del water gap in wien: ein abend mit anlauf.
es ist wieder einmal eine playlist-geschichte: seit jahren wird mir del water gap in meine neuesten indie-hits gespült, und irgendwie blieb sein name hängen. entsprechend groß war die vorfreude, als ein konzert im gasometer angekündigt wurde. doch irgendwann wurde der gig ins flex verlegt – okay, dachte ich mir, man muss ja nicht gleich eine der größten venues füllen.
als ich an jenem abend kurz vor einlass vor dem flex ankam, war ich dann aber doch irritiert: warum stand die lange schlange vor dem flex café, also der noch kleineren location, und nicht vor dem flex selbst? und dann fiel es mir wie schuppen vor den augen – das konzert wurde nochmal runterverlegt. autsch. trotzdem fanden sich viele fans ein, und es wurden immer mehr. der einlass ließ allerdings auf sich warten. irgendwann begann es zu regnen, und nach 25 minuten in der nassen kälte durften wir endlich hinein. die vorderen reihen waren schnell gefüllt, aber mittig war es noch angenehm.
die vorband unflirt eröffnete den abend mit durchaus netten songs, wirkte auf mich aber etwas beliebig – fast so, als wären sie die jüngeren geschwister von irgendwem, der ihnen gerade eine bühne ermöglicht.
gegen 21 uhr war es dann zeit für del water gap. zu beginn machte er allerdings nicht den eindruck, als wäre er besonders gern hier. mit cap und hoodie betrat er die bühne, eher versteckt als präsent. bei anderen konzerten tritt er im anzug auf – für diesen abend schien er sich weniger mühe zu geben. aber ein gig, der zweimal runterverlegt wird, hinterlässt wohl spuren. zum glück wurde ihm schnell heiß und er verbannte den hoodie. mit steigender temperatur stieg auch seine laune. er merkte, dass er einen treuen kern an fans vor sich hatte, wurde offener, präsenter. er präsentierte seine gitarre, hing sich an eine deckenkonstruktion, gestikulierte stärker – die performance bekam plötzlich energie.
mein erstes echtes wow-erlebnis kam bei „beach house“: treibend, intensiv, das licht flackerte wie verrückt – ein moment, von dem ich wollte, dass er nicht endet. gleichzeitig gab es aber auch songs, die mich weniger packten, etwa „purple teeth, the bravery“. gegen ende nahm die hit-dichte zum glück wieder deutlich zu: „all we ever do is talk“ war unglaublich stark, bei „perfume“ sprang die gesamte menge, und „ode to a conversation stuck in your throat“ fühlte sich wie ein würdiges finale an.
insgesamt blieb aber das gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre – für mich und vermutlich auch für del water gap selbst.











