euphorie und wehmut mit biffy clyro im gasometer.
wenn biffy clyro in der stadt sind, dann muss man sich dorthin begeben. das ist mein eigenes, für mich gültiges gesetz, an das ich mich seit über 10 jahren halte (nur beim nova rock 2025 im vergangenen jahr machte ich eine ausnahme, aber das war ja auch nicht direkt in wien).
das konzert war ausverkauft und eröffnet wurde es von einem altbekannten, nämlich bartees strange. diesen künstler durfte ich bereits als vorband von the national im jahr 2023 in portugal begutachten. leider wiederholte sich sein schicksal, wie damals: trotz seiner spannenden mischung aus soul und gitarrensounds ging er ziemlich unter. er traf offenbar nicht den nerv der anwesenden, sie verbrachten sein gesamtes set damit, lautstark zu quatschen. schade. österreich ist noch nicht soweit, bartees.
ein biffy-clyro-konzert ist normalerweise eine wucht, und genau darauf hoffte ich auch diesmal inständig – auch wenn ich wusste, dass ein (sehr wichtiges) bandmitglied fehlte. als biffy clyro (oder zumindest ein teil davon) die bühne betraten, musste ich das ganze erstmal sortieren: statt bassist james johnston standen zwei tourmusiker auf der bühne. und naja: sie waren weder tätowiert noch oberkörperfrei. auch das bühnenbild war diesmal anders aufgebaut: mehrere ebenen, die dem ganzen etwas bewegungsdynamik nahm, statt der gewohnten reduktion samt band-wirbelsturm. vielleicht sollte das dem geschulten biffy-clyro-konzertgeher etwas neues bieten. aber biffy-clyro-fans sind auch ein bisschen gewohnheitstiere: ein bühnenboden, drei ekstatische bandmitglieder und die rohe musik der schotten – das ist normalerweise die magie. diesmal blieb das leider ein kleines bisschen ein wunschtraum.
gleich als dritter song feuerte uns „that golden rule“ entgegen – einer meiner absoluten lieblingssongs. ich war glücklich und gleichzeitig irritiert vom bühnenkonzept. die energie, die die band in ihrer dreierkonstellation normalerweise entwickelt, war in diesem setup trotz starker songs einfach nicht ganz da. simon neill versuchte aber alles: er tänzelte über die bühne, suchte immer wieder den kontakt zum publikum und hatte eine richtig starke setlist im gepäck. mein jammern über das fehlen von james johnston war also jammern auf sehr hohem niveau.
songs wie „space“, „wolves of winter“, „biblical“, „different people“, „black chandelier“ und „mountains“ erinnerten schließlich daran, wie viele fantastische nummern diese band geschrieben hat. und bei so einer songdichte wirkt jede kritik eigentlich fast unangebracht. ich sang, ich riss die arme in die höhe – ich war komplett drin in dieser einzigartigen konzertwelt. richtig besonders wurde es dann im zugabenteil: „machines“ wurde sitzend auf den stufen performt, und sofort hatte ich die szene von ihrer live-dvd im kopf. es war unfassbar schön. auch die nachfolgenden songs trafen genau in mein herz. das große finale wurde mit „bubbles“ eingeleitet und mit „many of horror“ beendet.
am ende war ich einfach froh, diesem konzert beigewohnt zu haben – und gleichzeitig ein kleines bisschen wehmütig, weil die besondere bühnen-dynamik von james johnston gefehlt hat.










