hosted by katrin | konzert: turbobier, leoniden, bilderbuch @ szene openair festival | 02.08.2018

direkt neben dem alten rhein, an der grenze zur schweiz und inmitten von leicht schneebedeckten bergspitzen wurde die 29. ausgabe des szene open air ausgetragen.

trotz des kleinen, überschaubaren geländes im grünen, gab es zwei bühnen. bei diesen unmenschlichen temperaturen und einer fast unerträglichen hitze kam die wasserstelle mit frischem, eiskalten wasser, welches man auch in eigenen flaschen mit aufs gelände nehmen konnte, wie gerufen und ich bin wirklich noch immer so dankbar dafür! das szene open air in lustenau ist ein super familiäres, gut geplantes festival und wer weiß, vielleicht komme ich ja danke diesen bedingungen nächstes jahr wieder.

als die wiener band „turbobier“ aus simmering die bühne betrat, begann sich die sonne und die somit eingehende hitze zum glück gerade zu verabschieden. immer wieder prosteten die vier musiker der tanzenden menge vor ihnen, mit ihrem eigenen „turbobier“ zu. unter den gut gelaunten besuchern wuselten auch immer mal wieder kleine kinder mit trendy sonnenbrillen und hüten umher und ich wünschte mir, ebenfalls in diesem alter auf einem festival gewesen zu sein. während ihren songs machten die wiener auf ihre „bpö – bierpartei österreichs“ und die „bieristische glaubensgemeinschaft“ aufmerksam. mit einprägenden sprüchen wie „volle krüge statt lohnabzüge“ warben sie um neue mitglieder. fahnen wurden geschwungen, bier beim aneinander laufen in moshpits vergossen. während alle hände in der höhe waren sang das publikum kräftig zu „insel muss insel bleiben“ mit, bevor der auftritt mit einer „wall of bier“ und einer damit einhergehenden, weiteren bierdusche beendet wurde.

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schon in den allerersten sekunden der show war ich schockverliebt. der sänger der kieler band „leoniden“ hatte so eine eigene, ausgefallene art auf der bühne zu stehen und schaffte es schon beim ersten song abzuliefern. während er sang, sprang er wie wild auf der bühne auf und hab, beugte sich in richtung des publikums. der gitarrist schwang sein instrument um den hals wie einen hula hoop reifen, ging in die knie, sprang wie ein verrückter auf die lautsprecher boxen, hielt sich ein paar sekunden fest. ließ sich baumeln. die bühnenpräsenz dieser band war so stark und speziell, dass ich nur wie angewurzelt dastehen konnte und schmunzelnd auf die bühne starrte. dauernd stellte ich mir die frage: was wird als nächstes passieren? mit der gleichen power wie beim performen sind auch ihre songs gefüllt, ich war die ganze zeit einfach nur geflasht. die leoniden haben absolut berechtigt einen neuen fan! große empfehlung!

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schwarze haare, neuer style. gitterstäbe ragten über die ganze bühne verteilt in die höhe. das neue live set up der headliner „bilderbuch“ sah genauso aus, wie das des videos ihrer letzten single „eine nacht in manila“. man kann förmlich die gefängnis-vibes spüren. mit goldkette um den hals und unterhemd in seiner anzughose, hielt der sänger einen auf der bühne gelandeten sneaker zu „sneakers for free“ in die höhe. bei „softdrink“ musste ich mir wieder einmal eingestehen, dass ich diesen rap part von koenig ziemlich vermisste. „habt ihr noch energie?“ fragte maurice ernst das vorarlberger publikum in seinem oberösterreichischen dialekt. das kreischen und applaudieren der menge war deutlich. „maschin“ drang aus den boxen und die menschentraube vor der bühne begann sich wie zu erwarten gänzlich zur musik zu bewegen. die setlist für diese „einmalige“ show war ziemlich nice und zu meiner freude auch wieder komplett neu aufgestellt. super textsicher präsentierte sich die crowd beim einzigen österreich festival gig von bilderbuch diesen sommer. zum abschluss des ersten abends spielten sie mit den worten „normal machen wir das nicht, aber heute war es eh geplant!“ die lauthals geforderte zugabe. „kopf ab“.

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text und fotos: katrin schmirler
https://www.instagram.com/katrinschmirler.photography/