hype-test bestanden: warmduscher haben die flucc wanne in ein schwitzendes chaos verwandelt!
es war mal wieder so weit, ich wollte einen hype analysieren, den ich aus internationalen musikmedien mitbekommen hatte. und deswegen pilgerte ich in die flucc wanne um die briten von „warmduscher“ zu sehen und mir selber ein bild von dieser viel besprochenen band zu machen.
zuerst hatten aber „c.a.m.o.“ das vergnügen unsere ohren auf die probe zu stellen. ihre punk-musik war mal schnell und dezent melodisch, dann aber auch wieder krächzend und anstrengend. vielleicht war ich auch einfach aus meiner rebellischen phase rausgewachsen, und verstand punkrock nicht mehr zu 100%, wer weiß. ich war jedenfalls eher unbeeindruckt.
irgendwann war es dann an der zeit für „warmduscher„. sie erschienen dem publikum in einer bühnennebelsuppe mit viel radau und temperament. wobei erscheinen das falsche wort ist, soviel sah man dank dem nebel gar nicht. wie auch immer – die flucc wanne passte hervorragend zum sound von „warmduscher“. das abgefuckte, abgeschlagene, abgewohnte lokal am praterstern unterstrich die teils unkontrollierte spielart der britischen band.
während die musiker im hintergrund ihre eigenwillige mischung aus post-punk, jazz und noise kreierten, ließ es sich sänger craig higgins nicht nehmen, der darbietung seine ganz eigene, wilde und chaotische note hinzuzufügen. immer wieder lehnte er sich weit über das bühnengeländer ins publikum, brüllte mehr als er sang und wechselte zwischen monotonem spoken word und völlig unkontrollierten ausbrüchen.
die musik steigerte sich zunehmend ins unermessliche, blieb dabei aber erstaunlich reduziert und hörbar. blitzlicht im nebel, die wilden bewegungen von higgins und die aggressiver werdenden tonfolgen verdichteten sich zu einem kaum greifbaren zustand. immer wieder suchte higgins die nähe zu seinen anhängern, bis er sich schließlich ganz unters publikum mischte. gegen ende stürzte er sogar zu boden und performte einfach im liegen weiter. als wäre das noch nicht genug, übertrieb er es einmal ein wenig zu sehr, zog sich eine schnittwunde an der stirn zu und sang unbeirrt weiter. selbst ein kaputtes mikrofon (vom wilden herumwirbeln, uuuups) konnte ihn nicht stoppen.
ich hatte nichts erwartet, aber ich dachte auch nicht, dass dieses warmduscher-konzert so wild, roh und provokant werden könnte. ich konnte meinen augen kaum trauen, von welcher performance ich da zeuge wurde. aber gleichzeitig war ich auch froh, diesem hype gefolgt zu sein, anderenfalls hätte ich mich nie zu so einer art konzert bewegt und ich hätte auch nie durchgehend gestaunt.







