hosted by katrin | konzert: schönbrunner gloriettenstürmer, ufo361, rin, giant rooks, beatsteaks, mavi phoenix @ szene openair festival | 04.08.2018

am letzten szene openair festivaltag wurde dem publikum noch einmal so richtig eingeheizt: zuständig dafür waren zum beispiel die beatsteaks und mavi phoenix.

„ich schwitze mit euch“ begrüßten die „schönbrunner gloriettenstürmer“ die anwesenden, die es am letzten tag des festivals, bereits um 14:30 uhr vor die szenebühne geschafft hatten. um diese zeit schaffte es die sonne allerdings noch nicht auf die bühne und so konnten ungehindert die schneebedeckten berge im hintergrund entdeckt werden. traumhafte kulisse!

mit im gepäck hatten die gloriettenstürmer aus wien, die ihre musik selbst als experimental schlager / new wave chanson bezeichnen, auch neue, unreleaste nummern. gefüllt mit liebe, romantik und herzschmerz klingen diese nummern noch erfrischender und neuerdings wird nun sogar auf autotune gesetzt. zu einem der brandneuen tracks – „neonlicht“ – gab es dann gleich ein keyboardsolo, welches durch und durch jede liebe verdient hatte. „schön, dass ihr da seid!“ bedankten sie sich und luden mit den worten „wir wollen uns eigentlich nur mit euch betrinken und über die liebe reden!“ zu einer autogrammstunde, die nach ihrem auftritt stattfand.

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„wir fangen nicht an, bevor wir nicht alle hände sehen!“ riefen die dj’s von „ufo361“ immer wieder in die crowd. ungefähr 20 minuten zogen sie diese show ab, währenddessen spielten sie ein kleines dj set. ich war schon nach 10 minuten ziemlich genervt von dieser aktion und bis ufo361, ein deutscher rapper mit türkischen wurzeln, endlich auftauchte, wurde es minütlich schlimmer. die jugendlichen in den ersten reihen, wieder mit glitzer im gesicht und den smartphones in ihren händen, schrien sich die seele aus dem leib, als er endlich auf die bühne kam. neben dem tracks „nice girl 2.0“ und „ich bin ein berliner“ blieb mir besonders der song „beverly hills“ im gedächtnis, der gleich zu beginn gespielt wurde.

ufo361

rin“ stand mit einem riesigen, sprechenden, violetten roboterkopf auf der bühne und performte seine songs, die wie zu erwarten jeder mitsingen konnte. in schwarz/weiß gekleidet und mit breitem lachen im gesicht, brachte er mit tracks wie „avirex“, „bors“ und „monica bellucci“ die menge zum ausrasten und schwitzen. während die sonne auf der rechten seite der bühne langsam unter ging startete das publikum unermüdlich einen moshpit nach dem anderen. wie ein theaterstück unterteilte der deutsche rapper seine show und verließ immer wieder kurz die bühne. seit 2016 die single „bianco“ erschien wollte ich ihn unbedingt live sehen und das warten hat sich gelohnt. es war noch viel, viel besser und lauter als ich es jemals erwartet hätte.

rin

von der jungen band „giant rooks“ aus deutschland hatte ich schon viel gutes gehört, aber es bis jetzt leider nie zu einem ihrer gigs geschafft. ihr song „new estate“ läuft im radiosender meines vertrauens auf und ab und ich war gespannt wie giant rooks live performen würden. als die band auf die bühne kam, stand in der ersten reihe ein mädchen und hielt ihr handy in richtung des sängers. auf dem handy war ein gemeinsames foto zu sehen und sie schrie ihm zu „weißt du noch? out of the woods?“ zu ihrem leid konzentrierte er sich nur auf seine songs und reagierte nicht auf ihre rufe. obwohl die sonne mittlerweile verschwunden war und die unerträgliche hitze zum glück gleich mitgenommen hatte, wurden dem publikum wasserflaschen ausgeteilt, die in hohem bogen von der stage geschmissen wurden. giant rooks machen wirklich großartige, tanzbare musik und verleihen den tracks mit der stimme des sängers noch ein unvergleichliche einzigartigkeit.

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„wenn ihr wollt bleiben wir bis morgen um fünf!“ brüllte arnim von den „beatsteaks“ der lustenauer crowd entgegen und bat gleich zu beginn die handys wegzustecken, um sich vollkommen auf die musik und ihren auftritt konzentrieren zu können. „steckt die handys mal in die tasche! ich mein das nicht böse, aber sie nerven eh das ganze leben.“ der beatsteaks-sänger trug an diesem abend ein schwarzes shirt auf dem in großbuchstaben das wort „internet“ leuchtete. für kurze zeit schmückte eine bunt bekritzelte klobrille aus dem publikum, seinen hals. um noch näher an seinen fans zu sein, kam er von der bühne und stellte sich direkt vor der menge auf ein kleines podest. dort schüttelte er fremde hände und blickte über die unzähligen köpfe hinweg bis ganz nach hinten. als ein kleiner part des backstreet boys song „i want it that way“ seinen weg in ihre setlist fand, wurde dieser gröhlend gefeiert. kurz nach einem genialen gitarrensolo und einem dazugehörigen medley im scheinwerferlicht, umarmte der sänger den gitarristen herzlich von hinten. ihre fans rasteten komplett aus und schrien vor freude. nachdem sie all‘ ihre über die jahre geschriebenen hits gespielten hatten, strahlte die verschwitzte menge über beide ohren und schien glücklich.

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mit auffälliger brille, shirt in der hose und schwarzen converse an den füßen, kam „mavi phoenix“ auf die bühne. gleich zu beginn wurden meine absoluten lieblingssongs „bite“ und „yellow“ rausgehauen. die crowd dankte ihr mit lautem applaus. leider war das publikum an diesem abend entweder schon zu betrunken oder einfach schon ziemlich müde und erschöpft, denn die erwartete und eigentlich bis jetzt immer dagewesene stimmung, war leider nicht wirklich zu spüren. trotzdem bot uns mavi mit ihrem dj „alex the flipper“ und ihrer zweiköpfigen liveband einen powervollen gig. zum abschluss stellte sie uns noch einen ihrer neuen songs vor und erwähnte, dass er an diesem abend in lustenau, fast premiere hatte und über die neue generation geschrieben wurde. nach einem großen dankeschön an das festival, verschwanden sie von der bühne, während das wundervolle „fuck you, fuck you, fuck you“ aus ihrem song „los santos“ aus den boxen drang und lauthals mitgeschrien wurde.

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danke szene openair für so ein wundervolles festival.

text und fotos: katrin schmirler
https://www.instagram.com/katrinschmirler.photography/