ohrwürmer für augen und ohren – royel otis waren im gasometer.
ich konnte mein glück ja kaum fassen, nur ein jahr nach ihrem konzert in der arena, waren royel otis fast zum gleichen zeitpunkt wieder in der stadt. normalerweise bleiben gehypte bands der österreichischen hauptstadt in nachfolgenden jahren eher fern. nicht so royel otis!
bevor ich aber in den schönen tunes von royel otis baden konnte, durfte erst mal support-act still blank die bühne betreten. sie eröffneten den abend solide, hinterließen bei mir aber einen eher verhaltenen eindruck. das, was sich auf der bühne abspielte, war mir stellenweise fast ein bisschen zu langweilig. vielleicht lag es auch daran, dass meine gedanken schon ganz woanders waren, denn die vorfreude auf royel otis war schlicht zu groß. ignorieren wir also besser, was ich mir zwischendurch dachte.
bei ihrem letzten wien-auftritt punkteten royel otis vor allem mit viel buntem licht und hits am laufenden band. diesmal, im gasometer, war alles größer gedacht. anstatt sich ausschließlich auf licht zu verlassen, setzten sie auf visuals mit video-sequenzen, die das jeweilige gefühl der songs transportieren sollten. ein kluger schachzug, denn das duo steht während seiner auftritte meist eher wie angewurzelt auf der bühne und ihre mitreissenden songs profitieren durchaus von visueller unterstützung. apropos mitreissend: „heading for the door“ und „who’s your boyfriend“ waren bereits im ersten drittel des sets meine persönlichen highlights.
überrascht hat mich außerdem ihre ganz eigene art der kommunikation mit dem publikum. statt durch ansagen erfolgte diese immer wieder über kurze texte auf den screens – manchmal mit klarer aufforderung. beim song „moody“ erschien ein riesiges „moody“ im hintergrund, beim cover von linger ein „help us sing this one“. das wirkte nicht nur charmant, sondern unterstrich auch ihre zurückhaltende, fast schüchterne art, die längst zu ihrem markenzeichen geworden ist. bei „i wanna dance with you“ forderte ein schlichtes „dance with the person next to you“ zum mitmachen auf.
das bühnenlicht war überwiegend in pink und weiß gehalten. eine ästhetik, die in kombination mit ihren songs ohrwürmer für augen und ohren schuf.
auch wenn ich grundsätzlich jedes lied der band liebe (ich bin ein fan, sorry, not sorry), kochte die stimmung bei allen anwesenden spätestens bei sofa king förmlich über. als der satz „vienna you’re so f****ing gorgeous“ eingeblendet wurde, war das kollektive glück greifbar. die allerletzten drei nummern setzten dem abend die krone auf: das „murder on the dancefloor“-cover von sophie ellis-bextor, „say something“ und „oysters in my pocket“. alles sprühte vor euphorie – das publikum, die band, ich selbst. meine welt war pink, und ich war danach noch ein bisschen mehr verliebt in royel otis.













