blood red shoes im flex: manche bands muss man einfach live erleben.
ich weiß noch, als ich blood red shoes zum allerersten mal live gesehen hab. es war nachmittags auf einem fm4 frequency festival und ich war verliebt in jeden einzelnen song. seitdem ist es irgendwie zu meiner pflicht geworden, jeden wien-auftritt der band zu besuchen. und so natürlich auch jenen am freitagabend im flex.
ich war überpünktlich vor ort, machte es mir in der ersten reihe gemütlich und wartete. die wartezeit überbrückte der support-act sm^sher, die mit einer loop station geräusche und verschiedene sounds live mixte und dazu eher unkonventionell sang. am anfang fand ich das aufregend, später vermisste ich dann doch ein bisschen die melodien. aber hey, es war mal ganz was anderes, und das ist ja auch nicht schlecht!
pünktlich um 21 uhr verdunkelte sich der raum und blood red shoes betraten die bühne. mit stroboskoplicht und düsterem sound startete das duo in sein set. „start to end“ lautete der opener und kam frisch vom neuen album „stay lonely“. dessen titel war auch riesengroß im hintergrund zu lesen. es sollte also wirklich niemand übersehen, dass es einen neuen longplayer gibt.
als dritter song wummerte „cold“ durch die boxen und mein herz ging auf. ich liebeliebeliebe diesen song! sängerin laura-mary carter zeigte, was stimmlich in ihr steckt, während drummer steven ansell mit ordentlich druck auf die felle haute. und genauso ging es weiter, praktisch ohne verschnaufpause. die hits „light it up“ und „it’s getting boring by the sea“ brachten ordentlich bewegung ins publikum. von vorne bis hinten wurde gehüpft, geklatscht und mitgenickt.
für große ansprachen blieb nicht viel zeit. steven bedankte sich für die vielen „familiar faces“ und suchte sich im publikum jemanden aus, der die blood-red-shoes-camcorder-kamera bedienen sollte. eh klar, schließlich braucht man auch als band seinen eigenen content!
es ging zackig weiter. so zackig, dass es fast gar nicht auffiel, als dan aus der crew für zwei nummern am bass einsprang. die songs waren treibend, schnell und druckvoll. altes und neues material verschmolz zu einem glühenden strom, der das publikum mitriss. fast schon beängstigend, wie viele großartige songs diese band hat. kein einziges mal dachte ich, dass ich einen song überspringen wollte. im gegenteil: ein paar mehr hätten es gerne sein dürfen. und plötzlich waren wir schon beim letzten song: „i wish i was someone better“, natürlich inklusive publikumschor.
für zwei zugaben kamen blood red shoes noch einmal auf die bühne, bevor sie sich mit strahlenden gesichtern verabschiedeten. 75 minuten dauerte das konzert gerade einmal. angesichts der hitdichte fühlte es sich aber deutlich umfangreicher an. blood red shoes sind live einfach eine macht. und so bleibt es dabei: jeden wien-auftritt mitzunehmen, ist für mich keine lästige pflicht, sondern jedes mal aufs neue eine freude.










