hosted by katrin | konzert: jessie j @ arena open air | 13.07.2018

premiere! für jessie j und für mich. sie spielte hier ihr allererstes konzert und ich besuchte mein allererstes arena open air in dieser sommerlichen freitag nacht.

ohne die von mir erwarteten special effects, kam jessie j strahlend, über die mittig platzierte treppe auf die bühne. sie sang die ersten töne in ihr mikro und mich überkam sofort eine gänsehaut. es klang so schön! mit „do it like a dude“ begann sie ihre show, die so vollkommen anders, als jede werden würde, die ich bis jetzt gesehen hatte.

altbekannte hits wie „domino“ und „nobody‘s perfect“, brachte die menge schon von beginn an zum mitsingen. neben ihrer band hatte sie auch noch zwei backgroundsängerinnen mit on stage, die sie voller euphorie unterstützten. jessie erzählte uns, dass sie versucht vegan zu leben, aber dass das auf tour leider gar nicht so einfach wäre, weil sie immer so unfassbar hungrig sei, wenn sie unterwegs ist. herzlich bedankte sie sich bei ihren fans dafür, dass sie ihren traum wahr werden ließen. in den pausen zwischen ihren songs, gab die sängerin immer wieder zum nachdenken anregende anekdoten aus ihrem leben preis. machte sich mit der aussage, dass sie auch nur ein mensch wie jeder andere sei, sehr real und nahbar.

gegen ende von „easy on me“ erklang die leicht zittrige stimme ihres bereits verstorbenen großvaters, der in einer letzten sprachnachricht inspirierende worte an seine enkelin richtete. tränen vor rührung füllten meine augen. während alle gefühle in acoustic versionen der songs „flashlight“ und „thunder“ gesteckt wurden, saßen jessie j und ihr gitarrist mateus auf barhockern, nahe des bühnenrandes. um eine passende stimmung zu erzeugen, wurde die crowd dazu aufgedordert „flashlights“ in die dunkle nacht zu halten. „wenn ihr ein iphone habt, dann schaltet bitte das licht ein und haltet es in die höhe und wenn ihr ein android handy habt.. dann tut’s mir leid!“ witzelte die londonerin und begann zu lachen. ihr ganzer auftritt glänzte durch humorvolle witze und herzhaftem gelächter ihrerseits, was sie immer noch sympatischer und authentischer machte.

um diesen abend für die anwesenden geburtstagskinder unvergesslich zu machen sang sie ihnen ein personalisiertes geburtstagsständchen. „das größte geschenk, dass ihr euch selbst machen könnt, ist, ihr selbst zu sein!“ ermutigte jessie die wiener fans und erzählte eine weitere kleine story. „jedes mal, wenn jemand zu mir sagt, dass „who you are“ ihr leben gerettet hat, sage ich, nein, du hast dein leben selbst gerettet. ich war nur der soundtrack.“ ohne eine besonders aufwendige oder außergewöhnliche bühnen-, und lichtshow, performte die künstlerin weiter ihre songs. obwohl sie schon fast mehr lachte und redete, als sang, war ich begeistert. begeistert von ihren messages und ihren versuchen uns immer wieder mut zu machen, das zu machen was man machen will, ohne darüber nachzudenken, was andere leute davon halten können. tolles vorbild, vor allem für ihre jüngeren fans!

mitten in der menschenmasse befand sich jemand mit einem großen „hug me“ schild. als jessie ihn entdeckt hatte, meinte sie zu ihm, dass sie später für eine umarmung vorbeikommen würde. ein anderer fan, hatte ein selbstgebasteltes buch für sie, dass sie auf die bühne holte, sofort ein wenig durchblätterte und sich sichtlich gerührt dafür bedankte.

dieser abend war meinen vorstellungen wirklich total fremd, enorm anders, aber auf seine weise einzigartig. powervoll und emotional sang sie gemeinsam mit dem publikum „masterpiece“, alle hielten sich dabei an den händen. nach einem cover von whitney houston’s „i will always love you“, headbangte die powerfau zu „mama knows best“ und wirbelte über die bühne. „wenn ich einmal alt bin möchte ich meine songs in vegas performen!“ ließ sie uns an ihren zukunftsplänen teilhaben. kurz vor ende, bahnte sie sich einen weg durch ihre fans und löste ihr „umarmungs-versprechen“ ein.

nach dem hit „bang bang“, ertönte ihr erster großer hit „price tag“ durch die boxen und alle sangen textsicher mit. um einem kleinen mädchen in der ersten reihe eine freude zu bereiten, holte jessie j sie auf die bühne und wollte gerade gemeinsam mit ihr noch einmal „masterpiece“ performen, als es plötzlich ziemlich leise wurde. leider war es zu diesem zeitpunkt schon 23:02 und das mikrofon wurde abgedreht. nichts destro trotz machte die künstlerin das beste aus dieser situation und sang komplett unplugged, wunderschön und zusammen mit der ganzen crowd „price tag“ zum abschluss. mit gänsehaut und weiteren tränen in den augen, sah ich jessie j unter tobendem applaus, wieder über die treppe verschwinden und war einfach nur sprachlos und glücklich.