konzert #55: the hunna, greta van fleet @ metastadt open air | 09.07.2019

runde zwei in der metastadt: „the hunna“ und „greta van fleet“ sorgten für einen ausverkauften und ekstatischen rock-abend.

nach einem sehr guten eröffnungsabend am montag, ging es am dienstag in die zweite runde in der metastadt. diesmal durfte sogar ein „sold out“ verkündet werden. und diesmal war auch alles ein bisschen anders: schon beim ankommen waren da ziemlich viele menschen, meist schwarz gekleidet, und tranken draussen dosenbier. der süße indie-festival-duft vom vortag war einem wilden, verwegenen rock-festival-duft gewichen.

the hunna“ starteten den musikalischen abend. die britische gruppe präsentierte sich mit rockeroutfits und rockerposen, samt rockertattoos. das bereits zahlreich anwesende publikum war angetan von den sehr jungen musikern. der rohe rock wummerte über das backstein-gelände, die köpfe nickten brav mit und ich war ein bisschen verwundert, dass so junge leute heutzutage überhaupt noch rockbands gründen. die musik war jedenfalls gut und bestens dafür geeignet um sich für die headliner einzustimmen.

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zwischendurch traf ich viele freunde und bekannte. immer wieder huschte mein blick aber auf die uhr, denn ich wollte den beginn des nächsten konzerts auf keinen fall verpassen. und dann vertschüsste ich mich auch ein bisschen abrupt, aber ich dachte, ich hätte schon einen gitarren-akkord gehört! hatte ich aber nicht, und ich war pünktlichst am ort des geschehens um die ersten töne von „greta van fleet“ regelrecht aufzusaugen.

als die herrschaften die bühne stürmten, fühlte ich mich ein bisschen wie im film – alles war so auf eine große show ausgelegt, überall spürte man eine riesige euphorie. auch ich ließ mich anstecken und mitreissen, die posen von sänger joshua kiszka waren mir in solch einer eleganz und entschlossenheit noch nie unter gekommen – ich war begeistert. das war eine rock-show, wie ich sie schon immer mal erleben wollte. die gesamte band legte sich ins zeug, sie wirbelten ihre haare und auch ihre gitarren in der luft. alles fühlte sich groß und mächtig an. war ich wirklich im 22. gemeindebezirk von wien, oder war ich in london im wembley stadion?

ich begab mich etwas weiter nach hinten, um mehr die gesamtheit und das zusammenspiel aus band und publikum zu genießen. aber entweder war es mein standort oder das set, das mich nach und nach nicht mehr so begeistern wollte. immer mehr wurde mir bewusst, dass die setlist es war, die mich ermüdete: je weiter diese voran schritt, desto mehr entwickelten sich songs zu jamsessions und zu unendlich langen gitarrenparts. manchmal und in geringen dosen finde ich sowas auch okay, aber meistens langweilen mich instrumentale orgien.

ich versuchte trotzdem standhaft zu bleiben, hielt durch bis zum schluss und tauschte mich immer wieder mit freunden und bekannten, die meinen weg kreuzten, über das konzert aus. ich war mit meiner empfindung nicht allein. ich verstand, warum viele auf diese musikalischen wirbelstürme reinkippten, ich selbst aber kann mit dieser art von soundstruktur nicht allzu viel anfangen. aber das soll nicht tragisch sein – es wäre schlimm und langweilig wenn jede und jeder alles mögen würde!

für mich ging es später noch zur aftershowparty – noch mehr gequatsche mit freunden und bekannten. kurz vor mitternacht machte ich mich dann endlich auf den heimweg und kam schneller als erwartet zuhause an. vielleicht ist die metastadt doch nicht so weit weg vom schuss, vielleicht vergeht die zeit nach einem gelungenen konzertabend einfach schneller. wer weiß. es war jedenfalls schön und großartig in der metastadt – nächsten sommer sehen wir uns hoffentlich wieder!

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