intensiv, facettenreich, unvergesslich: radiohead in bologna.

diese konzertreise nach bologna war kein spontaner kurztrip, sondern ein minutiös geplantes unterfangen. vom ticketkauf für genau dieses datum über die unterkunft in bahnhofsnähe bis hin zur an- und abreise war alles auf effizienz getrimmt. selbst den merchandise-einkauf erledigten wir am vorabend – inklusive erkundung des geländes, um uns mental auf den großen abend vorbereiten zu können (und um den richtigen eingang am großen tag nicht suchen zu müssen).

am konzerttag standen wir zwei stunden vor einlass an. mehr wäre möglich gewesen, aber die kälte setzte uns eine klare grenze. im endeffekt erwischten wir einen ganz okayen platz und waren grundsätzlich glücklich darüber. was wir leider nicht beeinflussen konnten, waren die menschen rund um uns herum. gedränge, unruhe, wenig rücksicht – die wartezeit zog sich. eine vorband gab es auch nicht, somit konnten wir das ganz drumherum auch nicht kurzzeitig ausblenden. es war wie ein fall ins kalte wasser: plötzlich wurden die videoleinwände bespielt, plötzliche standen radiohead vor uns, plötzlich erlebten wir volle intensität!

der erste moment im menschenmeer war aber irritierend: waren wir auf der falschen seite? von thom yorke war zunächst nur der rücken zu erkennen. die bühne war rund und mittig im raum, wir hatten versucht uns an instrumenten zu orientieren um seinen standort herauszufinden. doch thom yorke war vorerst auf der gegenüberliegenden seite. ein platzwechsel war zu spät und zu riskant.

aber bald wurde klar: es war egal. thom yorke bewegte sich, tauchte auf, verschwand wieder. manchmal erschien er genau dann auf unserer seite, wenn ein lieblingssong durch die halle wummerte. und ohnehin verlagerte sich der fokus schnell weg von der frage wo er gerade war, hin zu dem, was dieses konzert visuell und atmosphärisch zu bieten hatte. die riesigen videoleinwände waren ein kunstwerk für sich. zu jedem song gab es ein anderes farbschema, mal blau, mal grün, mal rot. das licht wurde als dramaturgisches element genutzt und veränderte den raum komplett.

höhepunkte gab es so einige: zum beispiel thom yorkes tanzbewegungen aber auch seine intensiven performances, die sich so anfühlten, als würde er einem in die augen schauen. genauso stark wie sein auftreten waren auch die songs: zeitlos, erstaunlich aktuell, egal ob schnell oder langsam, an der gitarre, am klavier oder eingebettet in ein sanftes lichtermeer wie bei „no surprises“. radiohead spielten ein rundes, sehr stimmiges konzert, obwohl sie nur einen bruchteil von ihrem repertoire abbildeten. die band als ganzes glänzte, aber es war thom yorke, der mit seiner stimme, präsenz und bewegung alles zusammenhielt und dirigierte.

am ende waren wir auf der richtigen seite. nicht räumlich, sondern emotional. das konzert war genau das, was wir uns erhofft hatten: intensiv, durchdacht, nachhaltig. perfekt abgerundet wurde der abend durch unsere ebenso perfekt getaktete abreise. noch während des letzten songs verließen wir die halle, erwischten den ersten shuttlebus richtung bahnhof bologna (inklusive zufälligem treffen eines musikbusiness-kollegen aus österreich) und lagen früher als gedacht im bett. und so konnten wir dieses konzerterlebnis noch nachklingen lassen – so wie man es nach einem guten konzert braucht.

Radiohead Setlist Unipol Arena, Casalecchio di Reno, Italy, European Tour 2025


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