mit gedämpften erwartungen ins gasometer gegangen – und komplett überrascht wieder herausgekommen. of monsters and men waren im gasometer.

es war heiß. sehr heiß. ein konzert in einem geschlossenen raum war eigentlich nicht das, wonach ich an diesem samstagabend suchte. trotzdem wollte ich die chance nutzen, „of monsters and men“ endlich einmal live zu sehen. ihre musik hatte mich über die jahre immer wieder begleitet. also zog ich mich so luftig wie möglich an und stapfte wagemutig ins gasometer.

der abend begann ruhig mit „rakel“ – zumindest musikalisch. im publikum ging es deutlich lebhafter zu (kann das tratschen während support-acts endlich mal aufhören?). die temperaturen waren zu diesem zeitpunkt noch halbwegs erträglich, doch das sollte sich bald ändern. mein eigentliches ziel war an diesem abend gar nicht, ein großartiges konzert zu erleben, sondern einfach keinen hitzschlag zu bekommen.

als „of monsters and men“ schließlich die bühne betraten, war ich zunächst eher skeptisch. überall nebel, dazu ein merkwürdiges, indirektes licht – ich befürchtete schon, dass das ein ziemlich seltsamer abend werden würde. meine erwartungen waren ohnehin niedrig. ich hatte mit vielem gerechnet, aber sicher nicht damit, dass mich diese show noch begeistern würde.

und dann passierte genau das.

plötzlich entstanden die schönsten lichtstimmungen. verschiedene farben und lichtkegel bewegten sich in unterschiedlichen geschwindigkeiten und formten die bühne zu einem kleinen kunstwerk. das licht unterstützte die musik, statt sie nur zu beleuchten. man merkte, dass hier jedes detail durchdacht war. dieses zusammenspiel sorgte bei mir für ein gefühl, das ich gar nicht erwartet hatte: pure zufriedenheit.

auch die band selbst gewann mit jeder minute an energie. besonders die sängerin blühte immer mehr auf. anfangs wirkte sie noch zurückhaltend, später tanzte sie über die bühne, warf sich beim singen zurück und versprühte eine ansteckende leichtigkeit. als rakel für ein gemeinsames duett zurück auf die bühne kam, war das einer dieser kleinen momente, die den abend noch besonderer machten.

zwischenzeitlich zog ich mich ganz nach hinten zurück – eine ausgezeichnete entscheidung. dort war es überraschend luftig und deutlich kühler als weiter vorne. plötzlich konnte ich das konzert genießen, ohne ständig an die hitze denken zu müssen. dass es selbst den isländern von of monsters and men zu heiß war und sie das mehrmals ansprachen, sorgte zusätzlich für einige sympathische momente. geteiltest leid ist halbes leid!

außerdem stellte ich fest, dass ich viel mehr songs kannte, als ich gedacht hatte. vielleicht waren sie mir einfach vertraut, vielleicht funktionierten sie live noch besser. jedenfalls wollte ich irgendwann nicht einmal mehr kurz hinausgehen, um frische luft zu schnappen. ich wollte keinen einzigen lichtstrahl verpassen, der die bühne färbte. keinen ton, der mich an festivals der 2000er- und 2010er-jahre erinnerte.

draußen traf ich schließlich meine glastonbury-gruppe wieder. ohne große diskussion waren wir uns alle einig: mit so einem starken konzert hatte niemand gerechnet. eigentlich waren wir wegen der hitze mit ziemlich gedämpften erwartungen gekommen – am ende sprachen wir aber nur noch darüber, wie gut diese show gewesen war. manchmal sind genau die konzerte die schönsten, von denen man am wenigsten erwartet.

Of Monsters and Men Setlist Raiffeisen Halle im Gasometer, Vienna, Austria 2026


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