drama, eleganz und ganz viel bühnenmagie: the last dinner party im gasometer.
jener donnerstag abend im gasometer startete mit der band „sunday1994„. und sie brachten gleich mal 90er jahre nostalgie ohne echte nostalgie, weil ich keine verbindung zwischen dieser zeit und ihrer musik herstellen konnte… wie auch, die band gab es damals ja noch nicht. das konzept ging für mich deshalb nicht ganz auf, es fehlte mir einfach an authentizität. naja – und lieber beobachtete ich sowieso die besucherinnen mit ihren perfekt abgestimmten outfits für die hauptband des abends, „the last dinner party“.
mit „agnus dei“ eröffnete die britische gruppe „the last dinner party“ ihre audienz im gasometer auf sehr festliche weise. das bühnenbild war überwältigend, die outfits der band sowieso, und die lobpreisungen von sängerin abigail über die schönen gebäude in wien gingen jedem wien-lebenden hinunter wie öl. mit „count the ways“ und „the feminine urge“ ging es weiter – diese songs ergaben eine mischung aus kantigen basslinien, hymnischen melodien und weichen stimmen, die sich immer wieder aufbäumten und die band in elegante, tänzerische bewegungen versetzten. dazu kamen eindringliche blicke und beeindruckende gitarrensoli. visuell und musikalisch ergab das ein stimmiges, in sich geschlossenes gesamtbild.
im verlauf des konzerts wurde die stimmung dann etwas schwermütiger. „second best“ ragte noch positiv heraus, doch vieles danach wirkte wie ein schatten über dem zuvor so bunten bühnenlicht – stellenweise fast zu betrübt, zu niederschmetternd. dennoch blieb die show vielseitig: immer wieder rückte nicht nur abigail in den fokus, sondern auch die anderen musikerinnen erhielten ihre glanzmomente. insgesamt wirkte das konzert manchmal weniger wie ein klassischer gig und mehr wie ein inszeniertes musiktheater, das eine größere erzählung transportieren wollte.
im zentrum stand jedoch immer wieder abigail selbst: mit ihrer präsenz und dem fließenden, weißen kleid zog sie alle blicke auf sich. ihre performance verlieh den songs zusätzliche tiefe und gewicht. es war beeindruckend, mit welcher intensität sie sich in jeden ton hineinlegte. die frühen hits wie „sinner“, „my lady of mercy“ und „nothing matter“ brachten die menschenmenge schließlich endgültig um den verstand.
ich hatte schon befürchtet, dass der zugabenteil vielleicht nicht mehr ganz an das niveau anknüpfen könnte, aber da lag ich glücklicherweise völlig falsch: „this is the killer speaking“ startete mit einer choreografie aller bandmitglieder und entwickelte sich zu einer hymnischen explosion, die ein riesiges glücksgefühl im gasometer auslöste. abigail bemühte sich um jeden einzelnen im publikum und brachte uns am ende sogar noch einen kleinen tanz bei. es war so großartig! am schluss erklang noch einmal „agnus dei“, ich war zu diesem zeitpunkt allerdings schon auf dem weg zur garderobe, mit einem riesengroßen grinsen im gesicht. was für eine großartige show!











