hosted by wiebke | lido sounds festival | 17.06. – 18.06.2023

der zweite und dritte tag auf dem lido sounds festival war eine reise quer durch die verschiedensten musikstile, generationen und natürlich vibes!

samstag, 17.06.2023

der regen vom vorigen tag war vorbei und im strahlenden sonnenschein gelangte ich mit meiner begleitung zum donauufer. mit zwei bühnen fand ich mich auch schnell auf dem festivalgelände zurecht und schaffte es so pünktlich zur eröffnung der hauptbühne.

es war eine willkommene abwechslung „aymz„, und somit eine frau als opener, auf der mainstage zu sehen. sie heizte mit gitarrenrock auch gewaltig ein – was aber eigentlich nicht nötig war, denn während ich mich weniger an die musik erinnere, so hat sich die hitze des tages sehr wohl in mein gedächtnis eingebrannt. deswegen schaute ich mir das set auch nicht vollständig an und entschied mich stattdessen mehr am rand der mengen im schatten aufzuhalten.

schatten fand ich viel im zelt – dort wo sich auch die kleinere ahoi! pop stage befand. es trat zu jenem zeitpunkt gerade „majan“ auf, den ich nicht kannte und so neugierig war, was er machte. seine musik war eine mischung aus gesang und rap, er selbst saß teils sogar am klavier. majan war kurzfristig für einen ausgefallenen act eingesprungen, doch dafür riss sich ein ganz schön großer teil des publikums darum ihn zu sehen. und für mich war er definitiv die entdeckung des wochenendes! die band hielt sich im hintergrund auf, es gab nur unauffällige helle lichter und keine leinwand oder banner auf der bühne. allein mit seiner gefühlvollen stimme zog er die gesamte aufmerksamkeit auf sich.

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dann wurde mir erzählt, dass ich unbedingt die „beatsteaks“ anschauen sollte. es war schlau die band am selben tag wie die toten hosen zu buchen, zumindest bekam ich den eindruck dass die fans dieselben waren. nachdem ich mir ein paar minuten angeschaut hatte, fand ich es schade, dass ich nicht länger bei majan geblieben war.

sdp“ im anschluss übersprang ich und spazierte stattdessen über das gelände. die essensstände unterschieden sich nicht groß von denen anderer österreichischer festivals – sowohl im angebot als auch von den (sehr hohen) preisen. von der ferne stellte ich auch fest, dass der blick auf die mainstage dank des hoch gebauten technikturms nicht gegeben war. ich mochte das gelände sehr, aber man musste sich seitlich sowie recht weit vorne befinden, um auch wirklich etwas von der bühne sehen zu können.

plötzlich zog ein strom an menschen in richtung ahoi! pop stage: „ok kid“ stand auf dem programm. ich staunte nicht schlecht, dass der sänger trotz der temperaturen seine winterfellmütze auf der bühne durchgehend trug. und dazu eine performance mit viel körpereinsatz hinlegte. eine kleine pause im anschluss kam mir ganz gelegen und mit der sich senkenden sonne, wurde es langsam aushaltbar auf dem gelände.

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für „wanda“ fand sich dann erneut eine riesenmenge zusammen. und ich wette nicht nur für mich war das konzert das highlight des wochenendes. denn die band gab absolut alles. gleich bei den ersten liedern begab sich der sänger in die menge und genehmigte sich mit einem männlich aussehenden fan einen langen kuss. begeisterung und zurufe durchbrachen das publikum. wanda setzte hier ein zeichen wofür das festival steht. die band selbst nahm uns mit auf eine reise durch all ihre alben mit ihren bekanntesten liedern und ich staunte nicht schlecht, als gen ende plötzlich der sänger der beatsteakes erneut auf der bühne stand. und jemand weiteres kam dazu: campino! nein, er hat nicht die auftrittszeit mit seiner band verwechselt. die drei sänger zeigten hier das, was festivals ausmachte: man erlebt überschneidungen von artists, die so eigentlich nie miteinander die bühne teilen würden. 

für mich war damit bereits der samstag durchaus gelungen. doch der mainact stand ja noch an: „die toten hosen“! ich muss zugeben, dass ich kein aktiver toten hosen hörer bin. persönlich bin ich begeisterter die ärzte fan und wie so viele von deren fans, hab ich mich mit den hosen nie ganz anfreunden können. doch finde ich einige lieder im radio ganz nett, was mich veranlasste dem konzert zur gänze beizuwohnen. und als ärzte fan wurde ich nicht enttäuscht, denn natürlich coverten sie „schrei nach liebe“ und ich kam auf meine vollen kosten. und obwohl ich sie nicht aktiv höre, war ihr konzert mit kurzen anekdoten und den größten ihrer hits durchaus gelungen.

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sonntag, 18.06.2023

ich hetzte meine begleitung um pünktlich zur eröffnung der ahoi! pop stage am letzten festivaltag da zu sein, denn da stand der wiener „lil julez“ mit band auf der bühne. mit sanften gitarrenklängen und gefühlvoller stimme kam eine entspannte atmosphäre auf. im zelt blieb noch ein wenig platz zum tanzen und den nutzten wir auch. es war wohlfühlmusik und setzte einen am sonntagmorgen … äh mittag gleich in die richtige stimmung.

was mich unter anderem am line-up von lido sounds begeisterte, war der fokus auf österreichische artists. so folgte „salò“, von dem ich nicht weniger erwartet habe als eine starke performance. trotz funkprobleme zog er den auftritt voller salò-manier durch. mit ehrlichkeit und erfrischenden texten, bei denen ich nicht das gefühl bekam, dass ich das schonmal irgendwo so gehört habe (außer bei seinen anderen konzerten). demnach war es nicht verwunderlich, dass das zelt rappelvoll wurde – dabei war er erst der zweite act.

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gespannt blickte ich auf das, was der tag noch bieten würde. bekannte von mir empfohlen „jeremias“ auf der hauptbühne. es war erfrischend eine frau auf der bühne zu sehen, wenn auch weit hinten am keyboard und nicht teil der eigentlichen band. der sänger der band verzauberte mit charmantem lächeln, seichten pop-klängen und irgendein lied über harry styles. die musik war nicht aufregend genug um mich einzufangen und außerdem wurde ich ständig vom bassisten abgelenkt, bei dem ich hätte schwören können, ihn schon einmal in einer in abercombie und fitch werbung gesehen zu haben. wurde ihm nicht heiß in seinem jeans overall?

mir war zumindest zu warm und so wartete ich am donauufer bis „cro“ endlich spielte. während ich ihn privat zwar nicht viel hörte, so war er doch bestandteil jeder feier während meiner schulzeit gewesen. trotz seiner direkt ins auge springenden glitzerhose, verlor ich ihn jedoch ständig bei allem, was auf der bühne abging. alle drei bis vier lieder änderte sich das bühnenset-up. es gab fliegende blumen und sogar eine hüpfburg, auf die er die „feschen mädels“ (sein zitat) der ersten reihen einlud. seine wortwahl begeisterte mich nicht sehr, zumal er sich ständig wiederholte. es konnte doch nicht nur gut aussehende personen eines geschlechts in den vorderen reihen geben, oder? aber auch sonst spürte ich keinen funken von freude und enthusiasmus an der musik. da es sein erstes festival des jahres war, musste er sich vielleicht noch warm spielen?

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ich hatte etwas energie gespart, die ich bei „apache 207“ vollkommen freilassen konnte. ja, das ist der, der udo lindenberg zu seinem ersten nummer eins hit in den deutschen charts verholfen hat. auch dieser rap-sänger blieb von problemen seines funkgerätes nicht verschont und entschuldigte sich, falls er schief singen sollte – nur sang er nicht schief. im gegenteil.

er legte eine großartige performance hin und ich hörte von meiner begleitung, die ihm zuvor maximal mit leicht angezogener augenbraue begegnete, dass auch sie von seinem auftritt absolut begeistert war. sein bühnensetup kontrastierte in seiner einfachheit alles von cro zuvor. apache reichte allein eine nachgebaute tankstelle und ein auto. weniger ist manchmal mehr. keinmal wirkte er verloren auf der bühne, im gegenteil – bei ihm kann man wirklich von stagepräsenz reden. nur war die stage nicht immer seine bühne, denn wie es bei ihm usus ist, fuhr er gen ende des konzertes mit einem boot durch die menge. ein highlight für diejenigen, die ihn nicht kannten und immer wieder ein erlebnis, für die kenner.

vom boot aus ging es in apaches gartenhaus, auf dem er mehrere lieder zum besten gab. hier hatten diejenigen glück, die keinen platz im vorderen teil des wavebreakers bekommen hatten, denn das gartenhaus stand mitten in der menge. von celine dions „my heart will go on“ begleitet führte es ihn auf dem boot schließlich zurück. doch nicht ohne zugabe, zu der er seinen ganzen freundeskreis auf die bühne einlud und alle noch einmal gemeinsam alles gaben. so war ich eigentlich am ende meiner energie.

dennoch ging ich anschließend zum letzten acts des festivals: „peter fox“. ich kannte exakt ein lied von ihm und von diesem war ich nicht angetan. ich verstand nicht, was meine freund*innen an ihm so toll fanden – bis zu dem konzert. gleich ab dem ersten lied stand niemand mehr still. seine musik lud zum tanzen ein, mit der richtigen portion an stimmungsvollen texten und melodiösen zwischenspielen. auch peter fox selbst tanzte ausgiebig auf der bühne mit seiner band zusammen und schließlich mit dutzenden ausgewählten fans. die stimmung auf der bühne war ein freundenfest. 

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das lido sounds festival bildete für mich die definition von einem herrlichen sommerstart. es fühlte sich an, wie ein sonniger tag mit erdbeerbowle und sommerbrise im haar und einer leichtigkeit, die ich mindestens die vergangenen drei jahre so nicht mehr gespürt hatte. ich bin nur allzu gespannt auf die kommenden jahre!