konzert #38: julian le play @ 4gamechangers festival in der marx halle | 20.04.2018

ein event für visionäre und influencer – in etwa so wurde das „4gamechangers festival“ in der marx halle beworben und die menschen strömten zahlreich hin!

schon im letzten jahr stolperte ich für einen abend zufällig zum 4gamechangers festival. dass ich in diesem jahr – danke an die veranstalter – offiziell eingeladen wurde, verwunderte mich zunächst ein bisschen, aber ich freute mich. drei tage lang konnte man verschiedene programmpunkte begutachten, darunter diskussionsrunden, vorträge und interviews, eine halle, die einer kleinen zukunftsmesse glich und, natürlich, livemusik! und wer livemusik sagt, muss auch wienkonzert sagen!

mein voller terminkalender machte es mir nicht möglich, alle drei tage an dem festival teilzunehmen. und so war ich für eine kurze halbe stunde am mittwoch, dem eröffnungstag, in der eventhalle und am freitag abend – um mir gesprochenes rund um den stellenwert von smartphones, von äußerlichkeiten, der oberflächlichkeit des internets und youtuber, die die schule abgebrochen haben, anzuhören. und natürlich um die bereits erwähnte livemusik zu konsumieren. aber es kommt immer anders als man denkt.

ich traf am eingang zufällig eine freundin und das brachte mein im kopf generiertes programm etwas durcheinander. dazu wurden die timetables der talks nicht eingehalten und jegliche planung war für den müll. quatschen mit der freundin und die messehalle nach goodies durchforsten war zunächst wichtiger, die talks die ich zwischendurch sah (es waren insgesamt 3 oder 4) waren kaum auf bereicherndem level angesiedelt (auch aufgrund der kürze) und kulinarische verpflegung gab es nur mit einem komplizierten karten-system. wir entschieden uns zwischendurch das gelände zu verlassen um ausserhalb etwas zu trinken zu besorgen – was vielleicht nicht so schlau war. ich verpasste die meisten acts aber schaffte es immerhin zum letzten künstler in die marx halle. „julian le play“ sollte gleich starten und ich war ein wenig verwundert: warum waren da so wenige leute? wo waren denn alle hin?

ein verkleideter pirat einer alkoholmarke sollte die stimmung anheizen und giveaways verteilen, die stimmung war aber kaum vorhanden, da eben nur wenige menschen anwesend waren. und dann kam julian le play samt band auf die bühne und es fühlte sich ein bisschen so an, als ob niemand auf ihn gewartet hätte. ein ungebetener „party“-gast quasi. das tat mir leid, das hatte er irgendwie nicht verdient.

dennoch: er machte gute miene zum bösen spiel, präsentierte ein kleines best-of-set seiner bekanntesten radio-nummern und versuchte immer wieder mit dem publikum kontakt aufzunehmen. es gestaltete sich leider sehr schwierig und auch wenn sich einige wenige ein bisschen im takt mitbewegten, waren die meisten am tratschen, trinken und aufmerksamkeit dem drumherum anstatt dem musikalischen act zu schenken.

ich persönlich freute mich, über die mir alle bekannten lieder, über die schöne ansprechende bühne samt video-leinwand und dass ich mal keine mühe hatte, mich irgendwo nach vorne kämpfen zu müssen. für julian le play selbst und für das ganze event, war das ganze wohl ein schuss in den ofen. vielleicht wären lustige party-dj’s für die zielgruppe besser gewesen, als künstlern wertvolle lebenszeit zu stehlen. ich glaube kaum, dass die gigs den auftretenden noch dem 4gamechangers festival selbst in irgendeiner weise etwas gebracht haben. vielleicht ist eine fokussierung besser, als alles abdecken zu wollen und ununterbrochene halbherzigkeit durchsickern zu lassen. aber das ist nur meine meinung.

insgesamt war es schön, dabei gewesen zu sein, obwohl ich persönlich nicht allzu viele berührungspunkte finden konnte. vielleicht bin ich einfach kein gamechanger, vielleicht sind musikalische showcases auf reinen showcase-festivals besser aufgehoben, vielleicht ist die technik-affine start-up welt eher ein party- als ein konzert-volk. dennoch: danke für die einladung!

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