ein abend zwischen wollen und zurückhaltung: yumi zouma in der flucc wanne.

vor einigen wochen im fitnessstudio wurde mir in meine playlist yumi zouma mit dem song „drag“ reingespült. irgendwas an diesem song hat mich sofort gepackt, dass ich ihn gleich speichern musste. als ich dann sah, dass die band aus neuseeland nach wien kommen würde, wusste ich: da muss ich hin.

als jener abend da war, fanden wir uns pünktlich in der flucc wanne ein. vera ellen eröffneten den abend, und ich dachte zunächst, das sei ein local support, aber schon nach wenigen tönen wusste ich, die sind viel zu gut für einen typischen local support – tatsächlich kommen sie (auch) aus neuseeland. vera ellen hatten kein besonders schönes bühnenbild – dieser tisch mit einem tuch und ihren namen drauf in der mitte wirkte eher störend als unterstützend. musikalisch konnten sie das aber gut ausgleichen: treibende songs, sehr eingängige melodien und eine starke präsenz auf der bühne. ein solider auftakt, der definitiv spaß gemacht hat.

meine erwartungen an yumi zouma waren entsprechend hoch. wenn der support schon so energie mitbringt, dachte ich, dass die hauptband das locker toppen würde. vor allem, weil sie auf ihrem letzten album etwas experimentierfreudiger und wilder geworden sind – genau das hatte ich mir auch live erhofft.

als die band schließlich auf die bühne kam, blieb die bewegung allerdings überschaubar. statt dynamik gab es vor allem sanfte gesten. ich hoffte zunächst, dass sie vielleicht einfach etwas zeit brauchen, um warm zu werden. doch auch im weiteren verlauf änderte sich daran wenig. song für song verging, langsamere wie schnellere nummern – aber wirklich mitreißend wurde es nicht. viele songs wirkten live weniger einnehmend als auf den aufnahmen. dabei war das bühnenbild eigentlich sehr stimmig: rosen an den mikroständern, eine große rose im hintergrund – visuell schön, aber nicht genug, um die fehlende energie aufzufangen.

ich versuchte mich dem konzert aus verschiedenen perspektiven zu nähern – von der seite, von hinten, von ganz vorne. und nur direkt vor der bühne hatte ich kurz das gefühl, mehr hineingezogen zu werden. die sängerin gab sich mühe, das war spürbar – aber genau das wirkte auch etwas bemüht. es schien nicht ganz ihrem naturell zu entsprechen, sich stärker zu öffnen. die band versuchte zwar immer wieder, mehr dynamik reinzubringen, doch auch die songauswahl trug dazu bei, dass der abend eher stockte, als richtig in fahrt zu kommen.

gegen ende gab es noch einzelne schöne momente: ein gast wurde auf die bühne geholt (die genaue rolle ist mir leider entfallen), und zum abschluss verteilte die sängerin blaue rosen ins publikum. das hatte etwas herzliches – konnte den gesamten eindruck aber nicht mehr entscheidend verändern. yumi zouma stehen vielleicht einfach noch an einem punkt, an dem noch etwas fehlt: ein weiteres album, mehr bühnenerfahrung oder ein wenig mehr selbstvertrauen, um ihr potential auch live voll auszuspielen.

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