hosted by katrin | konzert: twenty one pilots @ stadthalle | 17.02.2019

„twenty one pilots“ lieferten in der wiener stadthalle eine show der sonderklasse – katrin war vor ort und hat die show und ihre gedanken zusammengefasst.

twenty one pilots sind das duo aus ohio, bestehend aus sänger tyler und dem drummer josh. seit ihrer gründung im jahr 2009 gastierten sie am sonntag bereits zum dritten mal in wien. nach konzerten im b72 und im gasometer, spielten sie dieses mal vor knapp 16000 leuten in einer vollen wiener stadthalle. mit ihrem im oktober 2018 veröffentlichten album „trench“ sind die sympathischen musiker gerade auf internationaler „the bandito tour“. ihre signature farbe ist ein knallig leuchtendes gelb und fast jeder zweite besucher an diesem abend trug die farbe als erkennungszeichen in form von shirts, pullover, klebestreifen, halstüchern etc.

drummer josh schritt als erstes mit einer hell leuchtenden fackel in der hand auf die bühne. ihm folgte sänger tyler, der mit einem brennenden autowrack aus dem boden der bühne fuhr und mit „jumpsuit“ das spektakel eröffnete. gleich zu beginn überraschte die band die tobende menge in wien mit feuerfontänen und gelbem konfetti, welches wie wild durch die stadthalle katapultiert wurde. mit ihren bekannten masken performten sie ihre ersten songs und wurden dabei auf quadratischen podesten in die höhe befördert. laser in den verschiedensten farben kreisten über den köpfen der besucher. als mitten im song plötzlich das komplette licht erlosch und der bass aus den boxen dröhnte, überkam mich gänsehaut. obwohl ich mit keinen großen erwartungen in die show gegangen bin, hatten sie diese bereits nach wenigen minuten komplett übertroffen und ich war begeistert. ausgeklügelte lichtkonstrukte verliehen dem ganzen auftritt eine besondere atmosphäre. obwohl tyler und josh nur zu zweit auf der bühne standen, schafften sie es eine unglaublich gute mischung aus live musik und entertainment zu erzeugen.

zu meinem glück hatte ich den perfekten sitzplatz, rechts neben der bühne und konnte so die ganze menschenmenge beobachten, die in heller aufregung war. gleich beim dritten song kam der sänger zur crowd und riss sich beim letzten ton seine maske herunter. die fans kreischten sich die seele aus dem leib und applaudierten. wieder back on stage kam langsam eine von scheinwerfern in den mittelpunkt gerückte, rote mütze von der decke. nun war es zeit für ihren hit „stressed out“ für den sie 2017 sogar bei den grammy awards für die beste popdarbietung ausgezeichnet wurden. die masse tobte während tyler bei seiner performance immer wieder wie verrückt zwischen dem bühnenboden und seinem klavier hin und her sprang. als „heathens“ eingeleitet wurde begann die ganze stadthalle textsicher zu singen. abwechselnd wurden animationen, nahaufnahmen der musiker und die feiernde meute auf die grell erleuchtenden videowalls projiziert. plötzlich war die ganze halle in gelbes licht getaucht, 32000 hände wippten fast schon aggressiv zur musik.

vor „lane boy“ zog sich der drummer sein shirt über den kopf. natürlich waren alle kameras auf ihn gerichtet und beim anblick seines nackten oberkörpers begannen wieder alle zu kreischen. tyler legte sein hemd auf seinen kopf und forderte alle auf in die knie zu gehen um dann gemeinsam in die luft zu springen. wie aus dem nichts erschienen zwei männer mit atemmasken und wirbelten nebel-sprühend über die bühne. ein highlight folgte dem nächsten und so kam es, dass der frontman sich eine knallgelbe jacke überzog und sich rappend einen weg durch die menge bahnte. die nächsten drei songs wurden auf einer kleineren bühne mit klavier und drumms im hinteren teil der stadthalle performt. drummer josh hatte sich ebenfalls etwas gelbes angezogen, über ihnen kam ein virtueller sternenregen herab und um sie herum wurden tausende gelbe lichter in die höhe gehalten. es war einfach atemberaubend diesen anblick über den köpfen der stehenden fans zu erblicken. am rückweg zur stage liefen alle fans an den rand und streckten ihre hände nach den musikern aus. dort gaben die beiden dann wieder vollgas, ballerten erneut feuerfontänen in die luft und es dauerte keine zwei sekunden bis man josh wieder oben ohne sah. im schwarzen tanktop und mit der roten mütze begab sich tyler wieder ins publikum und performte den nächsten hit auf den händen der ersten reihen.

vor „ride“ gab es ein kleines spiel, bei dem gemessen wurde wie lange das wiener publikum still sein konnte. der score betrug 1:88 sekunden und war meiner meinung nach ziemlich lame. „guten abend wien. schön, dass ihr alle hier seit. dankeschön!“ sprach josh in ziemlich gutem deutsch ins mikro und hatte sofort alle anwesenden auf seiner seite. in skelett pullis und verdecktem gesicht teilte tyler die stadthalle in zwei teile und ließ sie abwechselnd und dann gemeinsam singen, um zu sehen welche seite lauter war. ein beliebtes ritual bei live gigs und obwohl ich sonst eher genervt von solchen einlagen bin, war es dieses mal ein schöne interaktion mit dem publikum. gegen ende der zweistündigen show wurden wir noch einmal zum singen, tanzen und spaß haben aufgefordert. „because its your show vienna!“. nachdem drum sticks in die crowd flogen und alle hände in die höhe schossen, um diese zu fangen, startete „car radio“ und alle eskalierten. es wurde geschrien, geklatscht und innerhalb von wenigen sekunden war sie wieder da, diese unfassbar positive energie der fans.

während „leave the city“, der wie für den abschied geschrieben schien, flatterten hunderte gelbe schmetterlinge über die walls. diese wurden andächtig und ein bisschen betrübt betrachtet. um den abschied nach 21 gespielten songs postivier zu gestalten, kündigte die gruppe ein baldiges wiedersehen mit den worten „we would love to come back to vienna!“ an. zum dankeschön an die band schossen unendlich viele gelbe lichter der menge in die dunkelheit. es wurde still. zum abschied begaben sich tyler und josh beide noch einmal in die menge, bevor die ganze halle wieder in gelbes konfetti getaucht wurde und twenty one pilots sich vor dem brennenden auto verbeugten und dann unter applaus im dunklen verschwanden.

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