ein set zwischen gänsehaut, melancholie und großen gesten: dramas im b72.
jener abend im b72 begann mit der vorband „not your ordinary„. sie waren eine gruppe, die elektronische beats mit rock-assoziationen und einem gewissen industrial-charme verband. so oder so ähnlich war zumindest meine erste assoziation beim zuhören. ziemlich cool eigentlich, und irgendwie dann doch nicht ganz, weil auf der bühne leider wenig passierte. und ich wünsche mir bei liveshows ja immer auch einen mehrwert.
etwas später kamen dramas auf die bühne. und ich muss vorweg dazusagen: ich war definitiv vorbelastet. ich kenne das duo persönlich, mag beide sehr gern, und genau deshalb wollte ich dieses konzert fast vermeiden. ich hatte angst, es nicht zu mögen, obwohl ich eigentlich wusste, dass ich es mögen würde.
meine sorgen waren jedoch unbegründet. die schöne, klare, leicht süßliche stimme von viktoria winter fügte sich perfekt in das elektro-pop-soundgerüst ein, welches großteils mario wienerroither im raum ausbreitete. in ihrem schwarz-gelben outfit schlängelte die sängerin sich durch das set, wirbelte ihr haar durch die luft, ging in die knie und unterstützte jeden krassen ton mit einer theatralischen handbewegung.
spätestens beim hit „mess“ gab es den ersten gänsehaut-regen – und es blieb nicht der letzte. vor allem bei den langsameren, dramatischeren songs glänzte viktorias stimme noch ein bisschen mehr, wenn der melancholische klangteppich unter ihr fast ehrfürchtig erstarrte.
das set war allerdings kein reines all killer, no filler konzert. manche songs wirkten zwischen den vielen großartigen musikstücken etwas verloren. auch viktorias wechselnde frisuren im laufe des abends haben mich kurz irritiert. ich mag es offenbar gern, wenn visuell alles gleich bleibt. fragt mich nicht warum, ich weiß es selbst nicht genau.
das waren aber auch schon die kritikpunkte. denn in wirklichkeit hat mich „dramas“ an diesem abend sehr überrascht: wie viele eingängige nummern sich in diesem set versteckten, die so viele menschen einfach noch nie hören durften. das sollte sich unbedingt ändern – egal ob live oder in aufgenommener form.









