konzert #99: bilderbuch @ bread & butter in berlin | 03.09.2017

der dritte tag auf dem mode-event „bread & butter“ in der arena berlin war gekennzeichnet von aufbruchsstimmung, von aufräumarbeiten, von letzte-goodies-verteilen. das allerbeste goodie kam aber zum schluss: „bilderbuch“ am laufsteg!

sonntag war für uns flohmarkt-tag! zuerst ging es in den mauerpark und danach auf das raw-gelände. wärmste empfehlung, wenn ihr mal in berlin seid. und weil wir dann schon so nahe an der bread & butter-location waren, schlenderten wir auch gleich dorthin. und überhaupt: wir mussten ja früh genug vor ort sein, um uns anzustellen und ab 16 uhr auf ein ticket für bilderbuch zu hoffen!

während dem anstellen traf ich zufällig eine alte bekannte und verfiel in ewiges plaudern (checkt ihre mal ihre webseite aus!) – das machte die wartezeit in der schlange aber mehr als erträglich. nach erfolgreicher „bilderbuch-ticket-registrierung“ checkten wir dann erst mal die essensstände aus und mussten uns – natürlich – erneut anstellen um uns dem kulinarischen himmel hingeben zu können. müde und erledigt war auch nach der lebensmittelaufnahme wieder – richtig – anstellen angesagt. es gab schließlich noch einige stände, an denen man irgendwelche gratis-sachen abstauben konnte (absolute favoriten: socken und haube!). irgendwann fragte ich mich dann, ob es bei diesem event eigentlich nur darum geht, sich anzustellen. natürlich nicht! es geht auch ums fotos machen! dort ein selfie, da ein photobooth… die topgestylten besucher nahmen jede möglichkeit wahr sich in szene zu setzen. und selbst wenn man sich am anfang dagegen sträubt, macht man irgendwann mit – spätestens bei der vivienne westwood ausstellung mussten wir dann vor einem kettenvorhang posieren. die bilder will man allerdings nicht sehen, glaubt mir.

nach einem talk über die moderne maskulinität, der superinteressant war aber uns trotzdem die müdigkeit ins gesicht drückte (obwohl mein superhero und mtv-moderator patrice ihn moderierte) ging es weiter zur bar. wir mussten noch unsere getränkegutscheine in hochprozentige drinks (zwei drtittel vodka, ein drittel red bull…) eintauschen. ausserdem waren wir in der partystadt berlin – wann wenn nicht am letzten abend ordentlich auf die tube drücken? aber wir mussten uns irgendwann eingestehen, dass das arge mischverhältnis nicht für schnelles austrinken gedacht war und wir mussten aber weiter zur laufsteg-halle, die halle in der man nicht trinken durfte, die halle in der bilderbuch den abschluss des mode-festivals zelebrieren sollten. bevor wir dort aber hinein gelangen konnten, mussten wir die kilometerlange schlange vor dem festsaal kreuzberg durchbrechen – scheinbar wollten alle zu „rin“. ausser wir, wir wollten endlich zu „bilderbuch„!

dann endlich: reinstürmen, einen platz suchen, warten, und schließlich die show genießen. ich konnte mir nicht vorstellen, wie ein konzert einer normalen band mit normalen instrumenten auf einem laufsteg aussehen könnte. ob das nicht total doof ist, wenn es keine direkte erste reihe gibt, sondern man alles nur von der seite betrachten kann? auflösung: es war hochinteressant! als normalsterblicher konzertbesucher hat man in der frontalansicht meist immer das selbe bild. köpfe, instrumente, köpfe, fette monitorboxen. dass es einen drummer gibt, sieht man manchmal gar nicht. bei diesem auftritt war das anders: man konnte jeden schritt, jeden handgriff analysieren. man konnte das zusammenspiel, die kommunikation auf der „bühne“ richtig miterleben. der neue blickwinkel ließ einem viel mehr „dabei“ sein, obwohl man luftlinien-technisch teilweise viel weiter weg war. das war spannend, das war viel direkter als ich es erwartet hatte.

die stimmung in der halle war gut, manchmal sogar sehr gut. es wurde mitgesungen, mitgetanzt, mitgefeiert. sogar yung hurn befand sich im publikum und tänzelte mit. maurice, im schicken netzoberteil und blauen plastik-anzug eingehüllt, genoss das beschreiten des led-catwalks. der modebewusste frontmann samt der ausgeflippten band passte wie die faust aufs auge in diese fashionwelt. auch die „sneakers for free“ und die „frinks“ unterstrichen die lifestyle-veranstaltung so perfekt, man hätte fast meinen können, bilderbuch hätten diese worte extra für diesen abend erfunden.

hymnisch wurden alle lieder vorgetragen, manche mit spezialeinlagen im scheinwerferlicht, manche ganz simpel mit durschnittlichen gitarrenchords. das highlight war aber trotzdem der umstand: der umstand auf einem laufsteg zu performen und der umstand die coolen fashionistas trotz anfänglichem zögern aus der reserve zu locken und zum tanzen zu bringen. gequasselt wurde nicht viel, viel mehr wurde darauf geachtet, soviel wie möglich in 45 minuten spielzeit unter zu bringen. dank der großen begeisterung wurde „verlängert“, doch auch zugaben haben irgendwann ein ende. unsere kräfte ebenso – nie war der weg ins hotel und vor allem ins bett erlösender als an jenem abend. trotzdem: wir haben dieses mode-festival sehr genossen, auch wenn es manchmal mühsam war („wollen wir uns da anstellen?) und wir schlussendlich eigentlich eh „nur“ wegen der musik da waren.

ps: besucht doch die seite meiner mitreisenden fotografin michi – auch bei ihr wird es in kürze ein paar worte und fotos über unseren ausflug nach berlin geben.

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