungen änderten daran zunächst wenig.

aber irgendwann kippte die stimmung.

er spielte den einen oder anderen mir bekannten song, und plötzlich passten diese lieder perfekt zu diesem entspannten open-air-abend in der arena. auch seine kleinen eigenheiten begannen, mehr sinn zu ergeben: das mikrofon immer wieder fallen lassen und auffangen nervte mich zwar noch ein wenig, wurde aber irgendwann zu einem markenzeichen, das ich akzeptierte – und schließlich sogar mochte.

einmal schwang er das mikrofon, während er auf einem podest mitten auf der bühne stand. das wirkte unaufgeregt, aber unterhaltsam. und dann kam dieser moment, der alles verschob: er machte einen handstand. einen handstand auf der arena-open-air-bühne.

er konnte außerdem ziemlich gut gitarre spielen, und das ein oder andere solo erinnerte mich an peach pit (die es viel kürzer gibt als mac demarco, aber egal) und zog mich weiter in diesen sound hinein. nicht jeder song traf mich, aber die besseren glichen das locker aus. das set wurde mit der zeit zu so etwas wie einem musikalischen gewitter, das sich langsam aufbaute – immer wieder spürte man diese entladung, wenn er sich mit stimme und gitarre voll in die songs legte. auch das häufige nutzen des podests passte dazu: er war präsent, ohne sich zu sehr darum zu kümmern.

am ende war er immer noch keine person, mit der ich zeit verbringen wollen würde. aber ich verstand seine musik und seine konzerte deutlich besser als zuvor – und konnte sie zum ersten mal wirklich genießen.

Mac DeMarco Setlist Arena (Sommer Arena), Vienna, Austria 2026, Guitar


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