konzert #19: boniface, white lies @ ottakringer brauerei | 08.03.2019

es war ein feuerwerk aus großartigen hymnen von einer band, die offensichtlich einen guten tag hatte: die „white lies“ aus london zeigten sich kürzlich von ihrer allerbesten seite in der ottakringer brauerei.

meine konzerterfahrungen mit den white lies waren eigentlich keine guten: zweimal hatte ich die gruppe auf festivals gesehen, jeweils am nachmittag, und beide male war ich nicht sonderlich angetan. und doch musste ich ihnen nochmal eine chance geben, denn ihr musikalisches schaffen ließ mich nie kalt. vor allem weil eines meiner absoluten lieblingslieder („farewell to the fairground“) von ihnen stammt. der auftritt in der ottakringer brauerei musste einfach besucht werden.

gemeinsam mit meinem freund versuchte ich früh vor ort zu sein, und gerade als die vorband „boniface“ begann, waren wir bereits mit getränken ausgestattet und konnten relativ weit vorne schon stellung beziehen. es war schon einiges los, und nur der gedanke daran, dass „sold out“ noch viel mehr menschen bedeuten würde, ließ mich schon ein bisschen schaudern. wie auch immer, „boniface“ aus kanada waren on stage und die konzentration musste nun auch endlich dort hin. ich muss sagen, dass die band eine sehr positive überraschung war. trotz nicht so einfacher akustik meisterten sie es ihren gitarren-synthie-sound gut in die halle zu legen und mit einer ganz eigenen frische zu punkten. boniface ist eine band-to-watch.

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es wurde langsam ungemütlich, und spätestens als die „white lies“ dann auf die bühne huschten, waren die grenzen der kapazität erreicht. mit „time to give“ startete die band, gefolgt von „farewell to the fairground“. mein herz hüpfte, nicht nur weil ich den song, wie bereits erwähnt, so sehr mag, sondern weil die performance auch eine sehr gute war. ich war erfreut, dass ich all meine befürchtungen hinter mir lassen konnte. was ich aber nicht hinter lassen konnte und mir auch gleich wieder einfiel: die unfassbare menge an menschen in diesem raum. blöd, dass ich während dem vierten song „believe it“ die toilette aufsuchen musste und beinahe im getümmel stecken blieb.

nach dem toilettengang war die nächste challenge jene, meinen freund wieder zu finden. er hatte sich mittlerweile einen platz in der zweiten reihe sichern können und ich, ich war ganz hinten. hui. wundersameweise schaffte ich es nach vorne, dank einiger tricks, die ich im vergangenen jahr von ihm gelernt hatte. das beste war aber, dass es da vorne viel lockerer war und ich auch mit meiner geringen körpergröße die bühne im blick hatte. yeah. mittlerweile beim song „is my love enough“ angekommen, konnte ich mich auch relativ rasch wieder in die richtige konzertstimmung katapultieren und die white lies waren maßgeblich daran beteiligt. die spielfreude, das lächeln, das interagieren mit dem publikum – es machte unheimlich viel spass inmitten der menschenmenge zu stehen, sich zu bewegen und mitzusingen oder mitzusummen, falls man wie ich nicht so gut im songtexte merken war.

da ich eher der sorte nebenbei-hörer angehöre, war ich verwundert, dass ich doch mehr songs kannte, als ich dachte. vielleicht wegen exzessivem fm4-hören, vielleicht aber auch, weil mir automatische playlisten immer wieder die white lies reinmischen. die setlist fühlte sich jedenfalls wie ein hit-feuerwerk an, wie ein best-of aus den liedern, die jeder verehrt. vor allem aber mein freund ging richtig auf und zeigte seine verehrung der stücke mit lautem mitsingen – ich ließ mich davon anstecken und hatte wahrscheinlich die beste zeit auf einem konzert seit langem. natürlich war das zusatzmittel „weißer spritzer“ auch nicht ganz unschuldig, aber mit jedem weiteren song konnte ich den gig richtig fühlen, es war wie surfen auf einer soundwelle. unfassbar gut auf alle fälle!

frontmann harry mcveigh war an diesem abend einfach unschlagbar, glänzte mit seiner starken stimme zu den wummernden synthie-gitarren-klängen. vor allem im letzen drittel kam die qualität der white lies nochmal so richtig zum vorschein: „tokyo“, „to lose my life“ und die zugaben inklusive dem hit „bigger than us“ bewiesen, dass sich die band mühelos zu den ganz großen indie-bands zählen darf. natürlich gibt es noch luft nach oben, aber die band befindet sich am besten wege, dort hin zu gelangen. das konzert war jedenfalls die konzertüberraschung bis dato in diesem jahr!

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