kokoroko waren im flex und schenkten uns wärme in klangform.
irgendwann ende 2021/anfang 2022 entdeckte ich den song „abusey junction“ beim spazierengehen in der sonne für mich. ich wusste nicht, wer genau hinter dem fast rein instrumentalen stück steckte, aber ich merkte mir beiläufig den bandnamen „kokoroko“, ohne weiter zu recherchieren. ich wusste nur: irgendwann muss ich diesen song live hören oder mich mit der band dahinter näher beschäftigen.
ich hüpfte gedanklich wie verrückt in die luft, als ich herausfand, dass kokoroko ins flex kommen würden. gleichzeitig checkte ich sofort ab, ob „abusey junction“ auf ihren setlists auftauchte. ich studierte mehrere vergangene setlisten und stellte fest, dass die chance ungefähr 50/50 war. also war für mich klar: ich musste im vorfeld einfach noch mehr kokoroko hören, um weitere lieblingslieder zu finden, damit ich beim konzert nicht enttäuscht sein würde. gesagt, getan. kokoroko begleiteten mich nicht nur beim spazierengehen, sondern auch bei jeder dehnungs-session nach meinen workouts.
dann war der abend da. das konzert war ausverkauft, eine djane heizte im vorfeld ein, ehe „kokoroko“ die bühne betraten. zunächst war ich etwas unsicher, denn die band trug keine besonders überschwänglichen gesichtsausdrücke zur schau – vielleicht waren es aber einfach konzentrierte blicke. denn als sie begannen, ihre musikmischung aus jazz, funk, soul und afrobeat zu entfalten und sich andächtig auf instrumente und stimmen zu fokussieren, wurde mir klar: sie nahmen diesen abend ernst und wollten uns ihr bestes musikalisches können zeigen.
schon bald breiteten sie ihren ganz eigenen vibe im gesamten raum aus. wellenförmig erreichte uns ihre klangwelt, wir nahmen sie mitwippend auf. die trompeten waren dabei das highlight und machten jeden song zu einer überraschung – in welche richtung würde die melodie kippen? es entstand eine besondere wärme. nicht nur, weil das flex bis zum letzten platz gefüllt war, sondern auch, weil kokoroko mit ihrer musik umarmten: sanft und doch bestimmend, manchmal feiernd, manchmal zurückhaltend. und so funkelten nicht nur meine augen, sondern auch die vieler anderer, während wir das musikalische treiben auf der bühne beobachteten.
nicht nur die musik zog mich in ihren bann, sondern auch die individuellen kleidungsstile der band. trainingsjacken wurden auf ungewohnte weise getragen, schals zu jacken umfunktioniert. diese eigenwillige art, sich zu kleiden, unterstrich ihre ebenso einzigartige musik. alles ergab sinn, auch wenn ich es nicht genau benennen konnte. sinn machte auch, dass sie gegen ende ihres sets immer mehr mit dem publikum interagierten und zum mitsingen einluden – das rundete den konzertabend perfekt ab. meine anfängliche befürchtung, die band würde „nicht besonders glücklich dreinschauen“, war längst verflogen.
am ende war ich auch gar nicht traurig, dass ich meinen lieblingssong „abusey junction“ nicht gehört hatte. es war einfach nicht mehr wichtig. kokoroko hatten mir einen so schönen abend mit so vielen wunderbaren songs geschenkt – und das war viel mehr, als ich jemals erwartet hätte.


















