art brut und maximo park in der arena: manche abende überraschen anders als gedacht.
darf man das eigentlich sagen? dass ich mich mehr auf die vorband art brut gefreut habe als auf maximo park? meine persönliche historie mit art brut ist einfach eine andere. trotzdem wollte ich offen in den abend gehen und mich auf alles einstellen, was kommen würde.
art brut lieferten ein opening, das man sich besser kaum wünschen konnte. von der ersten minute an war da energie, die sich durch die ganze band zog: verrenkungen, überdrehte gesten, ein sänger, der sich ohne hemmungen auf den boden warf oder die beine in die höhe schleuderte. dazu diese selbstironische note, die alles noch einmal sympathischer machte. musikalisch sowieso stark und ehrlich gesagt: ich hätte mir gewünscht, dieses set würde einfach weitergehen.
maximo park übernahmen danach die bühne. ihr indie-sound wirkte glatt, eingängig, mit einem gewissen theatralischen einschlag und hatte definitiv seine momente – aber im direkten vergleich zu art brut weniger roh, weniger unmittelbar. frontmann paul smith gab sich von beginn an mühe, suchte die nähe zum publikum und lockerte die stimmung mit ansagen und eigenwilligen dancemoves auf. die band selbst blieb dabei eher zurückhaltend, während sich vor der bühne vor allem die langjährigen fans umso mehr bewegten.
mein erstes persönliches highlight kam mit „our velocity“ – endlich kam spürbar mehr schwung in den abend. trotzdem hatte ich immer wieder das gefühl, dass etwas nicht ganz rund lief. stellenweise wirkte es, als würden takt und band nicht ganz zusammenfinden, als würde der sound leicht kippen. dazu kam eine lautstärke, die ohne gehörschutz kaum auszuhalten war (es war diesmal wirklich extrem laut!) – vielleicht war das auch ein faktor dafür, dass sich manches weniger präzise angefühlt hat, als ich mir gewünscht hätte.
mit der zeit fand ich trotzdem mehr hinein, nickte mit, ließ mich von den bekannten songs tragen. beim blick durch die ausverkaufte arena fielen mir viele vertraute gesichter auf: indiekids von damals, die ihren bands treu geblieben sind. und natürlich funktionierten die großen momente: „versions of you“, „girls who play guitars“ und „apply some pressure“ wurden entsprechend gefeiert.
und doch blieb dieses leichte gefühl, dass etwas nicht ganz passt. kleine unsauberkeiten, verschluckte töne, stellen, die nicht ganz tight wirkten – nichts gravierendes, aber genug, um sich immer wieder bemerkbar zu machen.
für den zugabenteil zog es mich ganz nach hinten, um das bühnenbild in voller breite zu sehen. und genau dort ging der abend noch einmal auf: vor mir ein raum voller jubelnder menschen, auf der bühne maximo park, die zu „books from boxes“ und „going missing“ alles gaben. ein schöner moment, der vieles aufgefangen hat.
am ende blieb es ein überraschender abend: ein herausragender einstieg von art brut, ein solider, wenn auch nicht durchgehend überzeugender auftritt von maximo park; und die erkenntnis, dass mein (neuer!) gehörschutz künftig fixer bestandteil jedes konzerts sein wird.
















