ein abend zwischen klangtrance, orchesterwucht und bewusster zurückhaltung: sigur ros waren im konzerthaus.

„sigur ros“ sind keine einfache band. man muss sich dem klangkosmos der isländischen musiker schon sehr hingeben, um richtig eintauchen zu können und die musik zu verstehen. genau deswegen war ich neugierig auf ihren auftritt im konzerthaus – denn dieser sollte gemeinsam mit einem orchester stattfinden. keine bewegung dank sitzkonzert, orchester für noch mehr klangerfahrung – ich war mehr als gespannt wie der abend enden würde.

mein platz war direkt hinter den menschen, die für die tontechnik verantwortlich waren. das war einerseits cool mitzubekommen, andererseits „störten“ die bildschirme und geräte schon ein bisschen mein sichtfeld und mein eintauchen. als etwas später die orchester-mitglieder und „sigur ros“ die bühne betraten, war ziemlich schnell klar, dass die tontechnik mein geringstes problem sein würde in punkto sichtfeld. „sigur ros“ versteckten sich mehr oder weniger hinter dem orchester, hinter dem dirigenten. die band während dem musizieren zu beobachten würde also wegfallen.

und da saß ich dann und wusste nicht so recht, was ich von diesem orchesterkonzert halten sollte. also schloss ich manchmal meine augen, um mich mehr auf die musik fokussieren zu können. tatsächlich funktionierte das, und es fühlte sich an, als würde ich filmmusik lauschen. atmosphärische und sehr langsame filmmusik. manchmal öffnete ich die augen und sah schönes bühnenlicht, und manchmal wünschte ich mir, dass sie vielleicht ein paar visuals zusätzlich verwendet hätten, weil sonst einfach nichts auf der bühne passierte. „sigur ros“ redeten nicht mit ihrem publikum, sie musizierten einfach nur. das spannendste war eigentlich der dirigent und seine bewegungen, oder wenn das orchester bei ihren noten umblätterte. manchmal nieste auch jemand im konzerthaus – so gedämpft und langsam war der auftritt, dass mich das tatsächlich aus meiner trance heraus riss.

manchmal war mir dann aber auch ein bisschen langweilig, weil einfach nichts passierte. ein indie-orchester-konzert muss eigentlich nicht langweilig sein, da hätte mit einfachen mitteln soviel mehr passieren können. soviel mehr nähe kreiert werden können. aber „sigur ros“ entschieden sich dagegen. es war ein konzert, das nichts wollte – ausser gehört zu werden. und das sagt am ende eigentlich auch wieder viel über die isländische gruppe aus: entweder man entschwindet dieser reizüberfluteten unterhaltungsindustrie und konzentriert sich nur auf die musik, oder „sigur ros“ konzerte sind einfach nichts für einen. ich bewege mich dazwischen, und das ist gut so!

Sigur Rós Setlist Wiener Konzerthaus, Vienna, Austria 2025, 2025 European and U.K. Orchestral Tour


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