fünf österreicher_innen auf dem wahrscheinlich größten festival der welt, dem glastonbury festival in england. ein nachbericht über eine unvergessliche festivalreise der superlative.
die monatelange vorbereitung
das glastonbury festival zu besuchen ist eigentlich ein jahresprojekt. es beginnt mit der rechtzeitigen registrierung, denn nur mit einer registriernummer (inkl. aktuellem foto, vollständigem namen, postleitzahl und ort) kann man überhaupt am ticketverkauf teilnehmen. und am ticketverkauf teilnehmen zu können ist eine glückssache. falls man das glück hat und an dem einem sonntag im jahr durchkommt, muss man innerhalb weniger minuten alle registriernummern und deren details eintippen (man kann bis zu sechs tickets kaufen), kreditkarten-details eintippen und hoffen, dass sich die seite während dem bezahlvorgang der anzahlung nicht aufhängt. ist die anzahlung durch, hat man einen großteil des weges bereits geschafft.
tatsächlich war es mir im november 2023 möglich gleich fünf tickets zu ergattern und meine glastonbury-whatsapp-gruppe konnte es nicht glauben. wir hatten wirklich tickets für ein festival bekommen, bei dem es normalerweise fast unmöglich ist, tickets zu bekommen? ja, wir hatten es tatsächlich geschafft. aber das projekt war noch lange nicht abgeschlossen: wir führten meetings durch (im februar und april) um flüge, mietauto und unterkünfte zu buchen und um die reise zum festival sowie vom festival weg genauestens zu planen. wir studierten das line up, das im märz 2024 endlich eintrudelte. wir bezahlten den restlichen ticketpreis im april 2024 (man hat eine woche zeit um den restlichen betrag zu bezahlen – wenn man nicht bezahlt, geht das ticket in einen resale) und wir überlegten uns, welches camping-equipment wir benötigen würden (inklusive packliste). erst am flughafen wurde die ganze reise dann ein bisschen realer, als wir unsere drei zelte in ein zusätzliches gepäckstück stopften. nun war alles gut, wir konnten alles mitnehmen und abreisen!
die anreise
die festivaltore öffneten am mittwoch, wir entschieden uns aber erst am donnerstag anzureisen, auch mit der gefahr nicht auf einem fleck gemeinsam campen zu können. aber die faktoren „wie lange komme ich ohne dusche aus“ und „wie lange halte ich es aus in einem zelt zu schlafen“ ließen uns dann doch zur donnerstagsanreise tendieren. einen tag zuvor verbrachten wir noch unendlich viel zeit in einem riesigen supermarkt, um uns mit lebensmittel und getränken einzudecken. das besondere am glastonbury festival ist nämlich, dass man alles, also sämtliche lebensmittel und getränke, mit aufs festival nehmen kann – und auch direkt mit zu den bühnen nehmen kann. man muss vor ort eigentlich nichts kaufen, wenn man nicht möchte (und stattdessen lieber schleppt). campingplätze und bühnen sind ein gemeinsames gelände.
mittwoch abend verbrachten wir also damit, alles in unsere rucksäcke zu packen und um uns nochmal ausreichend auszuruhen und donnerstag früh ging die reise zum festival dann los. es war alles gar nicht so einfach, viele straßen waren gesperrt und wir wurden zu einem parkplatz geleitet, zu dem wir eigentlich gar nicht wollten. aber wir hatten keine wahl. vom parkplatz ging es dann eine gefühlte ewigkeit gerade aus, bis wir wahrscheinlich nach 30-40 minuten endlich nach unserem ticket gefragt wurden und schließlich auch zu einer bandausgabe kamen. mein nächster weg war direkt zu einem übersichtsplan – dort standen auch campingplatz stewards die uns mitteilten, wo wir noch platz für unsere zelte finden würden. also gingen wir einmal quer über das festivalgelände, wahrscheinlich nochmal eine gute stunde lang, bis wir am ganz anderen ende einen campingplatz fanden, der genügend platz für unsere drei zelte hatte. juhu!



27.06.2024 | arxx, frank turner, tors
nachdem wir unsere zelte aufgebaut hatten und die ersten getränke geöffnet hatten, machten wir uns bereit um das festivalgelände zu erkunden. unser erster weg führte uns einmal quer über das gelände zur greenpeace stage, dort stand die band „arxx“ auf der bühne. leider klang die gruppe für mich eher nach coverband und wir zogen weiter. und zwar richtung stone circle und danach zur strummerville stage. so gut wie jedes jahr tritt nämlich „frank turner“ auf der strummeville bühne am donnerstag auf – der andrang für dieses kultige ereignis ist jedes mal so riesig, dass man sich bereits eine stunde vorher anstellen muss, um zu den versteckten bühnenbrettern mitten im wald zu gelangen. wir hatten glück und nach einiger wartezeit waren wir dann mitten in einem euphorischen frank-turner-publikum und das war sehr sehr schön!




wir genossen die aussicht und wanderten weiter zur „the park“ area. neben der großen park stage gab es zahlreiche kleine bühnen, zum beispiel die „wishing well stage“. dort spielte zu jener zeit die gruppe „tors“ ein bezauberndes indie-folk-konzert. mein magen knurrte aber bereits sehr laut und wir huschten rüber zum pizza stand, während unsere restliche gruppe den konzertklängen lauschte.
nach einer kleinen stärkung und der wiedervereinigung unserer gruppe wanderten wir dann auf den „worthy view“ berg, rauf zum „glastonbury sign“. dort verweilten wir einige zeit bevor wir weiter alles erkundeten. wir begutachteten das „glastonbury on sea“-pier (mit ganz viel jahrmarkt-feeling), wir wanderten durch die „green fields“ (workshops und ganz viel spirituelles zeugs) und wir begutachteten den southeast corner, eine ganz arge party-meile für alle ausgefallenen geschmäcker, die in den späten abendstunden immer überfüllt und gesperrt ist (bei einem aufgebauten gay-nachtclub standen halbnackte metzger beim eingang, die aufgehängte tierkörper peitschten?!). dann ging es weiter zu den „theatre & circus fields“ und danach zu „car henge“ (stonehenge aber statt steinen gab es bunt bemalte autos!). alles zu erklären würde den rahmen sprengen, es sei nur gesagt: man kann auf dem glastonbury festival wirklich alles erleben!












wir schlenderten noch weiter zur „silver hayes“ area (einer weiteren party-area) und danach zu unserem ursprünglichen ausgangspunkt und campingplatz-heimat, der „woodsies“ area. dort gab es auch eine neue ambient-tree-stage und ich fand das richtig angenehm, dort abzuhängen. die ambient-musik und performances dort, waren fast schon eine massage fürs gehirn. wie auch immer: es war mittlerweile richtig kalt geworden und unser letzter programmpunkt war der lichterkettenwald neben der ambient-stage (inklusive wärmendes lagerfeuer!). besser und schöner hätte der tag nicht enden können!
28.06.2024 | lynks, the snuts, barry can’t swim, jarvis cocker & alexis taylor, seventeen, the vaccines, bombay bicycle club, pj harvey, lcd soundsystem, dua lipa, jamie xx
unser erster, richtiger festivaltag startete sehr früh. das erste konzert ging bereits um 11:30 uhr bei der park stage los und wir mussten ja, wegen der größe des festivalgeländes, einige zeit marschieren. zugegeben, wir schafften es nur noch bis zum letzten drittel der show von „lynks„, aber dieser showteil hatte es dafür in sich. der künstler sprintete im ganzkörper-anzug durchs publikum und sang von hot straight girls und hot straight boys und die stimmung war bereits zur mittagszeit am kochen!
wir sprinteten schnell zurück zur other stage, dort warteten „the snuts“ bereits mit einem sehr feinen indie-set auf uns. sie erinnerten mich an eine mischung aus the kooks und kasabian – jedenfalls sehr zum tanzen und mitnicken einladend. wir wollten danach eigentlich unsere gruppe wieder treffen – aber wir hatten ein kommunikationsproblem und danach ein zeitproblem. wir wollten nämlich unbedingt „barry can’t swim“ sehen und damit waren wir nicht die einzigen. wir machten uns also wieder auf den weg zur park stage – und tausende andere leute hatten die gleiche idee. dank ausgezeichneter crowd control wurden wir umgeleitet und schafften es zur park stage – aber es waren bereits soviele menschen anwesend, dass es unmöglich war den künstler zu erblicken. wir huschten daher gleich daneben in die „stonebridge“ bar – dort waren nämlich „jarvis cocker“ und „alexis taylor“ am auflegen. eine grandiose dj-karriere haben die beiden zwar nicht mehr vor sich, dafür bewegten sie sich viel zu wenig, aber es war nett ihrem musikgeschmack zu lauschen.
wir wanderten danach erstmals zur pyramid-stage – denn wenn eine k-pop-band am start ist, darf man sich das nicht entgehen lassen. „seventeen“ bestehen aus 13 bandmitgliedern, die bereits übers bühnenparkett tanzten, als wir ankamen und es war mehr als unterhaltsam. ich hatte zwar mühe immer herauszufinden, welcher der köpfe gerade sang, aber um das ging es auch eher weniger. es ging um die tanzperformance und um die eingängigen pop-banger. vor allem der letzte hit „nice“ wurde gefühlt 20 minuten lang gespielt und es war einfach unfassbar witzig, den enthusiasmus von seventeen zu begutachten!
für einen kurzen moment fanden wir uns bei „the vaccines“ ein, die gerade auf der woodsies-bühne spielten. lange hatten wir nicht zeit für die hits der gruppe, denn ich drängte bereits schnell wieder zur other stage zu wandern, denn ich wollte unbedingt „bombay bicycle club“ in voller länge live erleben. diese band war meine einzige priorität am gesamten festival. und ich dachte nicht, dass sie ein besonders spannendes konzert bieten würden, aber tatsächlich schafften sie es immer wieder, ein gewisses knistern zu erzeugen und die stimmung so aufzuheizen, dass alle anwesenden ihre arme in die luft schmissen und begeistert klatschten. die wohl größte begeisterung entstand, als „damon albarn“ von blur (und zahlreichen anderen bands) auf die bühne kam und gemeinsam mit der band den gemeinsamen song „heaven“ sang. danach gab es eine kurze ansprache von damon albarn und den blur-hit „tender“. ob ich geweint habe? und wie ich geweint habe. ich war fassungslos, weinerlich und mein ganzer körper war übersäht von gänsehaut. ich empfand glück durch und durch und war zur richtigen zeit am richtigen ort – es war unfassbar!



nach diesem unfassbaren glücksgefühl fanden wir unsere gruppe wieder und wanderten gemeinsam zur pyramid stage – wir holten uns am weg etwas zu essen, setzten uns auf den boden und hörten währenddessen „pj harvey“ und genossen die angenehme abendsonne. und dann ging es direkt in die menge, denn wir wollten für „lcd soundsystem“ einen guten platz haben. gesagt, getan. der andrang war nur so riesengroß, dass wir uns vorne in der menge quasi nicht mehr bewegen konnten. das konzert war trotzdem unfassbar gut – und „all my friends“ in einer masse von gut gelaunten menschen zu erleben, passiert einem auch nicht alle tage. ein teil unserer gruppe blieb schließlich vorne, mein partner und ich mussten uns aber die füße vertreten und entschieden und weiter raus aus der menschenmenge zu gehen. wir sahen dann „dua lipa“ von etwas weiter hinten und wahrscheinlich war das der grund, warum ich nicht so ganz warm wurde mit ihrer performance. ich fühlte mich sogar ein bisschen gelangweilt und konnte schließlich meinen partner überreden, ein bisschen spazieren zu gehen. unser spaziergang führte uns schließlich zur woodsies-stage. ich hatte zu dem zeitpunkt ganz vergessen, dass dort gerade „jamie xx“ auftrat und hatte einmal mehr dieses zur-richtigen-zeit-am-richtigen-ort-gefühl, denn natürlich spielte er plötzlich meine lieblingslieder und dann kam auch noch überraschenderweise „romy“ auf die bühne um einen gemeinsamen „the xx“ hit zu performen. es war unglaublich und es war vor allem der perfekte abschluss für diesen ersten, richtigen festivaltag!












29.06.2024 | kneecap, high vis, mannequin pussy, cindy lauper, keane, bloc party, kasabian, yard act, the streets, coldplay
am zweiten, richtigen festivaltag – aber gleichzeitig der dritte tag unserer anwesenheit – wollten mein partner und ich es eher gemütlich angehen und keine 33 000 schritten hinlegen. wir entschieden uns daher den tag für die ersten paar stunden bei der woodsies-bühne zu verbringen. wir sahen (oder besser gesagt hörten) „kneecap“ und „high vis“ und ich war eher nicht so angetan, auch weil beide bands nicht meinem musikgeschmack entsprachen. die meiste zeit befand ich mich auch einfach nur gleich daneben unter der ambient-tree-stage: dort gab es schatten und sitzmöglichkeiten und in wirklichkeit lag ich in der wiese unter dem sonnensegel und es war einfach nur herrlich. erst bei „mannequin pussy“ stand ich auf und bewegte mich mehr richtung bühnenzelt, und das war die absolut richtige entscheidung! diese band war unfassbar energievoll und machte mich so richtig munter, denn ihre musik bewegte mich zu meinen ersten dancemoves des tages!
leider konnte ich mir das konzert von mannequin pussy nicht ganz zu ende anschauen, denn wir mussten weiter zu einer ikone, nämlich „cindy lauper„. der publikumsbereich war eher leer und erst etwas später, wussten wir auch warum: cindy lauper war stimmlich bei weitem nicht mehr am höhepunkt ihrer karriere, sie wirkte auch manchmal ein bisschen orientierungslos. aber egal, hauptsache war, dass wir die hits „girls just wanna have fun“ und „time after time“ hörten, das war alles was ich wollte! wir blieben an ort und stelle, denn auch die nächste band wollte ich unbedingt einmal live gesehen haben, nämlich „keane„! und wir bekamen ein solides konzert inklusive den songs „everybody’s changing“ und „somewhere only we know„. und ich hab einmal mehr geweint, weil die songs schön waren aber auch weil ich zu zweiterem song eine traurige erinnerung habe und diese natürlich hochkommen musste…
traurigkeit muss man einfach wegtanzen, wie gut dass unser nächster programmpunkt „bloc party“ auf der other stage war. tatsächlich sahen und hörten wir ein traumkonzert, das publikum war so motiviert und gut drauf und ich dachte nicht, dass meine liebe zu dieser band wieder derart enflammen würde! danach ging es wieder zur woodsies stage, dort war die stimmung ebenfalls am kochen weil gerade „kasabian“ ein unangekündigtes konzert gaben! gleich danach gab es „yard act“ auf selber bühne zu sehen und ich war erfreut, von einem tanzbaren zum nächsten tanzbaren konzert stolpern zu können! ich hoffte, dass es so weiter ging und auch etwas später wurde ich nicht enttäuscht, als „the streets“ mit „fit but you know it“ auf der other stage noch mehr dancemoves aus mir rauskitzelten!













nach soviel getanze war es gut, die restliche gruppe wieder zu finden und sich ein bisschen auszutauschen über die einzelnen erlebnisse. und: der nächste programmpunkt war ein gemeinsamer programmpunkt, nämlich „coldplay“ anschauen! kurz zusammengefasst: die erste stunde des sets war wirklich gut und voller hits, die zweite stunde des sets war einfach irgendwas. ständig wurden lieder in die länge gezogen und immer wieder unterbrochen, gäste auf der bühne wurden nicht vorgestellt, sondern einfach nur hingestellt. ich war gelangweilt und wütend, weil ich hoffnungsvoll war endlich ein best-of-set von coldplay auf einem festival erleben zu können und dann war es einfach nicht gut, trotz der ganzen lichtshow und den tausend feuerwerken. noch nie war ich so schlecht gelaunt und so unruhig nach einem konzert, ich wollte danach unbedingt noch irgendetwas positives erleben, aber nicht mal die arcadia-area mit der dragonfly-stage konnte mich „glücklich“ machen. ich muss es benennen wie es ist: „coldplay“ haben meinen zweiten tag ziemlich ruiniert und ich wünschte, ich hätte mir stattdessen eine andere band angesehen.





30.06.2024 | the zutons, the k’s, newdad, james, shania twain, paris paloma, nothing but thieves, avril lavigne, romy, james blake, the national
wegen der immer noch furchtbar nachhallenden coldplay-erfahrung der vorherigen nacht, nahm ich mir für den letzten festivaltag vor, keine band anzuschauen, nur weil alle andere menschen diese band begutachteten. ich wollte mich treiben lassen und soviel schönes wie möglich erleben. wir starteten den tag mit der band „the zutons“ auf der other stage und es war nett „valerie“ live zu hören, aber sonst konnte ich mich eher nicht darauf einlassen. wir wanderten wieder zur woodsies stage und sahen „the k’s“, die nette indie-musik machten aber mich auch nicht vom hocker rissen. dafür war ich den nachfolgenden „newdad“ sehr begeistert – ich mochte nicht nur die musik, sondern auch die visuals.
wir huschten wieder zur other stage, mein partner wollte unbedingt „james“ sehen. ich kannte seine musik zwar von ganz ganz früher vom radio hören, aber die bühnenshow war mir dann doch ein bisschen zu sehr hippie. außerdem hatte ich an jenem tag noch eine andere priorität: einmal im leben „shania twain“ sehen! mein partner blieb bei james, ich wanderte mit zwei weiteren aus meiner gruppe zur pyramid stage. wir kamen genau rechtzeitig zum ersten hit und ich fand nicht nur die sängerin sehr cool sondern auch das publikum. viele hatten sich in glitzernde cowboy outfits geschmissen und ich genoss den blick durch die funkelnde menge! ich wanderte einmal ganz außen rundherum um die pyramid stage, denn dass hatte ich noch nie gemacht und war so beeindruckend. als ich ganz am oberen ende stand und auf die pyramid stage hinunterblickte und alle rund um mich herum, sich in den armen lagen und shania twain songs sangen, durchströmte mich einmal mehr ganz viel glück. wie schön war der anblick, wie schön war es, dieses im-moment-sein des publikums zu sehen und zu spüren?! noch dazu kannte ich persönlich mehr shania twain songs als ich dachte und ich fühlte mich sofort in meine spät-kindheit zurückversetzt. bei „you’re still the one“ floss wahrscheinlich auch die eine oder andere träne über meine backen. es war so schön!







ich zog weiter und zwar zur bbc introducing stage, denn ich musste unbedingt „paris paloma“ sehen. ich kam genau rechtzeitig an, stand in der vierten reihe und als die sängerin in ihrem prächtigen roten kleid die bühne betrat und die ersten zeilen sang wusste ich schon wieder, dass ich zur richtigen zeit am richtigen ort war. ich war soooo hin und weg von diesem 30-minütigen konzert, ich kann es kaum in worte fassen. ich kannte überraschenderweise jeden song (ich verwende ihre songs gerne als hintergrundmusik für instagram-stories, ups) und ihre stimme und ihre performance waren umwerfend. am ende weinte ich, weil ich so dankbar war, diesem konzert beigewohnt zu haben.



voller glücksgefühle wanderte ich weiter zur other stage, „nothing but thieves“ musizierten dort gerade und überraschten nicht nur mit dem pixies-cover „where is my mind“, sondern erstmals auch mit einer live-version von „amsterdam“, die mir nicht das gefühl vermittelte, dass der sänger in der falschen tonart sang. ja zum ersten mal hörte ich den song richtig gesungen, und das war wahrscheinlich eines meiner größten highlights! anschließend traf ich wieder meine gruppe, denn die nachfolgende „avril lavigne“ samt der nostalgie mussten wir gemeinsam erleben. es war nicht unbedingt die performance von avril lavigne, die mir die atem raubte (sie war eher alles andere als atemberaubend), sondern die tatsache, dass zigtausende anwesende gleichzeitig die hits mitsangen und voller euphorie waren und da mitten drin zu stehen, das war irgendwie unglaublich. die nostalgie-gemeinschaft, das machte das konzert besonders!
wir hatten bereits unzählige kilometer zurückgelegt, aber wir mussten weitere kilometer gehen, dann ich wollte unbedingt „romy“ in der zeltbühne der woodsies area sehen. und das hatte sich sooo gelohnt! romy hüpfte auf der bühne, das publikum hüpfte mit und jeder song versprühte soviel lebensfreude, dass man nicht anders konnte, als am ende unfassbar glücklich zu sein. wow! während meine mitstreiter sich danach wieder auf den weg zu anderen bühnen machten, blieb ich noch dort, denn ich wollte unbedingt „james blake“ sehen, zumindest kurz, zumindest die ersten paar lieder. ich platzierte mich genau mitten im zelt und ich erlebte für ein paar songs eine richtig krasse, intensive performance zwischen electronica und balladen. nach „the limit to your love“ zog ich weiter, aber ich bin mir sicher, dass ich mir james blake irgendwann nochmal in voller länge anschauen muss. ich war wirklich wirklich begeistert!
mein letzter programmpunkt war „the national“ auf der other stage. und als ich ankam war ich sehr überrascht, weil es waren nur ganz wenige leute vor der bühne. ich konnte mühelos in die zweite reihe spazieren und nur wenige minuten nachdem ich ankam, lehnte sich matt berninger in die erste reihe des publiums, nur zwei meter von mir entfernt. ufff! dank vergangenen the national-konzerten war ich sehr tief drin im the national kosmos und deswegen empfand ich das konzert als sehr perfekt – die visuals, die treibende musik und diese vielen gefühle, die uns matt berninger immer wieder direkt ins publikum lieferte, wenn er mal wieder durch die menschenansammlung rannte. the national lieferten uns einen sehr intensiven festivalabschluss – und ja, wahrscheinlich verdrückte ich wieder eine träne (aber kein wunder, wenn der letzte song „about today“ lautet).






zufrieden schlenderten wir durch das bunte festivalgelände zurück zu unserem zelt. noch nie spürte ich soviel glück und dankbarkeit während einem festival, noch nie konnte ich ein festival so genießen und so im moment sein. und gleichzeitig schmerzten meine füße von den täglich fast 25 kilometern, die wir gelaufen sind und gleichzeitig hatte ich angst vor der kälte, die in der nacht wieder ins zelt kriechen könnte.
die abreise
aber alles ging gut – am nächsten morgen (oder besser gesagt vormittag) war es angenehm kühl, wir packten unsere sachen zusammen, gingen rund eine stunde quer übers festivalgelände zu unserem mietauto, brauchten nochmal eine stunde um vom parkpaltz wegzukommen (aber wir verließen das festival auch zur ungünstigsten zeit) und steckten dann den restlichen tag noch in zahlreichen staus auf der autobahn, ehe wir am abend unsere unterkunft in der nähe des flughafens bezogen und beim abendlichen spaghetti essen (und ersten krankheitsanzeichen) das festival revue passieren ließen. was für ein erlebnis! wir auf dem riesengroßen glastonbury festival! die vielen farben und das freundlichste und begeisterungsfähigste publikum der welt! es war wunderbar und irgendwann kommen wir vielleicht wieder zurück (aber jetzt brauchen wir ein paar jahre campingpause)!

