viel hype, viel energie, viel begeisterung: „turnstile“ lieferten im wiener gasometer nicht nur brachiale hardcore-wucht, sondern auch melodisches durchatmen!
es war so: „turnstile“ waren zu jener zeit eine extrem gehypte band, sie wurden sogar als eine der besten bands auf dem primavera sound 2025 tituliert. natürlich war ich da neugierig und musste ins gasometer zu ihrem gig pilgern. aber bevor ich die hauptband des abends genießen durfte, musste ich erst mal die vorband über mich ergehen lassen. leider ist das keine übertreibung: ich fand die band „compete“ wirklich nicht gut – für mich war das keine musik, es war eher krach. die musik passte nicht nur screamo-stimme und umgekehrt, es wirkte alles sehr unkoordiniert. und ja, auch wenn man es mir nicht zutraut: auch ich hab ganz ganz früher mal hardcore-mukke gehört, aber das was „compete“ da machten, war leider etwas unterirdisch.
das konzert von „turnstile“ konnte mich eigentlich nur positiv stimmen, nach diesem eher negativen erlebnis mit dem support act. und tatsächlich: ich war gleich mal erstaunt, wieviel bewegung sänger brendan yates auf die bühne brachte – von herumlaufen über herumhüpfen bis mikrofonständer durch die luft wirbeln, hauptsache irgendwas war auf der bühne los. aber auch die musik ansich war annehmbar: „turnstile“ bwegten sich zwischen 00er jahren melodic-hardcore-punk und alternative rock, wobei sich die sanfteren alternativ rock stücke eher im hintergrund hielten. die hauptsache war viel energie freizusetzen, auf der bühne aber auch im publikum: die crowdsurfer waren kaum zu bändigen und prägten den abend.
ich verstand den hype um die band: denn dass eine hardcore-band auf die idee kommt, und auch mal ein paar sanftere töne anzuschlagen, das passiert wirklich kaum. und es war wirklich eine willkommene abwechslung zu den wilden gitarrentunes auch mal durchatmen zu können und und auch mal mehr melodie zu hören. das hatte schon was, vor allem weil sänger brendan yates wirklich mit einer schönen stimme trumpfte. und meine persönlichen highlights waren auch die etwas sanfteren hits, vielleicht weil sie mich ein bisschen an meine jugend erinnerten (nämlich an meine obsession rund um die band „afi“).
das publikum war jedenfalls durchwegs begeistert, ich war eher mittelbegeistert. ich mochte es, dass etwas los war auf der bühne, aber die songs waren nur zur hälfte mein fall. aber wie gesagt, ich verstand den hype um die band und ich war froh meiner neugier nachgegangen zu sein. zumindest weiß ich, welchen leuten ich „turnstile“ empfehlen kann und das ist doch auch was!









