hosted by katrin | konzert: nimo, oh wonder, naked cameo, sxtn, kraftklub @ szene openair festival | 03.08.2018

am zweiten festivaltag ging es – im wahrsten sinne des wortes – heiss her in lustenau. und kraftklub waren das absolute highlight!

obwohl der deutsche rapper „nimo“ mit iranischer herkunft, seinen auftritt schon vor 16:00 hatte, warteten bereits schon lange zeit vorher viele festivalbesucher vor der bühne auf ihn. da diese etwas schatten gab, drängte sich die menge gänzlich ins kühle, um der sonne für kurze zeit nicht qualvoll ausgeliefert zu sein.

als nimo dann auf die bühne kam wurde er schon von kreischenden jugendlichen mit glitzer im gesicht und den smartphones in den händen begrüßt. alle kameras waren auf ihn gerichtet. in seiner cordhose und mit seinem shirt von karl kani begrüßte er uns und performte songs wie „mon chéri“, „heute mit mir“ oder „wie falco“. die refrains wurden fleißig mitgeschrien und sogar ich kannte ein paar songs aus diversen deutschrap playlisten auf spotify. zum abschied gab nimo seinen fans noch eine richtig deepe message auf den weg. „jeder mensch sollte träume haben und diese erfüllen!“

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oh wonder“ ist ein alt-pop duo aus london und überzeugten mich wie die leoniden am vortag, ab dem allerersten ton. die sängerin stand mit bunter hose und einem breiten lächeln im gesicht vor ihrem keyboard. der gitarrist ging während dem spielen immer wieder ein bisschen in die knie. er wippte zur melodie. das bild auf der bühne wirkte so harmonisch und wurde mit den wundervollen klängen aus den boxen vervollständigt. die beiden warfen sich immer wieder vielsagende, glückliche blicke zu. wenn man länger einfach nur da stand, den musikern zusah und der musik lauschte, konnte man sicherlich in eine art leichte trance fallen. oh wonder brauchen keine übertriebene live show um überzeugen zu können und bewiesen, dass manchmal weniger mehr ist.

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als die aus oberösterreich stammende, in wien wohnende band „naked cameo“ ihre show begann, stand die sonne genau auf einer horizontalen linie mit der bühne. sie brannte den zuhörern in ihre rücken und den bandmembern leider genau in ihre gesichter. um irgendwie gegen die unerträglich blendende sonne anzukämpfen und so wenigstens ein bisschen von dem anwesenden publikum zu sehen, trug die gruppe teilweise die ganze show über dunkle sonnenbrillen.

sänger lukas zog schon nach wenigen minuten sein shirt aus. die sonnenstrahlen brachten die schweißperlen auf seinem körper zum glitzern. zwischen den songs tranken sie literweise wasser, um auf der bühne nicht umzukippen und trotz der hitze eine gute show abzuliefern. dass die sonne im nacken weniger störte als im gesicht, zeigte die menge vor der bühne, die zu ihren liedern tanzte und sang. es gibt wenige bands bei denen ich wirklich jeden song großartig finde… naked cameo sind eine dieser bands und meiner meinung nach auch eine der besten newcomer in österreich.

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„sxtn das beste team“ stand auf dem schild, dass von einem fan in der crowd hochgehalten wurde, als das hip-hop duo „sxtn“ aus berlin auf die bühne sprang. in ihren songs geht es eigentlich um genau zwei sachen: kiffen und partys bis zum umfallen. titel wie „party zu party“, „fotzen im club“ und „bongzimmer“ sind nur ein paar beispiele, in denen sie von ihrem lifestyle erzählen. eingängige hooks und eben diese texte animieren zum mitsingen und machen den eindruck, dass das genau das leben ist, nach dem sich ihre fans sehnen.

das publikum zogen sie wie zu erwarten ab der ersten sekunde in ihrem bann, machten gemeinsam party. die beiden stiegen von der stage und umarmten die sprachlosen leute in den ersten reihen, die ihr glück kaum fassen konnten. als sie aus der menschenmenge einen joint erhaschten, rauchten sie diesen natürlich gleich auf der bühne, bevor sie sich auf zwei campingstühle setzten und ihre bong auspackten. „ist das eigentlich legal?“ fragten sie spaßhalber, aber die damen würden sich ja sowieso nicht vom gesetz davon abbringen lassen. juju und nura umarmten sich innig auf der bühne und zogen immer wieder abwechselnd am joint. mit spritzpistolen gönnten sie ihren fans die verdiente abkühlung und trieben die stimmung mit „party zu party“ in die absolute höhe.

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kraftklub“ live ist jedes mal wieder eine neue herausforderung und ein einzigartiges erlebnis. im publikum tummelten sich so viele leute mit merch dieser band, dass ich mich schon am nachmittag auf den abend gefreut hatte. wie das wohl wieder werden würde?

die tanzenden fans auf der bühne haben kraftklub diesen abend leider zu hause gelassen, aber das trübte die stimmung absolut nicht. immer wieder schüttete sänger felix voller elan und mit enormen schwung wasser aus seiner flasche in die menge. diese bedankte sich mit ärgerem turn up, moshpits und lautem gesang. die crowd sang sogar wirklich so laut mit, dass man locker denken konnte vor der bühne stehen mindestens noch einmal 3 mal so viele leute. ich kenne keine band die so eine große anzahl an menschen gleichzeitig so sehr zum mitmachen motivieren kann wie kraftklub. das sind absolute stimmungskanonen!

nachdem zu „gewinner“ alle, wirklich alle, ihre handylichter in die nacht hielten, schmiss sich felix ins publikum, bevor nura von sxtn bei „500k“ plötzlich auf die bühne kam und ihre vorher verwendete spritzpistole in die menge richtete. immer wieder verbreiteten sie sozialkritische ansagen und versuchten die welt somit ein bisschen besser zu machen. der reaktion des publikums zu urteilen, mit erfolg. hände schossen klatschend in die höhe. pfiffe ertönten, machten die daneben stehenden fast taub.

fans warfen leuchtstäbe in die höhe und der bühnenboden versank im lichtermeer. als felix einen dieser stäbe aus der luft ergriff, fing die menge wieder an zu kreischen. zu „randale“ gab es den wohl allergrößten moshpit des ganzen festivals. alle gingen in die hocke, warfen beim hochspringen alle becher und alles was sie in diesem moment zu greifen kriegten, gleichzeitig in die luft. ein absolut unfassbarer augenblick! viele im publikum zogen sich die durchgeschwitzten shirts aus und wirbelten damit über den köpfen. das ganze publikum bestand für kurze zeit nicht mehr aus den gesichtern der crowd, sondern ausschließlich aus kleidungstücken, die wie wilde tornados in der luft kreisten. nachdem auch felix sein shirt ausgezogen und in die menge geworfen hatte, umarmte sich die band und verbeugte sich zum abschied, schweißnass, vor ihren fans.

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text und fotos: katrin schmirler
https://www.instagram.com/katrinschmirler.photography/