„the dandy warhols“ gastierten im wiener wuk – unbeeindruckt und doch beeindruckend.
um die komplette geschichte zu diesem konzert und die bedeutung für mich zu erzählen, muss ich mit euch in die vergangenheit reisen. es war im april 2015, als „the dandy warhols“ in der arena spielten. ich war als fotografin dort und machte so tolle fotos, dass ich es kaum erwarten konnte, diese zu veröffentlichen. als ich zuhause die speicherkarte auslesen wollte, kam dann, was kommen musste: die speicherkarte zeigte einen fehler an. ich wurde panisch, ich versuchte alles: computer neu starten, speicherkarte in andere lesegeräte stecken… aber nichts funktionierte. die fotos waren weg. für immer. das bittere daran war, dass ich nur ein handyfoto machte, weil ich mir dachte, dass meine anderen fotos eh so gut sein würden. zusätzlich hab ich dann die musik der dandy warhols damals noch nicht komplett verstanden und das konzert blieb mir in schlechter erinnerung (wahrscheinlich eher wegen meiner unwissenheit, statt der eigentlichen qualität, aber das ist eine andere geschichte). jedenfalls war das mein hauptgrund nun im jahr 2025, 10 jahre später, zu diesem konzert in wuk zu pilgern: um endlich meine fotos von den dandy warhols zu bekommen und ihnen wirklich zuzuhören.
bevor ich mit meiner mission starten konnte, huschte vorher noch die support-band „sisters of your sunshine vapor“ auf die bühne und wollte begutachtet werden. ich hörte eine gute, tiefe, weiche stimme und empfand das konzert als sehr atmosphärisch. aber: ich war gleichzeitig schon so vorfreudig auf die hauptband des abends, dass ich mal wieder klassisch eher „vorbeigehört“ hab. aber wer kanns mir verübeln?!
irgendwann erschienen dann „the dandy warhols“ auf den bühnenbrettern des wuks! aufgestellt in einer reihe wirkten sie wie gleichwertige mitglieder, niemand war wirklich der mittelpunkt, alle waren präsent. und mit präsent meine ich wirklich einfach nur präsent, bewegung gab es eigentlich keine auf der bühne. nur die dame ganz außen links sorgte für die eine oder andere theatralische tanz-bewegung während sie ihre instrumente bediente.
die gruppe führte uns durch ein gitarrenlastiges psychedelic-alternative-set, ganz klassisch ohne überraschungen. aber gleichzeitig haben sie im spektrum ihres genres auch nicht zu wenig versprochen: es flatterten die haare im ventilator-wind, es krachten die gitarren und es gab bühnennebel, der mit buntem kegelförmigen licht eingefärbt wurde.
das publikum wirkte durchwegs zufrieden – zumindest sah ich immer wieder menschen minimalistisch am mitwippen, ohne große gefühle. also ähnlich wie die band. und ich? ich persönlich konnte mich endlich richtig gut reinfühlen, im gegensatz zu meinem ersten dandy warhols konzert. ich konnte auf den entgegenkommenden psych-rock-wellen gut dahinsurfen und gleitete immer mehr in einen kleinen trancezustand. ich war aber gleichzeitig so froh, dass ich endlich brauchbare fotos von der band hatte – ich glaube, das machte die musik noch viel zugänglicher für mich.
das große highlight war natürlich der hit, der klassiker „bohemian like you“. aber man muss auch sagen, dass es eine verdammt gute nummer ist, die „the dandy warhols“ einfach spielen musste. da führte kein weg dran vorbei. ich habs gefeiert – und der rest der menschen auch. bei diesem song kamen auch mehr gefühle des publikums zum vorschein und in ganz wenigen momenten konnte man sogar erkennen, dass die eine oder andere person kurz mal die arme in die höhe geworfen hatte. nur vereinzelt, aber immerhin! ansonsten blieb der abend großteils emotionslos. aber vielleicht ist man einfach so drauf, wenn man diese art von musik gern hört? ich hab meine begeisterung jedenfalls lautstark kund getan – auch weil ich endlich fotos von „the dandy warhols“ hatte! und das fazit dieser geschichte: manche konzerte brauchen zehn jahre, um richtig anzukommen.








