manchmal soll es nicht sein: dieses jahr war wienkonzert nicht ganz auf einer wellenlänge mit dem waves vienna festival.
so sehr ich konzerte und festivals liebe, so sehr hasse ich sie manchmal auch. zu viele bühnen, zu vieles gleichzeitig, zu wenig platz, zu unschöne locations. und genau beim diesjährigen waves vienna festival hatte ich mal wieder einige „probleme“. mit einiger mühe hatte ich mir mein persönliches line-up zusammengestellt und war halbwegs zufrieden, nur um am selben tag festzustellen, dass die hälfte davon kurzfristig abgesagt hatte. der erste tag war deshalb vor allem eines: improvisation. und ganz anders, als ich es erwartet und erhofft hatte.
mein abend startete mit der britin pixie mccann im loft, die mithilfe einer loop station ihre musik kreierte. das war gut. nicht weltbewegend, aber angenehm gut. ich wäre gerne länger geblieben. doch genau zu diesem zeitpunkt erfuhr ich von der absage des nachfolgenden acts und dachte mir, dass ich zumindest noch einen weiteren act sehen sollte. also musste ich weiterziehen, um mir einen platz in der nächsten location zu sichern. einen einlassstopp direkt vor meiner nase hätte ich an diesem abend nicht auch noch gebraucht.
im club lucia war es voll, denn „lucia and the best boys“ hatten gerade ihr set begonnen. ich hatte irgendwie ziemlich hohe erwartungen, weil ich von vielen leuten gehört hatte, dass sie ein highlight des festivals seien. ich mochte ihre erscheinung, ihre lange mähne, ihr outfit. das alles erinnerte mich stark an florence and the machine. ihre musik wollte sich allerdings nicht so recht mit mir verbinden. irgendetwas daran war mir einen tick zu generisch, zu vorhersehbar. ich hätte mir mehr ecken und kanten gewünscht. dafür fand ich das licht wirklich schön, den schriftzug des clubs im hintergrund allerdings eher weniger.
zwischendurch traf ich immer wieder auf freunde und bekannte, die ebenfalls ein bisschen verloren wirkten angesichts der zahlreichen absagen. mein letzter weg führte mich schließlich wieder zurück ins loft, wo die dänische band „farveblind“ auftrat. wobei das, was ich dort zu sehen bekam, weniger nach einer band als nach einem dj-set mit livebass klang. anfangs war ich noch angetan, irgendwann klang für mich aber alles ziemlich ähnlich. ich hätte mir mehr bass und mehr drops gewünscht.
meine uhr sagte mir schließlich: ab nach hause. es war genau der richtige zeitpunkt, um noch mit den öffis nach hause zu kommen. der erste festivaltag war unvorhersehbar, anders als geplant und insgesamt eher durchwachsen. für den nächsten tag nahm ich mir deshalb vor, mindestens einen plan b und einen plan c parat zu haben!
glücklicherweise startete mein freitag abend und somit mein zweiter festivaltag genau richtig: im chelsea mit „vera daisies„. sie war viel indierockiger als ich gedacht hatte und obendrauf war sie auch noch superwitzig. außerdem hüpfte sie ins publikum und alle anwesenden zum klatschen zu motivieren – kurz: sie gab einfach alles. und das mochte ich sehr!
ich blieb im chelsea, denn auch mein nächster programmpunkt war dort. zwischendurch traf ich an der bar wieder auf freunde und bekannte, und es war sooo schön sich zufällig über den weg zu laufen. denn das bedeutet gleichzeitig, dass freunde und bekannte den gleichen musikgeschmack haben! yes!
wie auch immer – es ging weiter im chelsea, und zwar mit „chest.“ aus frankreich. sie erinnerten mit ihrem stil sehr an fontaines d.c., gurriers und idles, aber was sie so einzigartig machte, war ihre bandzusammenstellung. denn alle musiker auf der bühne legten sich in die performance: sie hüpften, gingen in die knie, machten tritte in die luft. und der sänger war ebenso kein kind von traurigkeit: er fühlte jedes wort, er kippte in jeden ton, er führte wild und roh durch das programm. es machte einfach spass dieser band zuzusehen!
nach diesen ersten beiden acts war ich so euphorisch, dass ich schnurstracks noch ein paar weitere sehen wollte. also huschte ich in den kramladen um „peach tinted“ zu begutachten.. aber schon nach der hälfte des ersten gehörten songs musste ich wieder gehen. der gesang klang so schief! und auch das dunkle bühnensetup tat der musik nicht gut.
also sprintete ich ins loft um noch ein paar minuten von „odhran murphy“ zu sehen – tja, er war aber schon beim allerletzten song und der klang wie ein mumford & sons cover. ich hab mich mittlerweile so sattgehört von dieser stampf-klatsch-mukke, ich kanns leider nicht mehr hören (es gibt nur ganz wenige ausnahmen).
nun ja – am vortag hatte ich mir ja noch geschworen einen plan b und einen plan c zu haben, und ich hatte tatsächlich einen backup-plan. der passierte aber eher spontan: eine freundin wurde krank und sagte mir, welche bands sie sich anschauen wollte – ich versprach soviele wie möglich davon zu begutachten und videos für sie zu machen.
also ging es weiter zu „ava fina“ ins loop! und naja – das loop war einfach viel zu klein und zu eng, um ein konzert wirklich genießen zu können. ich schaute mir ein paar nummern an, aber ich hatte die ganze zeit ganz starke hochzeitsband-assoziationen. mir war der ganze auftritt schlicht ein bisschen zu uncool (und ich fühle mich schlecht, das zu schreiben, weil die menschen in und hinter diesem projekt superlieb sind). was mich ausserdem vertrieb: direkt hinter mir hatten sich zwei menschen nach langer zeit wieder gesehen und mussten lautstark ihre lebensgeschichten austauschen. also ging es wieder raus.
ich saß noch eine halbe ewigkeit in so einer lounge-area vom loop (außerhalb des konzertraumes natürlich) und quatschte mit alten und neuen freunden. eigentlich wollte ich längst nachhause gehen – ich war so müde und hatte kein interesse mehr an irgendwelchen bands.
aber die zeit war verflogen und deswegen schaute ich noch auf einen sprung ins chelsea um die letzte band des abends, nämlich „world news„, kurz zu anzusehen. ich ging schon mit abwehr-haltung ins konzert rein, denn ich finde den bandnamen ganz furchtbar. plot twist: ihre frisuren fand ich noch schlimmer! ihre musik war ganz okay, bühnenpräsenz war aber kaum vorhanden. ich schlich mich irgendwann raus, setzte mich in die straßenbahn und fuhr nachhause.
nach zwei tagen waves festival musste ich mir eingestehen, dass einfach nicht wirklich etwas für mich dabei war. den dritten tag ließ ich bewusst sausen und ging stattdessen ins kino, um den pulp-film zu sehen. natürlich ist es super, dass so viel in wien passiert und dass es das waves festival überhaupt gibt. meinen geschmack hat das lineup in diesem jahr einfach kaum getroffen. vielleicht nächstes jahr wieder!


















