ein tag auf dem fm4 frequency festival – große bühnen, große namen, einige große musikmomente – aber wenig atmosphäre, kaum wohlfühlorte und ein chaotisches abreisemanagement, das den zauber fast verpuffen ließ.

ich dachte ja eigentlich, ich würde nie wieder zum „fm4 frequency festival“ zurückkehren. als ich im sommer 2017 zuletzt dort war, entwickelte sich das line up immer mehr in eine weg-von-gitarren richtung und hin zu dj und rap-sets. das muss natürlich nicht schlecht sein, aber entsprach einfach nicht meinem geschmack. und deswegen war ich dann 7 jahre lang nicht dort (na gut, dazwischen gab es ja auch noch eine pandemie). und dann kam der sommer 2025 und es standen suki waterhouse, chappel roan und post malone auf der agenda – ich konnte einfach nicht fern bleiben!

da ich mich in diesen 7 jahren viel auf internationalen festivals herumgetrieben hatte, wusste ich, was alles möglich war, um ein schönes erlebnis zu kreieren. und als ich dann am frühen donnerstag nachmittag dem festivalgelände immer näher kam, war ich schockiert, was seitdem (nicht) passiert ist. ja, es gab immer noch riesiges, spaciges stage-design und endlich ein fotospot-tauglicher frequency-schriftzug. aber abseits davon sah ich einfach nur eine schotter-staub-wüste – von der space stage bis zu „green“ stage. ich fand keine ecke, die in irgendeiner weise gemütlich war. gab es nicht früher ein shisha zelt mit hängematten? und wo war die wiese, die es früher ganz hinten bei der green stage gab? ich erkannte das festival nicht wieder.

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aber gut, ich war ja nicht dort um herumzuliegen sondern um musik zu genießen. wir wanderten also nach einem kurzen rundgang direkt zur space stage. dort performte „alessi rose“ in einem zuckersüßen weißen kleid ihre sehr schönen, sehr guten und sehr eingängigen popsongs. das große problem an der sache war: es war superheiß und deswegen waren nur wenige leute vor ort, obwohl soviel qualität entgegenschallte.

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suki waterhouse“ war unser nächster programmpunkt – und sie spielte ebenfalls auf der space stage. und wir blieben auch bis zum ende des abends fast immer am selben fleck, um energie zu sparen (was für mich essentiell war, den hitzetag zu überstehen). das war auch einer der hauptgründe dem festival beizuwohnen, einen festival-wandertag hätte ich nicht geschafft.

zurück zum thema: suki waterhouse war dann auf der bühne, in kurzer short und einer weißen jacke mit wallendem cape. es machte wirklich spass ihr zuzusehen, wie sie spass hatte und immer wieder den lautsteg entlang tänzelte und dann wieder zurück zu ihrer band huschte. auch die visuals im hintergrund feierte ich sie sehr, trotz tageslicht. und ich war verwundert wieviele songs ich von ihr kannte – einige lieder begleiteten mich wirklich schon lange zeit (via spotify playlist) und mir war es überhaupt nicht bewusst, dass all diese hits von suki kamen. und deswegen war ich richtig angetan von ihrer performance: gute songs und eine tolle sängerin samt hits, was will man mehr?!

nicht nur ich war begeistert, das restliche publikum zeigte sich ebenso entzückt. bewiesen wurde dies mit arme hin und her schwingen im takt und danach lautstark klatschen und jubeln. ein kleines highlight war dann, als sie das oasis-cover von „don’t look back in anger“ anstimmte – für alle die in jenem sommer zu keinem oasis-gig nach england fliegen konnten, war das sicherlich auch ein kleiner trost (damit meine ich mich miteingeschlossen). jedenfalls: ich hab ihren auftritt geliebt und war froh sie endlich live gesehen zu haben!

Suki Waterhouse Setlist FM4 Frequency Festival 2025


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leider war es kaum auszuhalten was danach kam – nämlich ein deutscher rapper (?) namens „finch„. es hatte nicht nur musikalisch absolut keine qualität, der gesamte auftritt war eine reine abwertung gegenüber frauen und der welt in der wir wohnen. wir verließen zu jener zeit den wavebreaker (mit hit tausenden betrunkenen jugendlichen gefüllt war) und versuchten etwas zum essen zu ergattern, was aufgrund menschenmassen ein schwieriges unterfangen war. ich hoffte zu jenem zeitpunkt einfach nur, dass die angeheiterte und leicht aggressive publikumsmasse wieder das feld räumen würde.

tatsächlich: nach den letzten tönen von finch gab es eine regelrechte völkerwanderung richtung green stage. ich war so froh, dass der wavebreaker vor der space stage wieder leerer wurde und nur menschen übrig blieben, die sich für gute musik interessieren. denn was folgte, war für mich persönlich bereits ein highlight bevor es überhaupt begonnen hatte: „chappell roan„.

als die grande dame die bühne betrat, waren wir plötzlich in einem komplett anderen universum. aber bevor wir so richtig darin eintauchen konnten, mussten wir uns noch mit ein paar übriggebliebenen, schwer alkoholisierten menschen herumschlagen, die unser magisches konzert stören wollten. aber mit etwas überredenskunst kehrten die störenfriede uns den rücken und gingen. danach konnte es beginnen, das baden in voller glückseeligkeit dank chappell roan!

mir blieb wirklich ein bisschen der atem weg, als ich dieses bühnenbild von einem magischen schloss endlich vor meinen augen sah. dazu chappell roan in ihrem flatternden pink/gelben kleid und die ersten hits, die sie uns um die ohren schmiss – ich war hin und weg!

man muss ausserdem wissen: ich war ein jahr zuvor total in ihre musik reingekippt und kannte jedes lied (die betonung liegt auf kannte, mitsingen kann ich grundsätzlich gar nicht) und deswegen fühlte ich jeden ihrer songs. live hatten die lieder noch mehr kraft und es war, als würde ihre musik einen regelrecht umarmen. dazu war ich umgeben von lieben, respektvollen menschen und das machte den auftritt natürlich nochmal mehr besonders.

chappell roan tat jedenfalls das was sie am besten konnte: uns eine pop-show liefern! mit spannungsbogen in form von tänzen, outfit verändern, mal am laufsteg performen dann am balkon ihres bühnebild-schlosses. der ganze auftritt war die ganze zeit kurzweilig, ständig gab es schönes zu sehen und zu hören. und sie beschenkte uns auch mit empowernden ansagen und sie wirkte, als wäre sie komplett im hier und jetzt und würde sich wirklich dafür interessieren, wo sie gerade war. was ich damit sagen will: ich würde jederzeit wieder nach st. pölten tingeln um chappell roan zu sehen!

Chappell Roan Setlist FM4 Frequency Festival 2025, Visions of Damsels & Other Dangerous Things
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und dann kam quasi direkt danach „post malone“ auf die gleiche bühne. ich hatte nicht viel erwartet, ich freute mich einfach nur, dass wir einen relativ guten platz hatten und somit die show aus nächster nähe betrachten konnten.

aber dann überraschte er mich doch sehr: mit seinen cowboy-esken bewegungen tänzelte er über die bühne und beglückte uns mit seiner sehr schönen setlist. zack, hatte er mich sehr bald auf seiner seite! ich feierte seine attitüde, seine knappen jeans und dass er immer wieder dem publikum sehr zugewandt war und die nähe suchte. ich hatte eher erwartet, dass er genau das gegenteil wäre, aber er war nahbar und das war schön!

er nippte regelmäßig aus seinem roten becher, er ging in die knie, er saß auch mal am bühnenboden und hüpfte in den fotograben und ein paar hände zu schütteln. er machte also mit körpereinsatz eine gute show, ohne wirklich zu tanzen. er grinste immer wieder schelmisch und genoss es, sich auf dem langen laufsteg durch die anwesenden menschen zu bewegen. ja, der auftritt war fein, cowboy-esk, coming-of-age-highschool-party-mässig und auch modern! und dann gab es auch noch feuerwerk!

wir blieben aber dann nicht mehr bis zum bitteren ende, sondern schritten dann zügig zur bushaltestelle um den letzten zug nach wien zu erwischen. tja, ab diesem zeitpunkt verflogen all meine glücksgefühle: die shuttle-bus-organisation war ein chaos, wir kamen 10 min vor zugabfahrt am bahnhof an (obwohl wir bereits eine stunde vorher bei den shuttle bussen waren) und konnten quasi denen winken, die es dank dem chaos nicht mehr in den zug schafften. eine ewige, enge zugfahrt später mussten wir dann auch zu fuss von meidling nachhause gehen, weil es unmöglich war ein taxi zu bekommen. was ich daraus gelernt hab? am besten noch früher zum shuttle bus, am besten einen noch früheren zug nehmen, sonst ist sämtliche festival euphorie wieder dahin…

alles in allem hat mir dieses festival gezeigt, dass einzelne acts großartig sein können und einen grund darstellen hinzupilgern – auch wenn das gesamterlebnis nicht meinen wünschen entsprochen hatte.

Post Malone Setlist FM4 Frequency Festival 2025, The BIG ASS World Tour
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