große erwartungen und ehrliche ernüchterung: ein nachbericht über nur zwei von vier tagen auf dem waves vienna festival.
das waves vienna festival 2025 begann vielversprechend – mit einer großen opening night im volkstheater und oska als host. das klang unfassbar gut (und oska ist so lustig, es musste gut werden!).
der erste downer kam allerdings gleich nach meinem ankommen: niemand wusste wirklich, wo mein sitzplatz war. gleich zu beginn verloren fühlen hatte ich eigentlich nicht vor. ich setzte mich dann einfach auf einen falschen platz – direkt neben den reservierten platz für christina stürmer. sie tauchte übrigens nie auf, da unten beim pöbel.
wie auch immer: als die opening night losging, sprachen nicht nur festivaldirektor thomas heher (unter anderem über fehler der letzten jahre – er lehnte einmal ed sheeran fürs festival ab), sondern auch mehrere politiker. und da folgte der nächste downer. ihre ansprachen wirkten wie typische pflichtreden: viel darüber, wie wichtig das festival für die musikszene sei, aber mit jedem satz wurde klarer, dass sie das waves vienna festival wohl noch nie selbst besucht hatten. alles klang einstudiert und seltsam leer.
zum glück kam irgendwann oska auf die bühne. sie zog nicht nur wegen ihres jeans-outfits alle blicke auf sich, sondern vor allem wegen ihrer witzigen, lockeren art. sie führte schön durchs programm, bat die künstlerinnen immer wieder auf die couch zum gespräch und anschließend auf die bühne zum performen. oft sang sie einen song mit – und das war gut so, denn von oska kann man einfach nie genug bekommen.
die highlights dieses abends: josh (weil er nett ist, nicht wegen der musik), oskar haag, hearts hearts, yasmo und natürlich christina stürmer. zwar nicht meine musik, aber kindheitserinnerungen. später ging es nur noch ganz kurz in die rote bar, denn es standen ja noch weitere festivaltage auf dem programm.
ich hatte große hoffnungen für den zweiten tag, obwohl ich mir erstaunlich schwer tat, künstlerinnen auszuwählen. nichts sprach mich so richtig an, also ging ich auf nummer sicher.
ich startete mit „indoor foxes“ im b72. anfangs wirkte sie noch relativ „normal“, doch von song zu song wurde sie wilder, unberechenbarer. am ende hob sie ihre handtasche vom bühnenboden auf und schoss kondome ins publikum. zwischendurch stieg sie zu uns herab, tanzte – oder besser: wütete – mitten im raum. diese frau hatte energie. hui.
als nächstes blieb ich bewusst im sicheren bereich und ging zu „toby whyle“ in ein gürtellokal, an dessen namen ich mich nicht mehr erinnere. seine performance war wunderbar. ich fühlte die musik durch und durch, und die discokugel über unseren köpfen sorgte für eine schöne, fast intime atmosphäre. für einen moment war genau das genug.
zufällig traf ich dort eine freundin – die willhaben-freundin vom joan as police woman konzert – und überbrückte so die zeit bis zum nächsten act in derselben location: nämlich bis zu „mwita mataro„. ich bin großer fan seines bandprojekts at pavillon und war entsprechend gespannt. das problem: er sang auf deutsch. und deutschsprachige musik erreicht mich aktuell einfach nicht mehr. ich bin mir sicher, dass es großartig war – nur eben nicht für mich. ich verließ den raum recht bald.
das war auch okay, denn so konnte ich noch „jol“ im café carina sehen. im vorfeld klang ihre musik eigentlich ganz gut. aber als ich dort ankam und die lichterkette hinter der bühne sah, war mir schon klar: das wird nichts. null konzertstimmung, ein raum, der jede energie schluckte, und eine band, die wirkte, als stünde sie zum ersten mal auf einer bühne. ich blieb nicht lange. ich konnte diesen auftritt einfach nicht ertragen. macht das sinn? versteht mich jemand?
meine letzte hoffnung war „the bug club“ im chelsea. die mussten gut sein, sonst wäre toby whyle mein einziges echtes highlight des abends geblieben – eine zu geringe ausbeute für einen festivalabend. und ja: sie waren gut. sie hüpften herum, präsentierten ihre instrumente, sangen unentwegt. aber sie waren trotzdem nicht das absolute highlight. irgendetwas fehlte mir.
zum schluss schaute ich noch für einen song von „kuleeangee“ im loft vorbei. das war auch ganz okay, aber dann musste ich nach hause und schlafen gehen.
nach diesem abend entschied ich mich, die weiteren festivaltage nicht mehr zu besuchen. nicht aus trotz, sondern aus selbstschutz. ich wollte nicht weiter von enttäuschung zu enttäuschung ziehen, nur um „dabei gewesen“ zu sein. vielleicht war waves vienna festival 2025 einfach nicht „mein“ festival. vielleicht fehlten mir die acts, die mich wirklich abholen. und vielleicht ist das auch okay so. hoffentlich gibt es nächstes jahr wieder ein paar spannendere künstlerinnen, die überraschen, fordern und in meinen gehörgängen bleiben.










