es war eigentlich kein konzert, sondern eher ein tanzritual: sextile bewegten sich im b72 zwischen techno, post-punk und kontrollverlust.
alles begann an jenem abend mit einem aufwärm-dj-set von „kat ze„, einer aufstrebenden djane aus wien. sie stand ganz allein hinter den turntables und versank fast im nebel, aber sie versorgte uns mit guten tunes, die einen gut darauf einstimmten was noch folgen würde.
von der hauptband „sextile“ erwartete ich irgendwie alles aber gleichzeitig auch gar nichts. als das duo die bühne betrat wurden wir regelrecht reingeworfen in ihr aggressives set. mal sang brady, mal sang melissa, im hintergrund wurde die dazugehörige elektronik-musik aufgelegt, im vordergrund wurde mit synthesizer und e-gitarre gewürzt. aber der gesang war kein richtiger gesang, es war eher geschrei. dazu passend wurde wie wild herumgehüpft und gestikuliert. dieses ganze unterfangen auf der bühne war manchmal fast schon ein bisschen beängstigend.
aber in wirklichkeit war dieses techno-post-punk-konzert eine performance. und diese performance erinnerte mich manchmal ein bisschen an aerobic stunden – zumindest wenn ich mich im publikum umsah. alle hüpften brav mit, alle bewegten sich in irgendeiner weise, so wie „sextile“ es vormachten. wenn jedoch die haare geschüttelt wurden, wurde nicht mitgemacht, aber hätte es die ansage dazu gegeben, wer weiß was daraus entstanden wäre!
ich persönlich war teilweise schon sehr gefesselt von den beats und einigen synth melodien und gleichzeitig war es oft auch more-of-the-same, so ehrlich muss ich sein. ich fand es gut, dass sich das duo bei instrumenten und gesang abwechselte, und somit ein bandmitglied immer ein bisschen verschnaufpause bekam. aber wirkliche musikalische abwechslung brachte das nicht. wobei, das war wohl sowieso niemanden wichtig – es war ein party set, ein bewegungsset, ein heute-tanzte-ich-alles-raus-set.
der höhepunkt war als brady mitten ins publikum hüpfte und ein bisschen ausflippte. ich mochte es, dass er nähe zum publikum suchte und gleichzeitig hatte ich trotzdem den eindruck, dass das alles für ihn mehr selbstzerstörung als genuss war. aber was weiß ich. am ende wirkten „sextile“ glücklich, also war ich es auch. dieses konzert war eine erfahrung, und ob ich das nochmal möchte? mal sehen.









