konzert #113: the pier, ant antic, ghost of you, paenda, klan, annika, lex audrey, lilly among clouds, e^st @ waves vienna festival | 29.09.2017

der zweite festivaltag auf dem waves vienna hatte große überraschungen bereit, allen voran lex audrey und die großartigkeit der open air stage.

mein tag auf dem „festivalgelände“ startete mit einem panel über frauen im musikbusiness. danach ging es weiter um zwei wichtige aktivitäten auszuführen: essen und neue leute kennenlernen. ausserdem stellte ich mir die frage, wo sich eigentlich die open air stage befand, die am freitag zum ersten mal bespielt wurde.

gemeinsam mit der band „at pavillon“ fand ich schließlich diesen lieblichen ort im hof der schule hinter dem wuk. da mir die menschen von der genannten band einbläuten, dass dort eine gruppe spielen würde, die sich wie die „foals“ anhören, verbrachte ich noch mehr zeit unter freiem himmel um dem gerücht nachgehen zu können. es war aber halb so schlimm dort mehr zeit zu verbringen: foodtrucks, wunderschöne innenhof-begrünung und ganz viel platz sorgten dafür, dass die open air stage sofort eine meiner lieblingsbühnen wurde. jetzt mussten nur noch die konzerte auf jener bühne überzeugen!

the pier“ aus italien machten den anfang. die assoziation zu „foals“ kam mir zwar nicht, viel eher musste ich an die wilden nummern von „biffy clyro“ nur ohne gesang denken. ja, das traf den sound der italiener ganz gut.

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ich musste weiter. denn der grund warum ich mich eigentlich so sehr auf den zweiten festivaltag freute war „ant antic„, die als erster act im wuk foyer auftraten. die album-release-show zu „wealth“ im juni im b72 hatte ich noch positiv im hinterkopf, und ich freute mich dieses schöne erlebnis zu wiederholen und mich abermals im sound zu verlieren. und genauso kam es.

das trio wurde in schönstes licht getränkt, virtuose marco war völlig in seinem element die beats live am schlagzeug zu konstruieren und rauszuschiessen. tobias am mikro legte seine fragile stimme darüber und glänzte mit sympathie und netten ansagen. elektro-pop mit tiefgang, elektropop der einen packte, festhielt, sich bemerkbar machte und an einem rüttelte. „ant antic“ waren zu diesem zeitpunkt schon ein highlight für mich.

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ich stürmte weiter zur ottakringer stage um einen blick auf „ghost of you“ zu werfen, aber bis auf die haarpracht des sängers blieb mir nichts in erinnerung. mein nächstes ziel: zum ersten mal die nähere umgebung des wuks verlassen und das clash aufsuchen. noch ein paar freunde aufgegabelt und dann irrten wir durch die gassen, geradewegs zum kleinen wohlfühl-lokal.

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das clash mit seiner wohnzimmer-atmosphäre ist ein ort, den man am liebsten jeden tag besuchen würde. trinken und abhängen mit freunden, dazu kratzige gitarrenmusik – das ist es, was ich mit dieser location verbinde. aber als wir ankamen, bekamen wir ganz andere musik zu ohren, nämlich elektronische und sehr poppige frauenpower eines unheimlich charmanten musikerinnen-trios namens „paenda„. dieser zusammenstoß von cleaner synthie-musik und abgefuckten aber lieblichen abstürz-lokal war anfangs zugegeben etwas weird, aber irgendwann dann doch okay. man konnte die umgebung mittels augen schließen ja eigentlich ganz gut ausblenden, wenn man wollte.

was ich gut fand: die performance, die leidenschaft, den catchy elektro-pop-sound. was ich weniger gut fand: das sitzende publikum, das viel zu helle umgebungslicht, die grundstimmung, die leider nicht ganz zum soundtechnischen auftreten der gruppe gepasst hatte. ich wollte tanzende menschen, war schließlich aber wohl die einzige die sich zur musik bewegte. dennoch: als mir der song „waves“ um die ohren geschmissen wurde freute sich mein herz, und als später weitere freunde das lokal betraten und ich zum ersten mal einen fidget spinner in händen hielt, war klar: es war absolut die richtige entscheidung paenda in dieser nicht so ganz passenden umgebung zu besuchen.

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ich spazierte wieder zurück, zurück in die wuk halle um genau nach einem song die location fluchtartig wieder zu verlassen. „klan“ coverte „wir sind helden“ in einer sehr eigenwilligen weise, klang dabei aber gleichzeitig so inhaltslos wie böhmermanns „jim pandzko„. lieber rausgehen, freunde treffen, quatschen!

mein zeitfenster für soziale interaktion war aber nicht gerade groß, denn dann ging es für mich auch schon wieder schnurstracks in den wuk projektraum um „annika„, eine junge singer/songwritern zu sehen. leider war der projektraum irgendwie so gar nicht geeignet für auftritte egal welcher art. und so ging sie etwas unter im lauten gesprächspegel und im viel zu hellen zimmerlicht. nächstes mal möchte ich die junge dame bitte in schummrigen licht und in gemütlicher und festlicher atmosphäre sehen – geht das?

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aus genannten gründen suchte ich wieder meine lieblingsbühne auf, die open air stage. ich wollte eigentlich nur kurz vorbeischauen, blieb aber dann hängen. hängen geblieben deswegen, weil „lex audrey“ zu diesem zeitpunkt gerade eines der besten konzerte am waves vienna festival ablieferten.

okay, es waren nicht ihre outfits, die mich umhauten, auch keine besonderen tanzeinlagen oder ähnliches. es war ihre musik, die sich entfaltete, verbreitete, wie ein großer schleier in diesen innenhof legte. soviele menschen waren da und ließen sich mittragen von den bassgeschwängerten synthie- und gitarrensounds, die man noch tief drin im magen spüren konnte. ich hatte nicht erwartet, dass mich „lex audrey“ so fangen könnten und dass die stimme des frontmannes live ein regelrechter magnet sein würde. der song „godgiven“ präsentierte sich dann noch als i-tüpfelchen ehe ich nach diesem eindringlichen gig wieder weiterzog.

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die stufen rauf, rauf zur ottakringer stage. dort trällerten bereits „lilly among clouds„. ich schlich mich ganz behutsam nach vorne und hielt inne: was für eine stimme. was für eine sympathische sängerin. was für ein hübsches setup. süßlich aber doch auch tough, more of the same und irgendwie doch wieder nicht.

ich schwankte hin und her und schließlich setzten sich in meinem kopf nur noch begeisterte adjektive fest. denn neben der großartigen stimme, gab es großartiges keyboard-spiel, gab es ihre art, die sie so liebenswert machte. ich war ein bisschen geflasht, dass ich nach lex audrey noch aufnahmefähig für nochmehr großartige musik war.

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mein plan war eigentlich noch einen sprung zu einer geburtstagsfeier zu machen, aber irgendwie blieb ich dank anwesender freunde doch noch ein bisschen länger auf dem waves vienna festival. gemeinsam gurkten wir zu „e^st“, einer tollen performerin, die die ganze bühne in der wuk halle als tanzparkett benutzte. einige zeit verbrachte ich dort noch, bis ich dann zur besagten geburtstagsfeier weiterzog. zweiter festivaltag, du warst sehr gut!

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